EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 47 Sitze

indisch-jüdische Gemeinde

Heimkehr nach 2.700 Jahren

Heimkehr nach 2.700 Jahren

Bnei Menasche: Israels
indisch-jüdische Gemeinde wächst

Lange haben sie dafür gebetet, darauf gehofft und geduldig gewartet. Am vergangenen Dienstag war es endlich soweit. Eine Gruppe jüdischer Frauen und Männer aus Indien immigrierte ins gelobte Land. Nach 2.700 Jahren Exil. Denn die sogenannten Bnei Menasche sollen zu einem der zehn sagenumwobenen Stämme Israels gehören, die als lange verloren gelten. Die 216 Olim werden die 1.000 Angehörige zählende Gemeinschaft in Israel um mehr als ein Fünftel vergrößern. Sie sollen in Karmiel und Nazareth-Illit ihr neues Zuhause bekommen.
David Sela ist ein Bnei Menasche. Er kam mit einer der ersten kleinen Einwanderungswellen der indischen Juden nach Israel. Das war vor zwölf Jahren. Heute freut er sich über die Massenimmigration: »Es ist gut, daß unsere Brüder und Schwestern endlich kommen dürfen. Wir wissen, wie hart das Leben als Jude in Indien ist. Nur in Israel können wir so leben wie wir es von Herzen wünschen – als jüdische Menschen im Heimatland.«
Michael Freund von Schavei Israel, einer Jerusalemer Organisation, die sich darum kümmert, Angehörige der verlorenen Stämme zu finden, meint, es zählen sich insgesamt um die 7.000 Menschen zu den Nachfahren von Manasse, einem Sohn des biblischen Patriarchen Josef. Die Menschen leben in den indischen Staaten Mizoram und Manipur, ihre religiösen Bräuche und Riten sind traditionell und scheinen zum Teil Jahrtausende alt zu sein.
Freund arbeitet bereits mehr als zehn Jahre daran, die Bnei Menasche nach Israel zu bringen. Noch mindestens 800 würden sofort Alija machen wollen, weiß er. Die Prozeduren des israelischen Innenministeriums aber seien kompliziert, so daß nicht klar sei, wann sie tatsächlich einreisen könnten. In der Vergangenheit waren Angehörige der Gemeinde in Übereinstimmung mit dem Ministerium mit einem Touristenvisum ins Land gereist. Nachdem sie konvertiert hatten, erlaubte es ihnen das Rückkehrgesetz, hier als Bürger zu leben. Jahrzehntelang hatte sich das Oberrabbinat geweigert, die Gruppe offiziell anzuerkennen. Alle hier lebenden Bnei Menasche mußten in Israel zum Judentum übertreten.
Die jetzige Gruppe aber wurde im vergangenen Jahr direkt in ihren indischen Gemeinden konvertiert. Schavei Israel hatte den sefardischen Oberrabbiner Schlomo Amar um Hilfe gebeten, und der schickte prompt eine Delegation von sechs Rabbinern nach Indien. 90 Prozent der Bewerber bekamen die notwendigen Papiere.
»Das ist das erste Mal, daß die Bnei Menasche in Israel schon als Juden ankommen – vollständig anerkannt vom israelischen Rabbinat und der Regierung«, so Freund. Er ist begeistert: »Wer hat schon jemals von einem Stamm gehört, der 2.700 Jahre nach seiner Deportation zurück ins Heimatland kommt?« Das könne man wirklich als ein Wunder biblischen Ausmaßes bezeichnen.Sabine Brandes

Regierungsbildung

Berliner Linke berät erneut über Vanessa Emde

Kurz vor dem geplanten Beginn von Koalitionsgesprächen mit Grünen und SPD diskutiert die Berliner Linke über Antisemitismus - einmal mehr

 27.10.2026

Berlin

Berliner Linke berät zum wiederholten Mal über umstrittene Abgeordnete

Vanessa Emde steht wegen Äußerungen zu Israel und zum Nahost-Konflikt massiv in der Kritik

 27.10.2026

Weimar

Verein will Gedenken an KZ-Außenlager stärken

Buchenwald war mehr als ein einzelnes NS-Konzentrationslager. Mehr als 100 Außenstandorte gehörten zu diesem Lagerkomplex. Längst nicht an alle wird heute erinnert – ein Verein will das ändern

 23.10.2026

Deutschland

Wie hält es die CDU in Sachsen-Anhalt mit der AfD?

AfD-Politiker Siegmund braucht drei Stimmen aus anderen Reihen, um Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt zu werden. Ein CDU-Abgeordneter stellt sich nun gegen die CDU-Fraktionslinie

von Christopher Kissmann  22.10.2026

Kino

Film über einen kreativen Geist

»Biermann« ist ein dokumentarisches Porträt des Liedermachers Wolf Biermann, der auch 50 Jahre nach seiner Ausbürgerung aus der DDR noch immer künstlerisch aktiv ist. Allerdings hat der Film auch Leerstellen

von Reinhard Kleber  22.10.2026

Siedlergewalt

Huldai: »Ich schäme mich und schweige nicht mehr«

Tel Avivs Bürgermeister verurteilt die Gewalt gegen palästinensische Olivenbauern und Journalisten scharf. Er warnt vor dem Zerfall rechtsstaatlicher und zionistischer Werte

von Sabine Brandes  22.10.2026

Schwerin

Schwesig wirbt für Bund-Länder-Gruppe zur Prüfung der AfD

Den verfassungsrechtlichen Umgang mit der AfD prüfen? Gut, findet Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin – und spricht sich für den Vorstoß eines CDU-Ministerpräsidenten aus

 22.10.2026

Nahost

Israels Armee erhöht Alarmbereitschaft vor den Wahlen

Vor der Wahl herrscht laut einem TV-Bericht die Sorge vor Anschlagsversuchen, mit denen Einfluss auf die Wahl genommen werden könnte. Der Militärchef ordnet umfassende Sicherheitsmaßnahmen an

 19.10.2026

Berlin

Zwei Parteien in Berlin entscheiden über Koalitionsgespräche

Nach teils zähen Sondierungen entscheiden Grüne und SPD in Berlin über Koalitionsgespräche mit der Linken. Aber aus den Reihen der Sozialdemokraten gibt es Zweifel und Kritik, auch aufgrund der Antisemitismus-Skandale bei der Linkspartei

 19.10.2026