Tora-Rolle

Getrübte Freude

Als ein »für das jüdische Berlin einmaliges Ereignis« bezeichnete Rabbiner Yehuda Teichtal die Einweihung einer Torarolle am vergangenen Sonntag im Jüdischen Bildungszentrum an der Münsterschen Straße. Bereits eine Woche zuvor hatte es dort eine ähnliche Feier gegeben. »Durch einen unglaublichen zeitlichen Zusammenhang« konnte nun eine weitere Sefer Tora von einem Spender, der ungenannt bleiben wollte, entgegengenommen werden. Die Rolle wurde in Jerusalem geschrieben und in Berlin vollendet. Die letzten der 304.805 hebräischen Buchstaben wurden am Sonntag von Ehrengästen – darunter der Oberrabbiner der israelischen Stadt Holon, Yochanan Gurary, der Knessetabgeordnete Yakov Litzman (United Torah Judaism) und der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer, – und Betern der Synagoge geschrieben. Sie alle waren mit dabei, als die fertig geschriebene Rolle unter musikalischer Begleitung in einer großen Runde durch die Münstersche Straße bis in die Synagoge geleitet wurde. Die Feier wurde überschattet durch den Anschlag auf den Jüdischen Kindergarten, der zeitgleich bekannt wurde. Zentralratsgeneralsekretär Stephan J. Kramer: »Das ist infam. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies ein Zufall sein soll.« ddk

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