Erinnerung

Buchenwald und Mittelbau-Dora: 14 Überlebende beim Gedenken

Das Tor des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald Foto: picture alliance/dpa

Zum diesjährigen Gedenken an die Befreiung der Thüringer Konzentrationslager steht das Leiden der Sinti und Roma im Mittelpunkt der Erinnerung. So werde Romani Rose vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma am Sonntag die Hauptrede anlässlich des 78. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald halten, kündigte Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner am Donnerstag in Weimar an. Bereits für Samstag lade die Stiftung zu einem öffentlichen Rundgang zur Opfergeschichte dieser Häftlingsgruppe auf den Ettersberg bei Weimar ein.

Sowohl Weimar als auch Mittelbau-Dora spiele neben Bergen-Belsen eine zentrale Rolle in der Erinnerungskultur der Sinti und Roma, sagte Wagner. Allein nach Buchenwald sind laut der dortigen Gedenkstätte rund 3500 Sinti und Roma verschleppt worden, manche von ihnen bereits vor dem Beginn des Zweiten Weltkriegs. Aufgrund ihrer nicht sesshaften Lebensweise seien sie als sogenannte Asoziale verhaftet worden.

Kindergefangene Zum Jahrestag der Befreiung der Thüringer Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora würden insgesamt 14 Überlebende erwartet. Meist handele es sich um ehemalige jüdische Gefangene, die aus Israel nach Weimar kämen. Viele von ihnen seien damals Kindergefangene gewesen.

Wie im Vorjahr sei auch 2023 ein Jahrestag unter besonderen Bedingungen, sagte Wagner. In Europa tobe seit Februar 2022 ein Krieg, der Überlebende wieder massiv und real mit dem Tod bedrohe: »Diese Entwicklung ist um so tragischer, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass damals ukrainische, russische und belarussische Häftlinge gemeinsam unter dem SS-Terror gelitten haben.« Ein Drittel der Opfer in den Thüringer Lagern seien sowjetische Häftlinge gewesen.

Weiterhin nicht willkommen bei den Gedenkveranstaltungen seien daher auch 2023 diplomatische Vertreter aus Russland und Belarus. Diese Ablehnung betreffe nicht die Opfer aus diesen Ländern, betonte Wagner. Die Stiftung werde für diese im Rahmen der Veranstaltungen Kränze niederlegen. Zudem werde es den Botschaften gestattet, abseits der öffentlichen Feierlichkeiten die Opfer ihrer Länder vor Ort zu ehren.

Gedenktafel Eingebettet ist das Gedenken in Buchenwald und Mittelbau-Dora nach Angaben der Stiftung in eine Abfolge von 17 Vorträgen, Kolloquien, Ausstellungen und Zeitzeugengespräche rund um die historischen Tage der Befreiung. Zudem werde am Sonntag eine Gedenktafel für die US-Army enthüllt. Sie würdige die Leistungen der Befreier in der Zeit nach dem 11. April 1945, als tausende völlig entkräftetet Überlebende von den US-Soldaten medizinisch versorgt und ernährt wurden.

Das KZ Buchenwald wurde am 11. April 1945 von US-Truppen und den Häftlingen selbst befreit. 21.000 Häftlinge erlebten an diesem Tag ihre Befreiung, unter ihnen über 900 Kinder und Jugendliche.

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