fussball

Großes Pech oder Riesenskandal

fussball
Großes Pech oder Riesenskandal

Tottenham Hotspur verpaßt wegen einer Lebensmittelvergiftung des Teams Platz vier

Ausgerechnet Yossi Benayoun. Der israelische Nationalspieler in Diensten des Londoner Erstligisten West Ham United hat die Champions-League-Träume der »Yids« von Tottenham Hotspur zunichte gemacht. Durch Benayouns Treffer zum 2:1 in der 78. Minute rutschte Tottenham am letzten Spieltag auf Platz fünf ab. Für die Qualifikationsrunde zur lukrativen Champions League kann nun Tottenhams Erzrivale Arsenal planen, das 4:2 gegen Wigan gewann. Doch schon als die Spiele am Sonntag vergangener Woche angepfiffen wurden, war das Geschehen auf dem Rasen zur Nebensache geworden. Das 2:1 wird wohl als einer der größten Skandale in die neuere Geschichte des englischen Fußballs eingehen.
Am Morgen des Spiels litten bis zu zehn der 17 Profis im Kader der »Spurs« unter Symptomen einer Lebensmittelvergiftung. Sie hatten sich, so der Verdacht, im Teamhotel an einer Lasagne den Magen verdorben und waren nach stundenlangem Durchfall und Erbrechen nicht in der Lage, ein professionelles Fußballspiel durchzustehen, noch dazu bei großer Hitze. Doch der Antrag des Vereins, das Spiel um 24 Stunden zu verlegen, wurde von der Liga abgelehnt – obwohl auch West Ham United dazu bereit war. Die Football Association (FA) drohte den Spurs darüber hinaus angeblich an, sie nicht am Uefa-Pokal teilnehmen zu lassen, zu dem der fünfte Platz berechtigt, wenn sie nicht auflaufen. Obwohl Ärzte vor möglichen Spätfolgen warnten und beispielsweise Verteidiger Michael Dawson beim Warmlaufen zusammenbrach, traten die Spurs an – und waren ohne Chance.
Am Tag danach gingen wildeste Spekulationen um. Während Polizei und Behörden den Fall noch untersuchten und Proben in unabhängigen Labors unter die Lu- pe genommen wurden, war gerüchteweise bereits von Machenschaften einer Wettmafia zu hören. Im Umfeld der Spurs machte die Nachricht die Runde, Blutproben betroffener Spieler hätten Hinweise auf eine gezielte Vergiftung ergeben. Die von der englischen Presse »Lasagne-Gate« getaufte Affäre bekam zusätzliche Brisanz, weil der Vizepräsident des FC Arsenal, David Dein, eins von vier Mitgliedern des Ligaausschusses ist. Offiziell beteiligte sich Tottenham Hotspur jedoch an keinerlei Verschwörungstheorien.
Nach zwei Tagen des Schweigens forderte Spurs-Präsident Daniel Levy statt dessen vergangene Woche die FA in einem offenen Brief auf, das Spiel solle wiederholt werden. Denn der verpaßte vierte Platz kostet den Klub geschätzt 15 Millionen Euro. »Es ist nicht vorstellbar, daß beispielsweise die europäische Fußball-Union das Champions-League-Finale nicht verlegen würde, wenn am Morgen des Spiels einem der beiden Teams etwas ähnliches passierte«, schrieb Levy – ein Hinweis auf einen fairen, professionellen Wettbewerb, aber auch ein Seitenhieb auf den Rivalen Arsenal, der diese Woche im Champions-League-Finale antrat. Doch die Bitte um eine zweite Chance war vergeblich. Die Liga lehnte den Antrag ab. Das nennt man wohl bitteren Beigeschmack. Tobias Kaufmann

Jerusalem

Israel fordert von Großbritannien mehr Einsatz gegen Antisemitismus

Nach einem weiteren Terrorangriff auf Juden wirft Jerusalem London vor, die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Präsident Herzog: »Es ist an der Zeit, dass die Welt aufwacht.«

 30.04.2026

Erinnerung - 20 Jahre ohne Paul Spiegel

Zum 20. Todestag von Paul Spiegel

Als Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland stand er für Dialog, Klarheit und Verantwortung. Ein Video erinnert an sein Vermächtnis – und daran, warum seine Stimme heute fehlt.

von Jan Feldmann  30.04.2026

Polen

Israel fordert Konsequenzen nach Eklat mit Hakenkreuz-Flagge

Im Parlament hatte ein rechtsradikaler Abgeordneter eine israelische Flagge mit einem Hakenkreuz an Stelle des Magen David gezeigt

 22.04.2026

Brüssel

Deutschland und Italien bremsen EU-Vorstoß gegen Israels Assoziierungsabkommen

Spanien, Slowenien und Irland fordern eine Debatte über das Abkommen. Außenminister Wadephul bezeichnet den Vorstoß als »unangemessen«

 22.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 13.04.2026 Aktualisiert

Fussball

Kopfball mit Kippa

Die Halle war voll, der Spaß groß: Zum ersten Mal trafen zwölf jüdische Teams beim Berlin Jewish Football Cup in Spandau aufeinander

von Jan Feldmann  01.04.2026

Podcast

»Arbeiten im Krieg ist eine große Herausforderung«

Zwischen Bomben und Bunker: Wie unsere Korrespondentin in Tel Aviv ihren Alltag erlebt

von Jan Feldmann, Sabine Brandes  01.04.2026

Video

Zwischen Matzen und Kneidlach: Stimmen aus einem koscheren Supermarkt

Kurz vor Pessach: Vorbereitungen auf den Feiertag – Stimmen aus »Kosherlife«

von Jan Feldmann  01.04.2026

Wirtschaft

Iran-Krieg treibt Inflation auf höchsten Stand seit 2024

Teurer Sprit, steigende Preise für Strom und Gas: Die Kämpfe im Nahen Osten haben schon im ersten Kriegsmonat die Verbraucherpreise angeheizt. Bald könnten auch andere Warengruppen betroffen sein

von Alexander Sturm und Christian Ebner  30.03.2026