Rückkehrgesetz

Kein Hebräisch, kein Pass

Kein Hebräisch,
kein Pass

Israels Innenminister will das Rückkehrgesetz
ändern

Für viele ist das Rückkehrgesetz die Es-
senz des Staates Israel. Jeder Jude kann jederzeit einwandern und ab sofort als gleichberechtigter Bürger das Schicksal seiner Brüder in Zion teilen. Solche uneingeschränkte Akzeptanz der aus dem Exil heimkehrenden Diasporajuden findet Is-
raels neuer Innenminister Meir Schitrit übertrieben. Bei einem Auftritt vor dem Gouverneursrat der Jewish Agency setzte sich der Ressortchef, in der Politik alles andere als ein Neuling, aber gerade mal zwei Monate in seinem gegenwärtigen Amt, für eine Abschaffung der automatischen Einbürgerung der Olim ein. Nach Schitrits Vorstellungen sollen Immigranten zwar nach Israel kommen können. Israelis werden dürfen sie aber frühestens nach fünf Jahren – und auch das erst, nachdem sie ausreichende Hebräischkenntnisse nachgewiesen und ein Treuegelöbnis auf den Staat Israel ablegt haben.
Bei der Jewish Agency kam Schitrits Vorstoß gar nicht gut an. Der amerikanische Ratsvorsitzende Richard Pearlstone distanzierte sich unverzüglich vom selbst ernannten Reformer. Das Rückkehrgesetz, so ein Sprecher der Agency gegenüber der Jüdischen Allgemeinen, müsse unangetastet bleiben. Der Staat Israel habe für jeden Juden ohne Vorbedingungen offen zu sein. Auch Israels Bürger – jedenfalls die jüdischen, die arabischen lehnen das Rückkehrgesetz großenteils ab – dürften von den Ideen ihres Innenministers kaum begeistert sein. Schließlich dürften eine Mehrheit der Regierungsmitglieder und ihr Chef Ehud Olmert ähnlich denken oder zumindest keinen Krieg gegen die Diaspora wünschen.
Unter diesen Umständen erwartet kaum jemand, dass die vom Ressortinhaber geforderte Verschärfung der Einbürgerungsbestimmungen Wirklichkeit wird. In Schitrits Büro heißt es zwar, der Minister habe Experten seines Hauses mit der Ausarbeitung einer entsprechenden Gesetzesnovellierung beauftragt. Allerdings, wird hinzugefügt, sei dies nur eines von vielen Themen auf seiner Tagesordnung. Ein Termin für die Vorlage des Entwurfs stehe daher nicht fest. Derweil rätseln Beobachter über die Motive hinter Schitrits Initiative. Der Minister selbst verwies in seinen Ausführungen auf das Thema krimineller Elemente aus dem Ausland, die das Rückkehrgesetz zur Erlangung des dunkelblauen Passes missbrauchen. Doch dürfen erwiesene Verbrecher auch jetzt schon an der Immigration gehindert werden. Zyniker giften, Schitrit, ein anständiger Politiker, der aber immer in der zweiten Reihe stecken bleibt, wollte nur in die Schlagzeilen kommen – und sei es als Enfant terrible. Wolf Silberbach

Feiertage

Chatima towa, oder was?

Was von Rosch Haschana über Jom Kippur bis Sukkot die korrekte Grußformel ist

von Rabbiner Yaacov Zinvirt  18.09.2026 Aktualisiert

Washington D.C.

USA wollen Saudi-Arabien 48 moderne F-35-Kampfjets verkaufen

Die Tarnkappenjets gelten als die aktuell modernsten Kampfflugzeuge. Im Nahen Osten waren sie bislang dem US-Verbündeten Israel vorbehalten. Nun zeichnet sich ein geplanter Deal mit Saudi-Arabien ab

 18.09.2026

Magdeburg

AfD will FPÖ-Erfahrungen in Sachsen-Anhalt nutzen

»Von den politischen Erfahrungen der FPÖ können wir sicherlich profitieren«, sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion

 18.09.2026

Kolumne

Fastenkurse im Bordbistro

Wieder mal Spaß gehabt mit der Deutschen Bahn: Über die Katastrophe eines Weltkonzerns

von Maria Ossowski  16.09.2026

Sachsen-Anhalt

BSW will AfD-Landtagspräsidenten mitwählen

Bundesweit ist es der AfD noch nie gelungen, das Amt eines Parlamentspräsidenten zu übernehmen – auch wenn sie die stärkste Partei war. Das könnte sich in Sachsen-Anhalt jetzt ändern

 08.09.2026

Bayern

Innenminister Herrmann geht von Brandanschlägen auf Rüstungsunternehmen aus

Nach einer Brandattacke auf eine Münchner Baustelle geht Bayerns Innenminister Herrmann von einem Anschlag mit politischem Hintergrund aus - und sieht ein größer werdendes Risiko

 03.09.2026

Berlin

Chabad-Gemeinde feiert 30-jähriges Bestehen

Musik, Street-Food und ein Festakt: Die jüdische Chabad-Gemeinde in Berlin hat ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Dabei gab es auch einen virtuellen Ausblick auf ein großes Bauprojekt, das nächstes Jahr starten soll

 30.08.2026

Westjordanland

Auslandspresseverband in Israel fordert Schutz für Journalisten

Gewalttätige Siedler attackieren US-Journalisten im Westjordanland – der Auslandspresseverband warnt vor einem gefährlichen Trend

 30.08.2026

Antisemitismus

Ire in Frankreich verhaftet, nachdem er gedroht hatte, jüdisches Paar zu ermorden

Nachdem der Australier und seine Frau aus dem Tunesien-Urlaub zurück waren, gingen sie zur Polizei

 27.08.2026