Josef Schuster hat sich entschlossen, für eine weitere Amtszeit als Präsident des Zentralrats der Juden zu kandideren. Er wolle weiter dazu beitragen, dass sich jüdisches Leben in Deutschland trotz zahlreicher widriger Umstände »stark
zeigt«, wie er der »Main-Post« am Dienstag mitteilte. Der 72-jährige Internist steht seit 2014 an der Spitze der Jüdischen Gemeinden in Deutschland.
Der Präsident des Zentralrats wird alle vier Jahre auf der Ratsversammlung, welche für gewöhnlich Ende November stattfindet, von einem neunköpfigen Präsidium gewählt. Die Ratsversammlung kann drei Vertreter ins Präsidium entsenden, das Direktorium des Zentralrats sechs Mitglieder. Diese wählen neben dem Präsidenten auch zwei Stellvertreter.
Die Ratsversammlung ist zuständig für alle Grundsatzfragen der jüdischen Gemeinschaft und verabschiedet den Haushalt des Zentralrats.
Josef Schuster wurde 1954 in Haifa geboren. Zwei Jahre später zog die Familie nach Unterfranken zurück, wo die Familie des Vaters bis zur Vertreibung 1938 über Generationen gelebt hatte. Schuster studierte in Würzburg Medizin und arbeitet bis heute im Notarztdienst - auch wenn er seine eigene Praxis als Internist 2020 nach knapp 30 Jahren aufgab, um sich auf seine Aufgaben als Präsident des Zentralrats zu konzentrieren.
1998 wurde Schuster erster Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Würzburg und Unterfranken - eine Position, die er bis heute innehat. Vier Jahre später wurde er zudem Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. 2010 wählte das Direktorium des Zentralrats Josef Schuster zum Vizepräsidenten und Dieter Graumann zum Präsidenten. Vier Jahre später übernahm Schuster von Graumann den Staffelstab. ja