Kurzurlaub

Bush-Ferien

Die Flaggen wehen noch im Wind dieses bitterkalten Sonntags. Abwechselnd das Jerusalemer Wappen und die berühmten Stars and Stripes. Der mächtigste Mann der Welt hat seine dreitägige Israelvisite beendet – und die Jerusalemer kehren zu-
rück zur Normalität.
Zwar sind die Menschen hier ans Verkehrschaos gewöhnt, kennen verdunkelte Limousinen, in denen VIPs mit Polizei-eskorten von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten rasen, doch der Besuch des US-Präsidenten stellte alles bisher Dagewesene in den Schatten. Selbst für abgeklärte Sicherheitsexperten eine Herausforderung. So sagte Flughafenchef Zeev Sarig: »Wenn sich die Tür der Airforce One öffnet, muss alles laufen wie ein Schweizer Uhrwerk.«
Und es lief. Dafür sorgten mehr als 10.500 Polizisten und Sicherheitsleute, die überall positioniert waren. Vor allem um das King-David-Hotel in der gleichnamigen Straße. Nur ein paar Ecken weiter wohnt Vered Cohen. Eigentlich. Die junge Marketingexpertin flüchtete am Abend vor dem Mega-Politereignis zu ihren El-
tern nach Tel Aviv. »Schon Tage vorher wurde alles in eine Hochsicherheitszone verwandelt. Ich brauchte schrecklich lange, um ins Büro und abends wieder zu-
rückzukommen und wusste, dass es unerträglich werden würde. Um mir das zu ersparen, habe ich mir kurzfristig Urlaub genommen.«
Bush-Ferien für die Hauptstädter. Doch nicht nur Straßensperren, Sicherheitschecks und stundenlange Staus brachte George Bush mit sich. Auch außergewöhnlich saubere Straßen, reparierte Laternen und frisch getünchte Wände. Fast eine halbe Million Dollar machte die Verwaltung locker, Extrateams der Straßenreinigung arbeiteten rund um die Uhr, um die Stadt rechtzeitig im Festgewand zu präsentieren.
Michael Rosen, amerikanischer Ruck-
sacktourist, war kurz vor der Landung des Präsidenten in einem der wenigen Hotels mit freien Zimmern untergekommen und freute sich: »Ich habe den riesigen Konvoi ein paar Mal gesehen, das war schon etwas Besonderes.« Richtig aufregend aber fand Rosen seinen Abstecher nach Bethlehem, wo er vor der Geburtskirche nicht nur ei-
nen kurzen Blick auf getönte Scheiben, sondern auf den US-Präsidenten höchstpersönlich werfen konnte.
So viel Glück hatte Elie Kouz nicht. Dennoch ist der Keramikhändler an der Christian Quarter Road zufrieden. »Ich habe ihn nur im Fernsehen gesehen, aber bin glücklich, dass er endlich hier war.« Dabei hat auch Kouz sein Geschäft in den Gassen der Altstadt, das normalerweise von Montag bis Samstag geöffnet ist, an den drei Tagen geschlossen. »Es wäre oh-
nehin niemand gekommen«, ist er sicher. »Ja, ein finanzieller Verlust ist es, aber ich war gern bereit dazu, denn jetzt kann ich hoffen, dass der Frieden einen Schritt vorangekommen ist.« Außerdem, so Kouz, »hat sich meine Frau gefreut, dass der Ehemann einmal zu Hause war«.
Vor dieser Reise lag der letzte Besuch eines amerikanischen Präsidenten mit Bill Clinton bereits zehn Jahre zurück. Doch wenn die Jerusalemer denken, bis zur nächsten Abriegelung ihrer Stadt wird es noch einmal eine Dekade dauern, haben sie sich getäuscht: Bush hat die Einladung zu Israels 60-Jahrfeier im Mai mit Freude angenommen. Sabine Brandes

Washington D.C.

USA wollen Saudi-Arabien 48 moderne F-35-Kampfjets verkaufen

Die Tarnkappenjets gelten als die aktuell modernsten Kampfflugzeuge. Im Nahen Osten waren sie bislang dem US-Verbündeten Israel vorbehalten. Nun zeichnet sich ein geplanter Deal mit Saudi-Arabien ab

 18.09.2026

Magdeburg

AfD will FPÖ-Erfahrungen in Sachsen-Anhalt nutzen

»Von den politischen Erfahrungen der FPÖ können wir sicherlich profitieren«, sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion

 18.09.2026

Kolumne

Fastenkurse im Bordbistro

Wieder mal Spaß gehabt mit der Deutschen Bahn: Über die Katastrophe eines Weltkonzerns

von Maria Ossowski  16.09.2026

Sachsen-Anhalt

BSW will AfD-Landtagspräsidenten mitwählen

Bundesweit ist es der AfD noch nie gelungen, das Amt eines Parlamentspräsidenten zu übernehmen – auch wenn sie die stärkste Partei war. Das könnte sich in Sachsen-Anhalt jetzt ändern

 08.09.2026

Bayern

Innenminister Herrmann geht von Brandanschlägen auf Rüstungsunternehmen aus

Nach einer Brandattacke auf eine Münchner Baustelle geht Bayerns Innenminister Herrmann von einem Anschlag mit politischem Hintergrund aus - und sieht ein größer werdendes Risiko

 03.09.2026

Berlin

Chabad-Gemeinde feiert 30-jähriges Bestehen

Musik, Street-Food und ein Festakt: Die jüdische Chabad-Gemeinde in Berlin hat ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Dabei gab es auch einen virtuellen Ausblick auf ein großes Bauprojekt, das nächstes Jahr starten soll

 30.08.2026

Westjordanland

Auslandspresseverband in Israel fordert Schutz für Journalisten

Gewalttätige Siedler attackieren US-Journalisten im Westjordanland – der Auslandspresseverband warnt vor einem gefährlichen Trend

 30.08.2026

Antisemitismus

Ire in Frankreich verhaftet, nachdem er gedroht hatte, jüdisches Paar zu ermorden

Nachdem der Australier und seine Frau aus dem Tunesien-Urlaub zurück waren, gingen sie zur Polizei

 27.08.2026

Desinformation

Was steckt hinter dem International Burke Institute?

Die KI-Firma OpenAI hat nach eigenen Angaben eine verdeckte russische Beeinflussungskampagne aufgedeckt, die sich als israelisch inszeniert haben soll

 26.08.2026