Kompakt

Umbenennung, Ehrung, Zeitzeuge

Benjamin »Beni« Bloch sel. A. (1943–2019) Foto: ZWST

Bad Kissingen

Das Kurheim Eden-Park in Bad Kissingen soll einen neuen Namen erhalten. Am 1. April wird es nach dem am 6. April 2019 verstorbenen jahrzehntelangen Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden (ZWST), Beni Bloch, benannt. Bloch leitete die ZWST von 1987 bis 2018. Im Eden-Park können Senioren aus jüdischen Gemeinden Weiterbildungsseminare besuchen und Kontakte knüpfen. ja

Dortmund

Die Jüdische Gemeinde Dortmund hat den großen Saal und die Festsynagoge nach Wolfgang Polak benannt. Die Gemeinde ehrt damit das jahrzehntelange Engagement ihres Vorstandsmitglieds zu dessen 85. Geburtstag am 21. Januar. Wolfgang Polak habe nicht nur die Gemeinde mit aufgebaut, sondern wesentlich bei der Integration der rund 4000 Zuwanderer aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion seit Beginn der 90er-Jahre geholfen. Er habe sie zu Ämtern begleitet und mit dem Judentum vertraut gemacht, hob Gemeinderabbiner Baruch Babaev hervor. Polak hatte die Reichspogromnacht in seiner Heimatstadt miterlebt und war mit seinen Eltern und seinem Bruder in die Niederlande geflüchtet, wo er das KZ Westerbork überlebte. Anfang der 50er-Jahre kam die Familie nach Deutschland zurück. Polak – leidenschaftlicher BVB-Fan und zeitweilig im Vorstand des Fußballvereins – war 25 Jahre lang hauptamtlicher Geschäftsführer der Dortmunder Gemeinde. Noch heute halte er sich mit Tennisspielen fit und sei insbesondere für die Zuwanderer ein begehrter Ansprechpartner. Polak war an vielen Ereignissen der Gemeinde beteiligt und setzt sich aktuell für den jüdischen Kindergarten ein. Der Saal erhalte den Namen Wolfgang-Polak-Saal, »damit wir von ihm und seinen Tugenden lernen«, sagte Babaev. ja

Düsseldorf

Der ehemalige Geschäftsführer des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein, Herbert Rubinstein, hat zum Internationalen Holocaust-Gedenktag der Kinderseite der »Stuttgarter Nachrichten« ein Interview über eigene Schoa-Erlebnisse gegeben. Auf die Frage der Kinderreporter, ob er als jüdisches Kind die Gefahr für Leib und Leben gespürt habe, sagte er, dass viele Familienmitglieder darauf gedrängt hätten, Deutschland zu verlassen, die Kinder aber beruhigten, es werde alles gut werden. Seine geliebte Trommel habe er aber nicht mitnehmen dürfen. Seine Familie habe Glück gehabt und sich gefälschte Papiere kaufen können, die sie nicht als Juden, sondern als Polen auswiesen. Von der schlimmen Zeit in Erinnerung geblieben sei ihm, dass er kein Brot wegwerfen kann, »weil ich weiß, wie es ist, Hunger zu leiden. Und ich glaube daran, dass das Gute immer gewinnt – aber dazu müssen wir beitragen«, sagte der 83-Jährige. ja

Nordrhein-Westfalen

Landtag ehrt Sieger von »Shalom - Jüdisches Leben heute«

Mehr als 2200 junge Menschen haben mit mehr als 450 Beiträgen jüdisches Leben greifbarer gemacht

 17.06.2026

Berlin

Babka, Borschtsch und Pargiot

Zum fünften Jubiläum des Streetfood-Festivals locken 52 Stände, viele Acts und eine zusätzliche Kleinkunstbühne

von Helmut Kuhn  17.06.2026

Stuttgart

Eine Erfolgskomposition

Wie der Internationale Karl-Adler-Jugendmusikwettbewerb Werke jüdischer Komponisten lebendig hält

von Chris Meyer  17.06.2026

Frankfurt

Heimspiel für Makkabi

Nach Jahrzehnten ohne eigene Anlage eröffnet der jüdische Sportverein seinen neuen Campus

von Leon Stork  17.06.2026

Programm

Israel Day, Goldene Zwanziger und ein Kult-Hai: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 18. Juni bis zum 25. Juni

 17.06.2026

Berlin

Antisemitismus: Bundesverband Rias erfasst 8725 Vorfälle

Juden in Deutschland erleben seit Beginn des Gaza-Kriegs 2023 viel mehr Hass und Anfeindungen als zuvor. Das prägt den Alltag, stellt das Netzwerk der Informations- und Meldestellen fest

 17.06.2026 Aktualisiert

Kommentar

Der Judenhass hat Platz genommen

Die neuen RIAS-Zahlen sind alarmierend. Und sie zeigen einmal mehr eindrücklich: Antisemitismus ist kein Minderheitenproblem und ganz sicher nicht nur ein Judenproblem. Er ist ein Demokratieproblem

von Nelly Eliasberg  17.06.2026

Düsseldorf

Netz für die Zukunft

Das Karriereprogramm »Reschet« bringt junge Gemeindemitglieder und Studierende branchenübergreifend mit erfahrenen Mentoren zusammen

von Annette Kanis  16.06.2026

Jewrovision

Zehn Städte, ein Team

Jugendreferentin Viktoria Dohmen über Entfernungen, Zusammenhalt und den Erfolg von JuJuBa

von Christine Schmitt  16.06.2026