Würzburg

Zentralratspräsident Josef Schuster kandidiert erneut

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Foto: picture alliance/dpa

Würzburg

Zentralratspräsident Josef Schuster kandidiert erneut

Der Würzburger Internist will auf der Ratsversammlung des Zentralrats der Juden am 29. November für weitere vier Jahre antreten

 20.10.2026 14:49 Uhr

Josef Schuster hat sich entschlossen, für eine weitere Amtszeit als Präsident des Zentralrats der Juden zu kandideren. Er wolle weiter dazu beitragen, dass sich jüdisches Leben in Deutschland trotz zahlreicher widriger Umstände »stark
zeigt«, wie er der »Main-Post« am Dienstag mitteilte. Der 72-jährige Internist steht seit 2014 an der Spitze der Jüdischen Gemeinden in Deutschland.

Der Präsident des Zentralrats wird alle vier Jahre auf der Ratsversammlung, welche für gewöhnlich Ende November stattfindet, von einem neunköpfigen Präsidium gewählt. Die Ratsversammlung kann drei Vertreter ins Präsidium entsenden, das Direktorium des Zentralrats sechs Mitglieder. Diese wählen neben dem Präsidenten auch zwei Stellvertreter.

Die Ratsversammlung ist zuständig für alle Grundsatzfragen der jüdischen Gemeinschaft und verabschiedet den Haushalt des Zentralrats.

Josef Schuster wurde 1954 in Haifa geboren. Zwei Jahre später zog die Familie nach Unterfranken zurück, wo die Familie des Vaters bis zur Vertreibung 1938 über Generationen gelebt hatte. Schuster studierte in Würzburg Medizin und arbeitet bis heute im Notarztdienst - auch wenn er seine eigene Praxis als Internist 2020 nach knapp 30 Jahren aufgab, um sich auf seine Aufgaben als Präsident des Zentralrats zu konzentrieren.

Lesen Sie auch

1998 wurde Schuster erster Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Würzburg und Unterfranken - eine Position, die er bis heute innehat. Vier Jahre später wurde er zudem Präsident des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern. 2010 wählte das Direktorium des Zentralrats Josef Schuster zum Vizepräsidenten und Dieter Graumann zum Präsidenten. Vier Jahre später übernahm Schuster von Graumann den Staffelstab. ja

Speyer

Nach Drohbrief: Kirchen solidarisch mit Jüdischer Gemeinde

Die beiden großen christlichen Kirchen haben Drohungen gegen die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz in Speyer verurteilt. Die Bedrohung jüdischen Lebens sei nicht hinnehmbar

 20.10.2026

Kulinarik

Koscher kochen auf höchstem Niveau

Tom Franz kreierte ein Drei-Gänge-Menü zum 20-jährigen Jubiläum der Ohel-Jakob-Synagoge

von Vivian Rosen  19.10.2026

Synagoge im sächsischen Görlitz

Görlitz

Erinnerung an das Novemberpogrom im Nationalsozialismus

Nazis und ihre Helfer zerstörten und plünderten in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 jüdische Einrichtungen, Geschäfte und Wohnungen. Juden wurden verfolgt, misshandelt und getötet

 19.10.2026

Lörrach

Tora als Zeichen der Hoffnung

Die Kultusgemeinde lässt eine historische gerettete Rolle restaurieren. Demnächst wird sie im Landtag vollendet

von Christine Schmitt  19.10.2026

Nachruf

Hermann »Mano« Höllenreiner ist tot

Mit neun Jahren wird er nach Auschwitz deportiert. Später wird er unermüdlicher Mahner gegen das Vergessen

 19.10.2026

Holocaust-Mahnmal

Gedenken an deportierte Jüdinnen und Juden am Gleis 17

Etwa 10.000 jüdische Menschen deportierten die Nazis vom Bahnhof Grunewald in Berlin aus in die Vernichtungslager. Beim Gedenken an die Opfer nehmen die Redner auch die Gegenwart in den Blick

 18.10.2026

Rezension

Wie wurden wir, was wir wurden?

Der Judaist Peter Schäfer erzählt in seinem Buch die Geschichte des aschkenasischen Judentums – faktengesättigt, klar gegliedert und mit einer provokanten These zu Mutterland und Diaspora

von Michael Wolffsohn  18.10.2026

München

Das Grauen sehen

Bei der Premiere eines Films über die Familie Bibas und das Hamas-Massaker vom 7. Oktober sprechen die Regisseurin und ein Psychologe über das Verbrechen und die Wirkung der Aufnahmen

von Michael Schleicher  18.10.2026

Lesung

»Die ganze jüdische Welt war in Trauer«

Zum Gedenken an den 7. Oktober stellte Dafna Gerstner ihr Buch vor

von Luis Gruhler  18.10.2026