Alfred-Dreyfus-Preis

Beispielhafte Erinnerung

Beispielhafte Erinnerung
Staatssekretär
Christian Schmidt erhält
Alfred-Dreyfus-Preis

Mit der Verleihung des Alfred-Dreyfus-Preises an Christian Schmidt würdigte der Bund jüdischer Soldaten/Reichsbund jüdischer Frontsoldaten (BjS/RjF) Ende November das langjährige Wirken, beispielhafte Engagement sowie zukunftsorien- tierte Eintreten für die berechtigten Interessen jüdischer Bundeswehr-Angehöriger des Parlamentarischen Staatssekretärs im Verteidigungsministerium. So sei der 52-jährige Verteidigungsexperte »ein Mann der Tat«, wie der Ehrenvorsitzende des BjS/RjF, Michael Fürst, in der Feierstunde in Berlin hervorhob.
Fürst, der in den späten 60ern der erste Jude bei der Bundeswehr war, betonte, dass Schmidt in beispielhafter Art und Weise Erinnerungs- und Gedenkarbeit geleistet habe, »während andere gerne über das deutsch-jüdische Verhältnis reden«. So zielte Schmidts Eintreten für die Belange jüdischer Soldaten nicht nur auf Fragen gesellschaftlicher Gleichstellung ab, sondern nährte auch die Hoffnung, »das Vertrauen der jüdischen Bevölkerung in den deutschen Staat als solches weiter zu stärken«. Dies habe dazu geführt, dass Juden nun vermehrt Wehrdienst leisten oder sich für den Soldatenberuf entscheiden, stellte Fürst fest.
Auch der BjS/RjF-Bundesvorsitzende, Michael Berger, Hauptmann am Militärgeschichtlichen Forschungsamt Potsdam, lobte Schmidts wegweisenden Einsatz für das deutsch-jüdische Verhältnis.
Mit dem neu zum 150. Geburtstag des Namensgebers gestifteten Preis erinnert der BjS/RjF an die so genannte Dreyfus-Affäre, die in Frankreich zu Ende des 19. Jahrhunderts für heftige Kontroversen sorgte. Damals wurde der jüdische Hauptmann Alfred Dreyfus schuldlos als Verräter verurteilt. Erst Jahre später wurde der Prozess als antisemitischer Justizskandal entlarvt und endete mit der Rehabilitierung des Offiziers. Volker Schubert

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