Konstanz

Ende gut, alles gut

Eine etwa fünf Meter tiefe Baugrube unter einem blauen Davidstern, so präsentiert sich derzeit der Platz, auf dem das jüdische Ritualbad in Konstanz entstehen soll. Für den Bau hat die Israelitische Kultusgemeinde Konstanz einen Experten aus Israel gefragt, Rabbiner Meir Posen. Er wacht darüber, dass das Bad den Vorschriften entsprechend gebaut wird, sich also für die rituelle Reinigung eignet.
So dürfen beispielsweise keine Fertigbetonteile für das Becken verwandt oder Leitungswasser hineingepumpt werden. Für das Bad eignet sich dagegen direkt der Natur entnommenes Wasser, wie Grund-, Quell- oder Regenwasser. In Konstanz hat man sich für eine Kombination aus Grund- und Regenwasser entschieden. Dazu wurden zunächst Tiefenbohrungen durchgeführt. Außerdem soll es vom Bad aus einen direkten Zugang zur Synagoge geben.
Für die Baukosten von rund 300.000 Euro wollen die Konstanzer Familie Nissenbaum und die Nissenbaum-Stiftung aufkommen, ebenso für den Erhalt.
Benjamin Nissenbaum, Vorsitzender der Israelitischen Kultusgemeinde, zeigte sich bei der Grundsteinlegung erleichtert, dass die technischen Probleme dank der Unterstützung des Experten aus Israel gelöst wurden. Schon Vater Sigmund habe eine Mikwe geplant, sei aber an technischen Schwierigkeiten gescheitert. Er freue sich, nun die Arbeit des Vaters fortsetzen zu können, betonte der Sohn.
Sigmund Nissenbaum hatte sich nach dem Krieg für den Wiederaufbau der jüdischen Gemeinde in Konstanz und den Erhalt jüdischer Friedhöfe sowie Kulturdenkmale in Polen eingesetzt. Ziel der Familie sei es, jüdische Traditionen zu erhalten, zu leben und weiterzuführen, sagte Benjamin Nissenbaum.
Zur Grundsteinlegung füllten die Brüder Benjamin und Gideon Nissenbaum sowie Rabbiner Usi Teitelbaum eine Metallbox, die in den Grund der Baustelle eingelassen wurde. Unter anderem enthält sie eine hebräische Widmung auf Pergamentpapier, auf der alle Teilnehmer der Feier unterschrieben, eine Gedenkmünze der Nissenbaum-Stiftung, eine Münze aus Israel, ein Buch mit dem wichtigsten jüdischen Gebet und eine Ausgabe der lokalen Zeitung.
Er rechne nun auch mit einem Durchbruch für den Neubau der Synagoge in diesem Jahr, sagte Gideon Nissenbaum. Wegen juristischer Auseinandersetzungen mit der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden liegt der geplante Neubau, etwa 300 Meter entfernt von der Baustelle für das Bad, seit Jahren auf Eis. Claudia Rindt

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