München

Ausstellung im Justizpalast erinnert an Opfer der NS-Justiz

Ein Strauß weißer Rosen steht im Justizpalast in München, in einer früheren Version der Ausstellung »Willkür ‚im Namen des Deutschen Volkes« (2007). Foto: picture-alliance/ dpa

80 Jahre nach der Verurteilung der Widerstandskämpfer der Weißen Rose wird fortan die Ausstellung »Willkür im Namen des Deutschen Volkes« im Münchner Justizpalast an die Zerstörung des Rechtsstaats in der NS-Zeit erinnern. »Die Nationalsozialisten haben ab 1933 den Rechtsstaat systematisch ausgehöhlt, um ihre Macht und ihre menschenverachtende Ideologie durchzusetzen und politische Gegner auszuschalten«, erläuterte Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU). »Mit der neuen Ausstellung halten wir die Erinnerung an ihre Schicksale wach und zeigen, wohin es führt, wenn Unrecht anstelle des Rechts tritt.«

Die Widerstandskämpfer Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst, Alexander Schmorell, Willi Graf und Kurt Huber waren in zwei separaten Schauprozessen am 22. Februar und am 19. April 1943 im Münchner Justizpalast zum Tode verurteilt worden. Künftig sollen daran unter anderem deformierte Informationstafeln aus Stahl erinnern, die in der Mitte des historischen Gerichtssaals die Zertrümmerung des Rechts symbolisieren.

Unrecht Neben der Darstellung, wie die NS-Diktatur den Rechtsstaat präzise ausgehöhlt und zu einem Instrument zur Ausschaltung politischer Gegner gemacht hat, befasst sich die Ausstellung nach Angaben des Justizministeriums auch mit dem Wiederaufbau von Rechtsstaat und Demokratie sowie dem Umgang mit dem NS-Justizunrecht nach 1945.

Die Dauerausstellung ist eine Neukonzeption der bereits seit 2007 bestehenden Ausstellung im Saal 253, in dem im April 1943 der zweite Prozess gegen insgesamt 14 Angeklagte der Weißen Rose stattfand. Der Freundeskreis um die jungen Studenten Hans Scholl und Alexander Schmorell hatte die deutsche Bevölkerung mit Flugblättern zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus aufgerufen.

Die Ausstellung, die in enger Abstimmung mit der »Weiße Rose Stiftung« erarbeitet wurde, wurde am Dienstag der Presse vorgestellt, sollte am Mittwoch mit einem Festakt feierlich eröffnet werden und ist von Donnerstag an öffentlich zugänglich. Interessierte können sie wochentags von 9.00 bis 15.00 Uhr, freitags bis 14.00 Uhr besuchen. dpa

New York

Trump ruft Staaten zu Austritt aus Strafgerichtshof auf

Die USA erkennen den IStGH nicht an, der unter anderem gegen Israels Ministerpräsidenten Netanjahu einen Haftbefehl erlassen hat. Jetzt legt der amerikanische Präsident nach

 23.09.2026

Sanktionen

Iran will weiter internationale Ziele anfliegen

Ab Mittwoch sollen iranische Airlines nach Worten der US-Regierung internationale Ziele nicht mehr anfliegen können. Die zivile Luftfahrtbehörde in Teheran widerspricht

 23.09.2026

Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin

Berlin

Gideon Joffe: »Mit Elif Eralp wird Geis zur Gärtnerin gemacht«

Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde mahnt, dass die Hauptstadt vor massiven Herausforderungen stehe

 22.09.2026

Washington D.C.

USA wollen Saudi-Arabien 48 moderne F-35-Kampfjets verkaufen

Die Tarnkappenjets gelten als die aktuell modernsten Kampfflugzeuge. Im Nahen Osten waren sie bislang dem US-Verbündeten Israel vorbehalten. Nun zeichnet sich ein geplanter Deal mit Saudi-Arabien ab

 18.09.2026

Magdeburg

AfD will FPÖ-Erfahrungen in Sachsen-Anhalt nutzen

»Von den politischen Erfahrungen der FPÖ können wir sicherlich profitieren«, sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion

 18.09.2026

Kolumne

Fastenkurse im Bordbistro

Wieder mal Spaß gehabt mit der Deutschen Bahn: Über die Katastrophe eines Weltkonzerns

von Maria Ossowski  16.09.2026

Sachsen-Anhalt

BSW will AfD-Landtagspräsidenten mitwählen

Bundesweit ist es der AfD noch nie gelungen, das Amt eines Parlamentspräsidenten zu übernehmen – auch wenn sie die stärkste Partei war. Das könnte sich in Sachsen-Anhalt jetzt ändern

 08.09.2026

Bayern

Innenminister Herrmann geht von Brandanschlägen auf Rüstungsunternehmen aus

Nach einer Brandattacke auf eine Münchner Baustelle geht Bayerns Innenminister Herrmann von einem Anschlag mit politischem Hintergrund aus - und sieht ein größer werdendes Risiko

 03.09.2026

Berlin

Chabad-Gemeinde feiert 30-jähriges Bestehen

Musik, Street-Food und ein Festakt: Die jüdische Chabad-Gemeinde in Berlin hat ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Dabei gab es auch einen virtuellen Ausblick auf ein großes Bauprojekt, das nächstes Jahr starten soll

 30.08.2026