Dieter Graumann

»Die Botschaft ist angekommen«

Herr Graumann, Sie haben Israel mit einer
Delegation des European Jewish Congress
besucht (vgl. S.4). Warum?
graumann: Es war eine Solidaritätsreise.
Wir wollten zeigen, daß die europäischen Juden
an Israels Seite stehen. Daß unsere Solidarität
auch in schweren Zeiten ungebrochen ist.
Ist die Botschaft auch angekommen?
graumann: Es passiert nicht jeden Tag, daß
ranghohe Vertreter jüdischer Organisationen,
vor allem Präsidenten und Vizepräsidenten,
aus 24 Ländern nach Israel kommen.
Die Reise ist auch deshalb bemerkenswert,
weil sie innerhalb weniger Tage organisiert
werden konnte. Das zeugt von hohem Engagement
und wurde in Israel auch entsprechend
gewürdigt. Deshalb denke ich, daß unsere
Botschaft sehr deutlich angekommen ist.
Darüber bin ich froh.
Sie sind mit der gesamten Regierungsspitze
zusammengekommen. Welchen
Eindruck haben Sie gewonnen?
graumann: Die israelische Regierung will
entschlossen handeln. Das hat Ministerpräsident
Ehud Olmert uns gegenüber mit für ihn
ungewöhnlich harten Worten deutlich gemacht.
Auch Verteidigungsminister Amir Peretz
bekräftigte Israels Standhaftigkeit.
Gleichzeitig aber hält Israel an seiner Friedenspolitik
fest. Das hat uns Vizepremier
Schimon Peres ausdrücklich zugesichert. Er
geht immer noch davon aus, daß Israel Frieden
mit all seinen Nachbarn schließen werde,
genauso wie es Frieden mit Ägypten und Jordanien
geschlossen hat. Es werde allenfalls
länger dauern als ursprünglich erhofft.
Außenministerin Zipi Liwni hat die israelische
Position auf besonders überzeugende
Weise vertreten. Wir haben aber nicht nur
entschlossene Politiker, sondern auch die eindrucksvolle
Geschlossenheit der israelischen
Gesellschaft angesichts der Bedrohung erlebt.
Israel braucht die Solidarität europäischer
Juden nicht nur bei einem Besuch,
sondern auch und gerade an der außenpolitischen
Front. Was werden Sie nach
Ihrer Rückkehr nach Deutschland in dieser
Hinsicht tun?
graumann: Wir alle waren schon vor dem
Besuch hundertprozentig motiviert, Israel
bei der Verteidigung seiner Positionen zu
helfen. In diesem Sinne wird sich der Zentralrat
weiterhin für Israel einsetzen, allenfalls
mit noch mehr Schwung.

Mit dem Vizepräsidenten des Zentralrats sprach Wladimir Struminski.

Brandenburg

»Was soll der Scheiß?«: Nach Brandanschlag - Büttner übt scharfe Kritik an Linken-Spitze

Die Hintergründe

 10.01.2026

Antisemitismus

Die kruden Thesen eines AfD-Abgeordneten

Ein AfD-Parlamentarier teilte einen Instagram-Post, in dem die Rothschild-Familie mit dem Untergang der »Titanic« 1912 in Verbindung gebracht wird

 08.01.2026

Brandenburg

Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen nach Anschlag auf Büttner

Nach dem Brandanschlag und die Morddrohung gegen den Antisemitismusbeauftragten haben die Ermittler eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro für Hinweise ausgesetzt

 07.01.2026

Potsdam

Antisemitismusbeauftragter erhöht Sicherheitsvorkehrungen

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner ist immer wieder Drohungen ausgesetzt. Nach einem Brandanschlag und einer Morddrohung per Brief verschärft er nun Sicherheitsmaßnahmen. Die Solidaritätsbekundungen für ihn reißen nicht ab

 07.01.2026

Westjordanland

Netanjahu schreibt Siedlergewalt einer »Handvoll Kids« zu

Nach Kritik der Trump-Regierung an Israels Vorgehen in der Westbank wiegelt Israels Premierminister ab - und zieht noch mehr Kritik auf sich

 01.01.2026

Israel

Israel führt Gedenktag für marokkanische Juden ein

Die Knesset hat beschlossen, einen Tag zur Erinnerung an die marokkanisch-jüdische Einwanderung zu schaffen

 31.12.2025

Gaza

37 Hilfsorganisationen in Gaza und im Westjordanland droht Lizenz-Entzug

Israel will sich vor Terrorverbindungen in Hilfsorganisationen schützen. Die Einrichtungen warnen vor humanitären Konsequenzen

 31.12.2025

Bulletin

Terrorangriff in Sydney: 20 Verletzte weiter im Krankenhaus

Fünf Patienten befinden sich nach Angaben der Gesundheitsbehörden in kritischem Zustand

 17.12.2025

Terror

Polizei: 9 Tote bei Angriff in Sydney

Was bislang bekannt ist - und was nicht

 14.12.2025