Gasa-Feldzug

Bloggen und hacken

Es geht um authentische Informationen. Die Weltöffentlichkeit will schließlich wissen, was im Gasastreifen wirklich los ist. Am meisten entsprechen diesem Bedürfnis, so scheint es, Weblogs. Die Tagebücher im Internet vermitteln schnell notierte Eindrücke, häufig verbunden mit Fotos oder Videos. Sie wirken wie persönliche Botschaften.
Die Kanadierin Eva Bartlett, die sich als Menschenrechtsaktivistin versteht und sich im Gasastreifen aufhält, bloggt mit großem Erfolg täglich. Geschichten aus dem Alltag, dazu Bilder von verwundeten Kindern, das rührt an (ingaza.wordpress. com). Populär ist auch der Blog von Laila El-Haddad, einer in den USA lebenden Journalistin, die täglich mit ihrer Familie im Gasastreifen telefoniert und deren Erlebnisse in ihrem Blog »Eine Mutter aus Gasa« schildert (a-mother-from-gaza.blogspot.com).
Auch auf israelischer Seite wird gebloggt. Deutschsprachig beispielsweise die aus der Schweiz stammende Ruth Fink-Bracha in Beer Schewa (beer7.wordpress. com). Sie berichtet eindrücklich vom Alltag in der Stadt, die zum Ziel von Raketen wurde.
Ob alle Blogs wirklich private Meinungsäußerungen sind, lässt sich nicht in jedem Fall ermitteln. Viele Blogger bleiben anonym. In keinem Fall jedoch gehorchen Blogs den Standards journalistischer Sorgfaltspflicht, sind also nicht nachprüfbar.
Ähnlich wie Blogs wirken Videos, die ins Internet gestellt werden, beispielsweise bei YouTube. Gibt man dort Suchwörter wie »Gasa« oder »Gaza« ein, findet man unzählige verwackelte Kurzvideos, die Kriegsleid zeigen: Männer, die verwundete Kinder aus einem Auto ins Krankenhaus tragen.
Neu am aktuellen Gasa-Konflikt ist, dass die israelische Armee sich bewusst YouTube bedient (www.youtube.com/user/idfnadesk). Sie stellt Videos ein, die beweisen sollen, dass sie gezielt gegen Terroristen vorgeht. Der Erfolg ist fragwürdig: Zu einem Video, das nach IDF-Angaben zeigt, wie Männer Kassamraketen verladen, wird von anderer Seite verbreitet, es handele sich um Sauerstoffflaschen. Nachprüfbar ist nichts.
Seitens der Hamas gibt es bislang keine Bemühungen, das Internet für eigene Zwecke zu nutzen. Die Website der Hamas ist so gut wie nie aufrufbar. Wenn man mal durchkommt, liest man die übliche Hassrhetorik: »zionistische Desinformation« »jüdischer Nazismus«, »israelischer Holocaust in Gasa«. Es gibt Informationen, wonach die Hamas Computerspezialisten bezahlte, um eine größere Zahl an isra-
elischen Websites, also solche, die die Endung .il führen, zu hacken.
Der einzige nennenswerte Einsatz neuer Technologie, den die Hamas bislang nachweisbar zustande brachte, war eine Massen-SMS an viele Israelis, die eine Drohung enthielt. Der Sprecher eines »Volkswiderstandskomitees«, Abu Abir, sagte: »SMS-Botschaften sind nur ein Teil der Überraschungen, die wir haben. Ihr werdet staunen über unsere militärischen und technischen Fähigkeiten.« Noch wartet die Community auf den Beweis: Außer einer »Demonstration« ägyptischer Islamisten in der virtuellen Welt »Second Life« ist noch nicht viel zu besichtigen.

Deutscher Koordinierungsrat

Orthodoxer ins Präsidium

Rabbinerkonferenz plädiert für stärkere Verankerung im interreligiösen Dialog

 12.05.2021

Berlin

So viele rechts motivierte Straftaten wie noch nie

Trotz der Kontaktbeschränkungen nehmen 2020 die ideologisch und rassistisch motivierten Gewalttaten zu

 04.05.2021

Bochum

Abraham Lehrer im Instagram-Live-Gespräch

Der Vizepräsident des Zentralrats der Juden spricht über die Schüsse auf die Bochumer Synagoge

 04.05.2021

Bundestag

Zentralrat fordert schnelle Einführung von Härtefallfonds

Jüdische Zuwanderer sollen möglichst schnell bei der Rente besser gestellt werden, so Josef Schuster in einer Anhörung

 12.04.2021

Bundesrat

Bessere Renten für jüdische Zuwanderer gefordert

Länderkammer appelliert an Bundesregierung, schnellere Lösungen zu finden

 12.02.2021

Corona-Geimpfte

Israel und Griechenland planen Reise-Korridor

Basis der Abmachung soll die gegenseitige Anerkennung sogenannter Grüner Impfpässe sein

 08.02.2021

Archäologie

Des Königs alte Kleider

Purpurfarbene Stoffreste aus der frühen Eisenzeit in Timna entdeckt

von Sabine Brandes  29.01.2021

Vereinte Nationen

Videos mit explizitem Inhalt in der Kritik

»Schockiert und tief verstört«: UN-Chef Guterres kündigt rasche und eingehende Ermittlungen an

von Michael Thaidigsmann  28.06.2020

Österreich

Ministerin vergleicht Schoa mit Unfalltod ihres Großvaters

Dabei gilt Karoline Edtstadler eigentlich als verlässliche Partnerin der jüdischen Gemeinschaft

von Michael Thaidigsmann  25.06.2020