Düsseldorf

Jenseits von Nahost

Das Filmfestival »Jüdische Welten« in Düsseldorf feiert in diesem Jahr bereits ein kleines Jubiläum. Zum fünften Mal präsentiert es aktuelle jüdische Filme. Thematisch wie geografisch spiegeln sie verschiedene Aspekte des jüdischen Lebens jenseits der Holocaust‐ und Nahostkonflikt‐Problematik wider. »Wir möchten nach vorne schauen und daher eine breite Palette des modernen jüdischen Lebens zeigen, weit entfernt von den üblichen Klischees«, sagt Festivalkuratorin Erika Rubinstein.
In diesem Jahr sind unter den acht ausgewählten Produktionen erstmals auch zwei russischsprachige Filme, wie Yolki Palki (6.12., 17 Uhr) des israelisch‐russischen Regisseurs Alexander Gentelev. Er dokumentiert das Leben russisch‐jüdischer Emigranten in Israel. Eine seiner Heldinnen ist die Schriftstellerin Dina Rubina. Aus Ka‐
sachstan kommt The Gift to Stalin (6.12.,
20 Uhr) von Rustem Abdrashov, der die Geschichte eines jüdischen Waisenjungen erzählt, der nach dem Zweiten Weltkrieg bei einem Kasachen Unterschlupf findet.
The Wedding Song (6.12., 14 Uhr) von Karin Albou wendet sich an jugendliche Zuschauer und kommt aus Tunesien. Er erzählt die Geschichte einer Freundschaft zwischen zwei jungen Mädchen, einer Jüdin und einer Araberin, vor dem Hintergrund des Faschismus. Auch um eine Freundschaft zwischen einer Jüdin und einer Muslima geht es in dem Melodram Arranged (9.12., 20 Uhr) von Diane Crespo und Stefan C. Schaefer. Beide sind sehr religiös und leben in New York und werden dort glücklich.
Die romantische Komödie Beau Jest (8.12., 20 Uhr) von James Sherman, die ebenfalls in New York spielt, fragt: Wie stelle ich meinen jüdischen Eltern meinen nichtjüdischen Freund vor? Satirisch geht es auch in der Dokumentation Defamation (10.12., 18 Uhr) des Israeli Yoav Shamir zu, der herausfinden möchte, ob der Antisemitismus noch existiert.
Einen langen Weg aus Polen nach Brasilien macht 1899 eine junge Jüdin in Tropical Dreams (7.12., 20 Uhr) von André Sturm nach der Erzählung des jüdisch‐südamerikanischen Schriftstellers Moacyr Scliar. Wie viele junge Jüdinnen damals landet sie anstatt bei einem reichen Bräutigam im Bordell.
Die französische Komödie Hello, Goodbye von Graham Guit mit Gérard Depardieu und Fanny Ardant in den Hauptrollen eröffnet das Festival (5.12., 20 Uhr). Die Filme sind in der Black Box in der Düsseldorfer Altstadt zu sehen. Sie laufen im Original und werden live auf Deutsch einge‐
sprochen. Anschließend stellen sich Regisseure, Schauspieler und Experten der Diskussion. Zudem können die Festivalbesucher Israel auch kulinarisch kennenlernen. Nach den Vorführungen werden Weine und kleine Speisen gereicht. ja

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