Eurovision Song Contest

Viva la Diva!

Danas Fans brauchen nicht lange nachdenken: 12 Punkte für die israelische Sängerin! Foto: Daniel Kruczynski

Punkt Mitternacht hatte das Warten endlich ein Ende: Die Diva persönlich betrat die Bühne der Düsseldorfer »Nachtresidenz« und das Publikum kannte kein Halten mehr. »Ding Dong« heißt das Lied, mit dem der israelische Superstar Dana International am kommenden Samstag den jüdischen Staat auf dem Eurovision Song Contest vertreten wird. Und offensichtlich kannten fast alle Gäste den Text bereits auswendig, denn sie sangen mehr als lauthals mit. So auch Yoav Elad aus Tel Aviv. Der 27-jährige Architekturstudent ist für eine Woche in Düsseldorf, um den Eurovision live aus nächster Nähe mitzuerleben. »Von der Party habe ich eigentlich nur durch Zufall erfahren und bin deswegen extra einen Tag früher angereist«, erzählt er. »Für mich als Israeli ist es etwas ganz Besonderes, Dana in Deutschland auf der Bühne zu sehen. Und das am Unabhängigkeitstag!«

Yoav war nicht der Einzige. Zwar war die Tanzfläche fest in israelischer Hand, aber auch Delegationen aus zahlreichen anderen Ländern wie Finnland, Weißrussland und den Niederlanden feierten ausgelassen mit. »Unbestritten ist dies die beste Eurovisionsparty der Stadt«, freut sich Michael Szentei-Heise. »Schließlich sind hier alle eingeladen, kaum eine Feier dürfte internationaler und breiter aufgestellt sein«, so der Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde von Düsseldorf, die den Event gemeinsam mit dem Keren Kayemeth LeIsrael (KKL), der Bank Leumi und weiteren Sponsoren unterstützt hat. »Für uns als Jüdische Gemeinde ist es ein wunderbares Erlebnis, mit so vielen unterschiedlichen Menschen gemeinsam einen unvergesslichen Abend zu verbringen«, ergänzt Herbert Rubinstein, Vater des Organisators, nicht ohne Stolz.

Weltoffen Das Programm war Ausdruck dieses ambitionierten Konzepts: Eurovisionsteilnehmer aus der Slowakei, Großbritannien oder der Ukraine gaben ihr Bestes, um die über 1.000 Gäste vor dem eigentlich Hauptact in Stimmung zu bringen. Dazwischen gab es immer wieder Musik aus Israel. »Ich hatte ja keine Ahnung, wie gut Israelis drauf sein können«, wundert sich Lars Steinhöfel. »Eigentlich bin ich eher durch Zufall hier gelandet, wollte nur Party machen«, so der Star aus der RTL-Soap »Unter uns«. »Jetzt aber habe ich richtig Lust bekommen, mal nach Tel Aviv zu fahren.« Und als Dana International auftrat, wurde es für einen Moment sogar politisch. »Vielleicht feiern bald auch Ägypter, Tunesier und Libyer mit uns«, so ihre Hoffnung. Das Publikum honorierte dies mit frenetischem Applauss

»Jom Haazmaut ist eine wunderbare Gelegenheit, die Weltoffenheit und die Vielseitigkeit Israels zu zeigen«, sagt Benny Barth, Medizinstudent aus Düsseldorf und stürzt sich sofort ins Getümmel, um gemeinsam mit Israelis, Deutschen und anderen Gästen aus aller Welt im Anschluss an den Auftritt Danas eine Hora zu tanzen. Um zwei Uhr morgens war die Party noch lange nicht vorbei, dafür verschwand aber langsam die Anspannung aus den Gesichtern der Organisatoren, wohl wissend, dass der Abend ein voller Erfolg war.

#2021JLID

Ein ganz besonderes Projekt

In ihrer Ausstellung stellt die Künstlerin Ilana Lewitan Fragen nach Verantwortung und Identität

von Chris Meyer  20.10.2021

Nordrhein-Westfalen

Jüdische Geschichte erzählen

Neue Recherchen geben Aufschluss über die Dortmunder Stadtgesellschaft vor 1933

von Nadja Juskowiak  20.10.2021

Marzahn

Berliner Pflanzen

In den »Gärten der Welt« ist der Jüdische Garten eröffnet worden – der erste weltweit

 19.10.2021

Kulturtage

Thüringen feiert die jüdisch-israelische Kultur

Auf dem Festivalprogramm stehen Konzerte, Lesungen, Vorträge, Ausstellungen und Synagogenführungen

 19.10.2021

Porträt der Woche

Musik lebendig werden lassen

Avner Geiger ist Flötist und würdigt seine Großtante Betsy mit einem Konzertprogramm

von Christine Schmitt  16.10.2021

Frankfurt am Main

Mit einem Augenzwinkern

Die Jüdischen Kulturwochen begeisterten mit viel Leichtigkeit und allerbestem Entertainment

von Eugen El  16.10.2021

Stahnsdorf

»Die Entscheidung war ein Fehler«

Nach der Beisetzung eines Neonazis im früheren Grab des Musikwissenschaftlers Max Friedlaender fordern Kirchenvertreter eine Umbettung

 15.10.2021

Zeitzeugin

Bestmöglich versorgt?

Um die angemessene Betreuung der Schoa-Überlebenden Inge Deutschkron ist eine Diskussion entbrannt

von Christine Schmitt  15.10.2021

Sachsen-Anhalt

Weg zum Baustart für die Synagoge Magdeburg ist frei

Baubeginn soll im Frühjahr 2022 sein, wie die Synagogen-Gemeinde mitteilt

 15.10.2021