Frankfurt/ Main

Teil der Identität

150 geladene Gäste feierten mit Oberbürgermeister Peter Feldmann und Stadtkämmerer Uwe Becker im Frankfurter Römer. Foto: Rafael Herlich

Zum zweiten Mal hat gestern in Frankfurt der deutsch-israelische Freundschaftstag stattgefunden. Mit rund 150 geladenen Gästen feierten Oberbürgermeister Peter Feldmann und Stadtkämmerer Uwe Becker im Frankfurter Römer die Ausrufung der Unabhängigkeit Israels am 14. Mai 1948 durch den ersten Ministerpräsidenten des Landes, David Ben Gurion.

»Weit über 40 Organisationen widmen sich in Frankfurt – zumeist ehrenamtlich – der Pflege und Förderung der deutsch-israelischen Partnerschaft. Diese große Zahl belegt eindrucksvoll den Stellenwert, den Israel und die jüdische Kultur in unserer Stadt besitzen. Dieses bürgerschaftliche Engagement ist geprägt von der Zuversicht, durch den Austausch und die Begegnung der Menschen die Freundschaft intensivieren zu können, und es steht zugleich für gelebte Solidarität mit dem Staat Israel und seinen Menschen«, betonte Feldmann.

Partnerstadt Die deutsch-israelische Freundschaft sei gerade für die Stadt Frankfurt als Partnerstadt von Tel Aviv von ganz besonderem Stellenwert, sagte Stadtkämmerer Uwe Becker beim Empfang im Kaisersaal. »Frankfurt blickt auf eine große jüdische Tradition zurück, die durch die verbrecherische Zeit des Nationalsozialismus leider eine jähe Zäsur erfahren hat. Heute ist Frankfurt stolz auf seine inzwischen wieder große und aktive jüdische Gemeinde. Gerade auch die jüdischen Familien haben unsere Stadt durch ihr Wirken geprägt«, betonte Becker.

Umso mehr sei die tiefe Verbundenheit Frankfurts zu Israel auch Teil der Identität der Stadt und ihrer Gesellschaft. Frankfurt verbindet mit der Partnerstadt Tel Aviv seit über drei Jahrzehnten eine intensive Städtefreundschaft. Becker betonte die große Solidarität der Mainmetropole mit Israel: »Der Kompass muss auf Frieden im Nahen Osten ausgerichtet sein. Für sein Gelingen braucht Israel noch mehr Solidarität. Dies bekräftigt auch die freundschaftlichen Beziehungen, wie die zwischen Frankfurt und seiner Partnerstadt Tel Aviv.«

Projekte Im Rahmen des offiziellen Empfangs des Magistrats präsentierten in der Römerhalle zahlreiche Aussteller ihre Arbeiten zu deutsch-israelischen Projekten. Zudem gab eine Fotoausstellung Einblick in die Arbeit des »Café Europa« in der Frankfurter Partnerstadt Tel Aviv. Dieses Café wird von der Tel Aviv Foundation betrieben und ist ein Treffpunkt für Holocaust-Überlebende. Die Stadt Frankfurt bezuschusst das Projekt in diesem und im kommenden Jahr mit jeweils 25.000 Euro.

Unter den geladenen Gästen befanden sich unter anderem Dan Shaham-Ben Hayun, Generalkonsul des Staates Israel, sowie Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland und Schirmherr des Israeltags, der vom Verein »ILI – I Like Israel« am 14. Mai in zahlreichen deutschen Städten anlässlich des Geburtstages Israels veranstaltet wird. pia

Kommentar

Die verlorene Mitte

Beim Betrachten des Wahlkampfs zu den Landtagswahlen im Herbst muss man feststellen: Judenhass ist in Deutschland längst kein Ausschlusskriterium mehr für die Parteien der sogenannten politischen Mitte

von Benjamin Graumann  26.08.2026

Plädoyer

Stark und selbstbewusst

Die Zeiten des Ghettos und Sich-Wegduckens gehören zum Glück der Vergangenheit an. Umso mehr sollten Juden hierzulande entschiedener für ihre Interessen eintreten

von Sacha Stawski  25.08.2026

München

Von Deutschland in die Welt

Eine Ausstellung widmet sich dem Wirken jüdischer Architekten, deren Karrieren von Verfolgung und Exil bestimmt waren. Ihre Bauten beeinflussten die Moderne maßgeblich

von Ellen Presser  25.08.2026

Dresden

Ausstellung würdigt jüdische Sportlerinnen und Sportlern

Deutsch-jüdische Sportlerpersönlichkeiten stehen im Mittelpunkt einer Präsentation. Anlässlich des Jahres der jüdischen Kultur wird sie in Dresden gezeigt

 25.08.2026

Spremberg/Forst

Stolpersteine gestohlen

Der Staatsschutz ermittelt

 24.08.2026

Dresden

Unbekannter entwendet Kippa

Der Staatsschutz der Dresdner Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen

 24.08.2026

Meinung

Jüdische Schulen: Orte der Zugehörigkeit

Der Wunsch nach jüdischer Bildung wächst, während die Strukturen zunehmend fragil werden

von Eduard Steinberg  24.08.2026

Ferien

Unsere kleine Stadt

Mehrere Wochen trafen sich deutsche, ukrainische und israelische Jugendliche in Brandenburg zu einem Sommercamp der Initiative »J-ArtEck«. Zum Abschluss inszenierten sie eine Oper von Paul Hindemith

von Leon Stork  23.08.2026

Porträt der Woche

Mein Traum von Frieden

Yuval Halpern ist Sänger der iranisch-israelischen Band Sistanagila

von Alicia Rust  23.08.2026