klesmer

Die Musik der anderen

Der am weitesten gereiste Teilnehmer kommt aus dem japanischen Kyoto. Um den halben Erdball ist er geflogen, um den Yiddish Summer in Weimar zu sehen, der am vergangenen Sonntag eröffnet wurde. Das bekannte Klesmer-Festival steht in diesem Jahr unter dem Motto »The Other Europeans« und widmet sich der Musik von Roma und Juden.
Das gleichnamige Ensemble »The Other Europeans« mit 14 Musikern aus Ungarn, England, den USA, Frankreich, Moldawien und Deutschland präsentierte zur Eröffnung eine Mischung von verschiedenen Stilelementen beider europäischer Minderheiten. Diese musikalische Begegnung soll in den Kursen und Workshops weiter vertieft werden.
Eine Jam-Session wurde in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Erfurt organisiert, die das Festival »seit Jahren finanziell und ideell unterstützt«, sagt Stephanie Erben, Leiterin des Yiddish Summer. Durch die gute Vernetzung mit der Gemeinde kam auch schon im vergangenen Jahr ein Liedworkshop zustande. Chormitglieder der Jüdischen Gemeinde Erfurt fuhren nach Weimar, und jetzt steht der Rückbesuch an.
Bis zum 7. August werden nun erneut etwa 250 Teilnehmer aus aller Welt erwartet. Und die haben viel zu tun, denn auf dem Programm stehen elf Konzerte, acht Kurse zu Instrumentalmusik, Tanz und Gesang sowie 15 Jam-Sessions in Cafés und Kneipen. Erstmals ist in diesem Jahr auch ein Café in Erfurt einbezogen.
Vom 21. bis 24. Juli ist zudem das »Other-Music-Festival« in das Weimarer Programm genommen worden. Zu den öffentlichen Veranstaltungen werden wie in den Vorjahren bis zu 6.000 Besucher erwartet. Und die haben mit dem Programm die Qual der Wahl. »Wir hoffen, wieder Jung und Alt für das Festival begeistern zu können«, sagt Erben. Auch Wolfgang Nossen, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, freut sich über die bislang gute Resonanz auf das Programm.
Einige Teilnehmer, weiß Erben, suchen neben dem musikalischen Austausch auch den religiösen und haben zwischen Klesmerworkshops und Konzerten Zeit, die Synagoge zu besuchen.
Dem Festival, das die im Jahr 2000 im Schloss Ettersburg bei Weimar begründeten »Klezmer-Wochen« weiterführt, steht ein Etat von 160.000 Euro zur Verfügung. Es wird neben der Europäischen Union und der Rothschild Foundation London auch von der Evangelischen Erwachsenenbildung Thüringen sowie der Jüdische Landesgemeinde gesponsort. kat/dpa

Fussball

Kopfball mit Kippa

Die Halle war voll, der Spaß groß: Zum ersten Mal trafen zwölf jüdische Teams beim Berlin Jewish Football Cup in Spandau aufeinander

von Jan Feldmann  01.04.2026

Podcast

»Arbeiten im Krieg ist eine große Herausforderung«

Zwischen Bomben und Bunker: Wie unsere Korrespondentin in Tel Aviv ihren Alltag erlebt

von Jan Feldmann, Sabine Brandes  01.04.2026

Video

Zwischen Matzen und Kneidlach: Stimmen aus einem koscheren Supermarkt

Kurz vor Pessach: Vorbereitungen auf den Feiertag – Stimmen aus »Kosherlife«

von Jan Feldmann  01.04.2026

Wirtschaft

Iran-Krieg treibt Inflation auf höchsten Stand seit 2024

Teurer Sprit, steigende Preise für Strom und Gas: Die Kämpfe im Nahen Osten haben schon im ersten Kriegsmonat die Verbraucherpreise angeheizt. Bald könnten auch andere Warengruppen betroffen sein

von Alexander Sturm und Christian Ebner  30.03.2026

Die israelische Raketenabwehr hat eine aus dem Libanon anfliegende Terror-Rakete im Visier.

Nahost

Libanon muss jetzt handeln

Die Hisbollah hat äußeren Druck jahrzehntelang in politische Stärke verwandelt. Doch ihr aktueller Legitimitätsverlust ist hausgemacht — und eröffnet dem Libanon erstmals die Chance, das Machtgefüge im eigenen Land zu verändern.

von Leo Benderski  26.03.2026

Berlin

»Grenzen der Erinnerung erweitern«

Argentinien hat von Israel die Präsidentschaft der International Holocaust Remembrance Alliance übernommen. In der Botschaft des südamerikanischen Landes wurde das mit einer Zeremonie gefeiert

 26.03.2026

Nahost

Israels Kriegsstrategie gegenüber Iran und der Hisbollah

Israels Armee greift Irans Führung unerbittlich an. Es gibt jedoch warnende Stimmen: Die gezielten Tötungen von Anführern könnten das System noch radikaler machen. Welche Ziele verfolgt Israel?

von Sara Lemel  19.03.2026

Forschung

Ukraine öffnet Archiv über KZ-Häftlinge

Mitten im Krieg mit Russland öffnet die Ukraine historische Geheimarchive. Für Forschende über die NS-Zeit und die Sowjetische Besatzungszone soll der Zugang erleichtert werden

 11.03.2026

Jerusalem

Wadephul: Iranische Waffen gefährden »nicht nur Israel, sondern auch uns in Europa«

Bei seinem Besuch bei seinem Amtskollegen Gideon Sa’ar sei es auch um diese Frage gegangen: Wie kann dieser Konflikt irgendwann beendet werden, wenn man dem Iran die entscheidenden Waffen aus der Hand geschlagen hat?»

 11.03.2026