WIZO

1, 2, 3 – meins

1, 2, 3 – meins

WIZO lädt zur Kunstauktion

von Evelyn Köhler

Spannend wird es am kommenden Sonntag im Jüdischen Museum, wenn Auktionator Hans Peter Plettner 32 Exponate unter den Hammer bringt. Ölgemälde, Kolla- gen, Siebdrucke, Skulpturen und andere Stücke sind bei der Kunstauktion der jüdischen Frauenorganisation WIZO (Women’s International Zionist Organization) im Angebot. Der Erlös kommt dem maroden Jugendklub Kiryat Hanoar im israelischen Kiryat Schmona zugute. Zur Benefiz-Versteigerung haben sich zahlreiche Sponsoren von ihren Lieblingsstücken getrennt.
Eine von ihnen ist Malerin Annette Schultze, die ihr »Brotsteinfeld« für die gute Sache zur Verfügung stellt. »Das Bild ist ein Unikat, das ich am liebsten für immer behalten hätte. Es versinnbildlicht Brot, Steine, Erde – das, was uns ernährt, was hart macht, woher wir kommen, wohin wir gehen werden.« Für das Bild hat die Künstlerin nur Naturmaterialien verwandt: Die rote Farbe ist das Ergebnis von gerosteter Stahlwolle, die mit Essig gelöst wird. Die Scheiben sind Abdrücke von Brot, die mit Gold und Schwarz auf Büttenpapier gepreßt wurden. Warum sich Annette Schultze für die WIZO engagiert? »Durch ein Buch über Anne Frank bekam ich als junges Mädchen den ersten Einblick ins Judentum. Das Thema hat mich fasziniert und nicht mehr losgelassen. Wenn ich mit dem Wert eines Bildes helfen kann, in Israel Not zu lindern, bin ich natürlich von Herzen dabei.«
Alexander Friedmann-Hahn ist Galerist – er eröffnete vor wenigen Tagen seinen Kunst-Showroom in der Mommsenstraße – und gleichzeitig Maler, der jedoch nie Kunstunterricht bekam. »Ich stifte eine Nackte, einen Akt, auf hellblauer Leinwand. Ich finde das Motiv einfach schön, ästhetisch – ein Bild, das zur Lebensfreude beiträgt, das man sich ein Leben lang gern anschaut.« Der Autodidakt, der schon vor dem Abitur sein eigenes Atelier hatte, sagt: »Ich male positivistisch – das Leben ist hart genug, ich will an Genuß, Spaß, Schönheit erinnern.« Zu seiner Motivation, die Wohltätigkeits-Auktion zu unterstützen, sagt Alexander Friedmann-Hahn: »Ich bin ein hedonistischer, liberaler Jude mit großer Leidenschaft für Israel. Ich gebe meine Nackte gern für die WIZO, auch wenn es dem Künstlerherzen weh tut.«
Nina Hoffmann hat für die Versteigerung das Porträt eines Jungen ausgesucht: ein verletzliches Gesicht, ein trauriger Blick. Die arrivierte Malerin aus Zagreb, die vor fast 30 Jahren nach Berlin kam, malt mit Hingabe Kinder und Jugendliche. »Die Kleinen sind vom Leben noch kaum berührt, haben hinter ihrer fröhlichen, glatten Fassade trotzdem schon ihr eigenes Ich, das ich ergründen möchte.« Nina Hoffmann ist selbst Mutter einer Tochter. Als WIZO-Vorstandsmitglied Annie Karolinski-Donig sie um ein Bild für die Versteigerung bat, hat sie spontan zugesagt: »Es macht mir Freude, wenn ich mit diesem Beitrag Kindern helfen kann.«

Die WIZO-Kunstauktion im Jüdischen Museum Berlin, Lindenstraße 9-14, beginnt am Sonntag, 26. März, um 19 Uhr. Eine Vorbesichtigung der Objekte ist ab 17 Uhr möglich.

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