Dachau

Ein Ort gegen das Vergessen

Umrahmt vom Quartett des Orchester Jakobsplatz mit einem Stück des in Auschwitz ermordeten Komponisten Viktor Ullmann wurde am 30. April das Besucherzentrum der KZ-Gedenkstätte Dachau übergeben. Rund 3,8 Millionen Euro wurden in das von Florian Nagler Architekten, München, entworfene Gebäude investiert. Karl Freller, Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, erinnerte bei seiner Begrüßung der Zeitzeugen aus dem In- und Ausland sowie zahlreicher weiterer Gäste aus Politik und öffentlichem Leben an die Verbrechen, die im KZ Dachau verübt wurden: »Über 12 Jahre täglich Angst, Demütigungen, Drohungen, Einschüchterungen, Folter, Gewalt, Hass, Menschenverachtung, Schläge, Ungewissheit – Mord und Tod.«
Die Erinnerung an die Opfer werde in der Gedenkstätte erhalten. Mit dem Besucherzentrum, so Ministerpräsident Horst Seehofer, sei die Gedenkstätte um einen wichtigen Schritt erweitert worden, dem »Schlussstein der 1995 begonnenen Erneuerung des Erinnerungs- und Gedenkorts«. Hier solle gezeigt werden: »Wir vergessen nicht, wir verdrängen nicht, wir relativieren nicht, was hier geschah. Wir stellen uns unserer ganzen Geschichte.«
Diese Worte des Ministerpräsidenten lassen den Vizepräsidenten des Internationalen Dachaukomites, Max Mannheimer hoffen, dass der Kampf gegen das Vergessen weiter Bestand hat. Denn, so der ehemalige Häftling, »wir letzten Zeitzeugen wenden uns an die Menschen hier, die Erinnerung auch in Zukunft zu bewahren«.Miryam Gümbel

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