Sinai-Schule

ABC am Jakobsplatz

von Miryam Gümbel

Hell, freundlich und mit viel Platz – so präsentieren sich die neuen Räume der Sinai-Schule im Gemeindezentrum am Jakobsplatz. Zu Informationsabenden haben sich in den zurückliegenden Tagen die Eltern der Kinder getroffen, die hier ab Herbst die neue Großzügigkeit genießen. Für jede Jahrgangsstufe war ein eigener Termin anberaumt.
Die Weiträumigkeit der neuen Räume war schon in der Aula zu spüren, in der sich Eltern, Lehrer, Mitglieder des Elternbeirats und die zuständigen Verantwortlichen der IKG trafen. Bei aller emotionalen Bindung an die vertraute kleine Bogenhausener Villa erfasste die Anwesenden erst einmal bewunderndes Staunen. Allein in die Aula passt der alte Mehrzweckraum flächenmäßig mehrfach hinein.
Die Begeisterung ließ sich noch steigern: Architektin Rena Wandel-Hoefer persönlich führte die Gruppen durch die für die Grundschule relevanten Räume. Die helle Holzvertäfelung, die das ganze Gemeindezentrum prägt, gibt auch der Schule ihren freundlichen Rahmen. Ausgestaltet sind die Schulzimmer durchdacht mit Schränken, Fächern und Regalen an der Wand. Die Schulbänke – Tische und Stühle – sind zwar noch nicht geliefert. Doch auch sie entsprechen modernsten Anforderungen. So sind sie alle individuell höhenverstellbar, um der unterschiedlichen Größe der Mädchen und Buben angepasst werden zu können, wie Rena Wandel-Hoefer betonte. Nur der Bastel- und Zeichensaal ist bereits eingerichtet. Drehhocker erlauben hier die beim Werken notwendige Rundum-Bewegungsfreiheit. Voll austoben können sich die Kinder in der großen Turnhalle, die mit allem ausgerüstet ist, was für die unterschiedlichsten Sport- und Gymnastikarten wichtig ist.
Eine riesige Freifläche bietet auch die große Terrasse. Eine Besonderheit hier ist die Bodenheizung, die die Fläche unter anderem schneefrei hält, wie es auch bei Stadien üblich ist. Für die IKG ist das allerdings weniger Luxus als Ausgleich für die Tatsache, dass diese Dachterrasse Freiflächen außerhalb des Gebäudes, wie sie bei anderen Schulen üblich sind, ersetzen muss.
Begeisterung rief bei den Eltern auch die Mensa hervor, die vom neuen Gemeinde-
restaurant »Fleming’s« aus betreut wird. Keine Spur von Saalcharakter ist hier zu finden, vielmehr sind es zwei überschaubare Räume zu beiden Seiten der Essensausgabeblocks. Jeden Tag gibt es hier ein warmes Essen. Auf die Elternfrage, dass das mitgebrachte »Pausenbrot« ja auf milchig oder fleischig abgestimmt sein müsse, wurde ein Wochenplan für das Tagesmenü als Anregung aufgenommen.
Die Voraussetzungen für ein positives Schulumfeld sind also voll gegeben. Auf einer der Schülerarbeiten in der Aula steht ein Zitat von Erasmus von Rotterdam: »Nichts gräbt sich tiefer in Herzen ein und haftet beharrlicher darin als Kindheitseindrücke.« IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch drückte das mit Blick auf die neue Schule so aus: »Nur wenn man Freude hat, kann man auch Leistung bringen!«
Das Konzept einer Ganztagsschule soll ein wichtiger Beitrag dazu sein. Schulleiterin Antonia Ungar erläuterte den Eltern gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Petra Gerstl das Konzept der als jüdische Konfessionsschule geführten staatlich anerkannten Grundschule. Der bayerische Lehrplan wird eingehalten, die Kinder lernen und leben in einer jüdischen Atmosphäre. Die Fächer Jüdische Religion und Hebräisch sind in den Stundenplan integriert und ein Bestandteil des täglichen Unterrichts. Dabei steht die Schule auch nichtjüdischen Kindern offen.
Das Konzept einer Ganztagsschule bringt dabei eine ganze Menge an Vorteilen, wie sie auch in der Fragerunde angesprochen wurden, die Isabella Kaspi vom Vorstand der IKG leitete. Neben dem gerade für berufstätige Eltern so wichtigen Faktor einer Betreuung haben die Kinder keinerlei schriftliche Arbeiten mehr zu Hause zu erledigen, wie Schulleiterin Antonia Ungar betonte. Eine gezielte Förderung am Nachmittag soll zudem helfen, mögliche Schwächen zu erkennen und auszugleichen.
Darüber hinaus wird es Neigungskurse geben, möglicherweise auch in Verbindung mit der Arbeit des Jugendzentrums. Angedacht sind ein erweiterter Sportunterricht, Tanz und Bewegung, Schulspiel und Musik.

Die Einschreibung für die ersten Klassen findet am Montag, 26. März, von 8 bis 13 Uhr in den Räumen der Sinai-Schule statt. Schulpflichtig werden Kinder, die in der Zeit vom 1. September 2000 bis 30. September 2001 geboren sind.

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