Das Mannschafts-Logo steht schon längst, nun sind auch die Trikots fertig. »Der Ball kann rollen, das Fußballturnier beginnen«, sagt Ilja Schermann vom Team »Jewgårdens«. Am Sonntag, 22. März, werden jüdische Hobby-Fußballer in Berlin beim »Jewish Football Cup 2026« kicken. »Wir möchten die Juden Berlins zusammenbringen und uns feiern«, sagt Jan Josef Laiter von Kahal Adass Jisroel (KAJ). Die Gemeinde ist Ausrichter des Turniers. »Wir wollen einmal unter uns sein. Die Zeiten sind für uns aufgrund der aktuellen Situation hart, Israel befindet sich im Krieg, der Antisemitismus nimmt zu«, betont der 25-Jährige.
Zwölf jüdische Mannschaften sind angemeldet, darunter Olami Germany, der Zentralrats-Fußballclub von 1950, Chernomorets Odessa (Chabad Ukrainer) und der FC United East (Sefardische Mannschaft). Je fünf Spieler werden in einer Halle auf zwei kleinen Spielfeldern um jeden Ball rennen, jeweils zwei Auswechselspieler warten auf ihre Chance. Der jüngste Fußballer ist 15 Jahre alt und gehört der U18 von Kahal Adass Jisroel an, der älteste ist über 50 Jahre. Neben den bisher 84 angemeldeten Spielern werden auch professionelle Schiedsrichter dabei sein und pfeifen. Ein koscherer Essensstand ist geplant.
Gespielt wird um einen Pokal und eine Siegprämie von 613 Euro.
Jan Josef Laiter, der früher in der Landesauswahl des Fußballverbands Sachsen-Anhalt (FSA) in Magdeburg trainierte, hat gleich mehrere Aufgaben: Neben der Organisation ist er sowohl als Trainer als auch als Spieler der 1. Herrenmannschaft von KAJ gefragt. Eben ein großer Fußballfan. Wie auch Ilja Schermann.
»Nun habe ich meine Freunde gefragt, ob sie mitmachen möchten«, sagt Ilja. Sie haben große Lust und bilden eine »bunt gemischte Gruppe«. Es ist die einzige Mannschaft, hinter der keine Organisation steht. Sie kommen aus unterschiedlichen Strömungen des Judentums, aus verschiedenen Städten, doch die Begeisterung für diesen Sport eint sie.
»Wir haben einen gewissen Ehrgeiz, andere Organisationen beim Turnier etwas mit unserem Spiel zu ärgern«, sagt er mit einem Lachen. Deshalb nutzt die Mannschaft das KAJ-Angebot, sonntags in einer Halle zu trainieren. Da lernen er und seine Freunde auch schon ein paar weitere Mannschaften kennen und können deren Spielstrategie beobachten. Beim Training sind nicht alle Teams dabei. »Uns unbekannte Mannschaften können deshalb für uns unberechenbar sein.« Vor allem möchte er Spaß haben und den Tag im Zeichen des »innerjüdischen Zusammenhalts und des sportlichen Wettbewerbs« feiern. »An diesem Tag gibt es nur einen Gewinner: das jüdische Leben in Berlin.«
»Wir sind hoch motiviert, beim Turnier alles zu geben und den Zentralrat mit seiner großen Tradition angemessen zu vertreten. Darauf spielt auch der Teamname an – im Jahr 1950 wurde der Zentralrat begründet«, sagt Paavo Czwikla, Pressesprecher des Zentralrats.
Gespielt wird um einen Pokal und eine Siegprämie von 613 Euro. »Die Zahl hat für Juden eine besondere Bedeutung, denn in der jüdischen Tradition glaubt man, dass es insgesamt 613 Gebote gibt, die Gott den Israeliten durch Mose gegeben hat«, so Laiter. Das Siegergeld soll für einen wohltätigen jüdischen Zweck gespendet werden. »Wir wollen den JF Cup in Berlin etablieren«, sagt Organisator Jan Josef Laiter.
