Syrien

Vermeintlicher Angriff auf Giftgasanlage

Nachbarland legt Beschwerde bei UN ein – Keine Erklärung aus Jerusalem

Aktualisiert am 08.09.2017, 12:01 – von Sabine BrandesSabine Brandes

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Syrische Medien berichten, israelische Kampfjets hätten eine Militäreinrichtung in Syrien beschossen. Nach amerikanischen Angaben soll es sich bei dem »Scientific Studies and Research Center« um eine Einrichtung der Regierung von Baschar al-Assad handeln, die für die Produktion chemischer Waffen verantwortlich ist. Jerusalem bestätigte keinen Angriff, Syrien legte Beschwerde bei den Vereinten Nationen ein.

In der Nacht von Donnerstag sollen angeblich israelische Jets über den Luftraum des Libanon in Richtung Syrien geflogen sein, die anschließend das Ziel in der Stadt Masyaf ins Visier genommen hätten. Angeblich wurden dabei zwei Soldaten getötet. Die Anlage sei schwer beschädigt worden. Es war der erste vermeintliche Angriff seit dem Waffenstillstandsabkommen, das die USA und Russland im Juli ausgehandelt hatten.

Guterres
Das syrische Außenministerium schrieb daraufhin einen Brief an den Generaldirektor des Sicherheitsrates der UN, António Guterres, und protestierte gegen »Israels unverminderte Aggression gegen Syrien und die Unterstützung des Terrors, um die Moral des Islamischen Staates zu stärken«. Syrien stellt sich gern als Kämpfer gegen den Terrorismus dar und beschuldigt Jerusalem, »IS und andere extremistische Gruppen zu unterstützen.«

Während die Regierung in Jerusalem einen Angriff weder bestätigte noch bestritt, äußerte sich Verteidigungsminister Avigdor Lieberman im Anschluss an den Beschuss im nationalen Radio nur vage, dass Israel alles tun werde, »um einen schiitischen Korridor vom Iran bis nach Damaskus zu verhindern«. Auf die Frage zu dem Angriff auf die Waffenanlage meinte er nur knapp, er sei kein Analyst in Sachen Syrien.

Iran Auch der Chef des militärischen Geheimdienstes, Herzl Halevi, blieb unverbindlich: »Wir reagieren auf Gefahren von nah und fern. Die Bedrohungen gegen Israel stammen von militanten Gruppen, die meisten von ihnen werden vom Iran gestärkt und finanziert. Es handelt sich um schwerwiegende Gefahren, aber keine existentiellen.« Politische Kommentatoren befürchten, dass die Möglichkeit einer Vergeltung durch Assad bestehe.

Premierminister Benjamin Netanjahu bereitet derweil seine Reise nächste Woche nach Lateinamerika – die erste eines amtierenden israelischen Regierungschefs – und in die USA vor. Am 19. September wird er vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen sprechen.

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