School-Club

Erfrischend anders

von Marina Maisel

Capoeira und Yoga, Bewegungs- und Theaterspiel, Schachkurs und Kochstudio, kreative Kunst und individuelle Klavierstunde – mit einem Wort alles, was Kindern Spaß machen kann, bietet das Jugend- und Kulturzentrum der IKG seinen Grundschülern im neuen »School Club« an.
Zur Eröffnung der neuen Einrichtung haben die Kinder T-Shirts bekommen. School-Club steht darauf. Gestaltet ist es aber so, dass jeder sofort Cool-Club liest. Dieses Wortspiel gefällt den Pionieren des neuen Clubs. Und es trifft voll ins Schwarze. Die Kinder sind begeistert, wie zum Beispiel Moritz: »Ich finde die Schule gut, aber die Schule nach der Schule – die macht erst Spaß!«
Das Team des Jugend- und Kulturzentrums hat sich noch vor dem Umzug an den Jakobsplatz überlegt, alle IKG-Institutionen, die etwas mit Kindern zu tun haben, in einem Projekt zusammenzubringen. Vorbereitet hat es Stanislav Skibinski, der Leiter der Abteilung Kinder, Jugend und Familie und erfahrener Kinderpädagoge, gemeinsam mit seinen Kollegen.
Brigitte Heberle, die von Beginn an das Projekt koordiniert, freut sich, wie gleich vom ersten Tag an das Konzept des School Clubs aufgeht und das Interesse der Kinder weckt. »Die Kinder erzählen ihren Freunden, was es da alles nach der Schule gibt, und bringen sie das nächste Mal mit.«
Mit einem kleinen Imbiss, fantasievoll in der Mensa serviert, beginnt für dreißig Kinder ein Nachmittag im School Club. Zweieinhalb Stunden können sich die Jungs und Mädchen mit Sachen beschäftigen, die einfach nur Spaß machen, und finden so die nötige Entspannung nach der Schule. Bewegung, Entdeckung und Kreativität sind die wichtigsten Säulen des School Club Projekts.
»Nur durch die gute Kooperation mit der Sinai-Schule konnten wir das neue Projekt so reibungslos starten«, erzählt Brigitte Heberle. Nach der Schnupperphase haben sich die Kinder festgelegt, für welche Angebote sie sich entscheiden. Zwei verschiedene Kurse am Tag bietet das Programm für jedes Kind. Ein Mal wöchentlich wird ein Projekttag vom Jugendzentrum »Neshama« unter dem Motto »In der Mitte der Stadt« gestaltet.
Kampfsport, Tanz, Trommeln – alles zusammen heißt Capoeira und ist eine Sportart aus Brasilien, die auf Anhieb von den Kindern mit großer Begeisterung angenommen worden ist. Christoph Maier, ein erfahrener Pädagoge, fasziniert die Kinder, wenn er aus dem Berimbau, einem Musikinstrument, ungewöhnliche Töne hervorbringt. Die kleine Tara hat das erste Mal in ihrem Leben Yoga ausprobiert und berichtet ihrer Mutter eifrig: »Mama, das mache ich gerne, weil das entspannt mich so«. Yoga-Pädagogin Elizabeth Eichinger baut ihren Kurs so, dass die Übungen den Kindern immer Spaß bringen. Meditations- und Atemübungen sowie verschiedene Yoga-Positionen helfen den Kindern, ein gutes Körpergefühl zu entwickeln.
Psychomotorik-Lehrer Jürgen Schindler sieht seinen Kurs »Bewegungsspiele« als Antithese zur Schule, wo sich die Kinder den ganzen Tag konzentrieren müssen. Hier wird der Stress vom immer nur »Ruhig-und-aufmerksam-Sein« abgebaut. Blaue Insel heißt die Kunstwerkstatt, in der die Kinder ihre Kreativität entwickeln können. Begleitet und unterstützt werden sie hier von Pädagogen. Alles, was man nur irgendwie basteln kann, ist bei der Kunstpädagogin Svetlana Durkova möglich. Für diejenigen School-Club-Mitglieder, die sich für Theater interessieren, bietet die Theaterpädagogin Anastasija Komeloh Schauspielstunden an und kümmert sich so nebenbei um den Nachwuchs ihrer Theater- gruppe »Lo-Minor«.
Wer weniger die körperliche Präsenz, sondern mehr die geistige Herausforderung sucht, der ist beim Leiter des Schachclubs, Leonid Volschanik, am richtigen Platz. Von der Eröffnung bis zur Rochade lernt er hier alles, was einen guten Schachzug ausmacht. Für die musikalisch begabten Kinder bietet der School Club individuelle Klavier- und Klarinettestunden an. Und wer weiß, vielleicht wachsen hier in den Wänden des Gemeindezentrums zukünftige Virtuosen heran. Die große und kleine Turnhalle, die Kindergarten- und Schulräume und die Räume des Robert-Wagner-Jugendzentrums – das große Gemeindehaus hat großzügig alle Türen geöffnet und jeder darf hin, wo er will. Nur gehen will keiner. Wenn die Eltern ihre Sprösslinge abholen, sprudeln sie förmlich über von dem, was sie gelernt und erlebt haben und betteln darum, noch ein wenig bleiben zu dürfen.
Und auch ein Kochstudio darf nicht fehlen. Lilia Udler vermittelt den Kindern die Regeln gesunden und koscheren Essens und kocht gemeinsam mit ihnen. »Charlotte Knobloch hat uns bei der Vorbereitung des Projektes angefeuert, eine Nachmittagsbetreuung anzubieten, die so toll ist, dass die Kinder nicht nach Hause gehen wollen. Bereits die ersten Wochen des School Club zeigen, dass wir das tatsächlich erreicht haben.«, zieht Stanislav Skibinski ein Resümee. Und es spricht sich herum: Die Nachfrage nach Plätzen für die zweite Jahreshälfte wächst im coolen School-Club!

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