Würzburg

Schalom in Unterfranken

Jüdisches Gemeindezentrum und Synagoge in Würzburg Foto: dpa

Die neue Würzburger Synagoge in der Valentin-Becker-Straße war schon fast 30 Jahre Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde, als 1999 die ersten Pläne für »Shalom Europa« entstanden. Dabei sollte nicht nur die Synagoge an sich vergrößert werden, in dem großzügigen Bau sollte auch Platz für das Museum »Unterfränkisches Judentum«, einen auch synagogal nutzbaren Gemeindesaal für 400 Personen, einem Speisesaal mit koscherer Küche sowie die Büroräume der Gemeinde sein. Die Idee nahm im Mai 2003 Gestalt an, der erste Bauabschnitt konnte bezogen werden. Zu Pessach 2006 feierte die jüdische Gemeinde die Fertigstellung von Shalom Europa.

Dokumentationszentrum Integriert sind dort auch Räume für Tagungen und Seminare, Flächen für Schulräume, eine Jugendbegegnungsstätte sowie ein Altenklub und das Dokumentationszentrum der Stadt Würzburg und des Bezirks Unterfranken.

Der Bau des mehr als 4700 Quadratmeter umfassenden Komplexes kostete mehr als 15 Millionen Euro. Er wurde bezuschusst von bayerischer Staatsregierung, Bezirk Unterfranken, Bayerischer Landesstiftung, Landesplan für Altenhilfe, dem Investitionsprogramm »Zukunft Bildung und Betreuung« und ist ein Projekt der amerikanischen Lauder Foundation. Hinzu kamen kirchliche und private Spenden, sodass ein offener Betrag von 1,4 Millionen Euro übrig bleibt. Davon ist rund eine Million über langfristige Darlehen abgesichert. Hier hoffen die Israelitische Gemeinde und der Initiativkreis »Shalom Europa« auf weitere Zuschüsse und Spenden.

Es ist nicht nur für den Vorsitzenden der Jüdischen Kultusgemeinde in Würzburg und Unterfranken, Josef Schuster, etwas Besonderes, wie er bei der Eröffnung sagte: »Die Verschleppten und Ermordeten hätten nie von ihm zu träumen gewagt.« Der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) nannte Shalom Europa einen »Meilenstein für Würzburg, Unterfranken und Bayern« und ein »herausragendes Symbol deutsch-jüdischer Aussöhnung«.

»Judensteine« Es ist in den fast zehn Jahren seit der Eröffnung zu einem wichtigen Treffpunkt für deutsch-jüdischen Dialog geworden. Shalom Europa beherbergt zudem den weltweit größten Fund an Grabsteinen aus einem mittelalterlichen jüdischen Friedhof, die »Judensteine aus der Pleich«. Mehr als 1500 Grabsteine und Grabsteinfragmente, datiert auf die Zeit von 1129 bis 1346, haben hier ihre endgültige Bleibe gefunden. Als kulturelles Gedächtnis eines über viele Jahrhunderte europaweit respektierten Sitzes jüdischen Lebens – Unterfranken hatte deutschlandweit die dichteste Besiedlung – bilden sie im Basisgeschoss unter dem Innenhof gleichsam das Fundament.

Seinem Namen macht es alle Ehre, weit über die Region hinaus: Die in Zusammenarbeit mit der Ronald S. Lauder Foundation, New York, entstandene Jugendtagungsstätte bietet Schabbatprogramme und religiöse Fortbildungskurse für junge Juden aus Deutschland und Europa.

Aussenwirkung
Trotz allem besinnt sich Shalom Europa auf das Wesentliche. »Wir sind kein Kulturverein. Im Mittelpunkt bleibt die Synagoge«, sagt Schuster, der auch Vizepräsident des Zentralrats ist und dessen Würzburger Gemeinde in den vergangenen Jahren auf rund 1100 Mitglieder gewachsen ist. Das Gemeindeleben sei nun deutlich aktiver. Auch die Außenwirkung sei wichtig. So übernimmt das Zentrum die Nachmittagsbetreuung der David-Schuster-Realschule, und es gibt koscheres Essen. »So wird auch für nichtjüdische Schüler jüdisches Leben und Kultur etwas ganz Normales«, betont Josef Schuster.

Brandenburg

Brandanschlag: Jüdische Gemeinden stellen sich hinter Büttner

Im Fall des Brandanschlags auf das Anwesen des brandenburgischen Antisemitismusbeauftragten gibt es viele offene Fragen. Die örtliche jüdische Gemeinde solidarisiert Sicherheit mit Andreas Büttner

 15.05.2026

Jewrovision in Stuttgart

Der Gewinner heißt JuJuBa!

Das Team der Jugendzentren aus Baden hat den ersten Platz beim jüdischen Musikwettbewerb belegt. Der Preis für das beste Video ging an Neschama München

 15.05.2026

Stuttgart

Noa Kirel: »Ich liebe dich, Jewrovision!«

Die israelische Musikerin ist der Special Act auf dem größten jüdischen Musikwettbewerb Deutschlands

 15.05.2026

Stuttgart

Startschuss für die Jewrovision

Der jüdische Jugend-Musikwettbewerb hat begonnen. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt treten heute 13 Teams aus ganz Deutschland auf

von Joshua Schultheis  15.05.2026 Aktualisiert

Musik

»Das allerwichtigste an der Jewro ist es, Spaß zu haben«

Hannah Veiler, Präsidentin der European Union of Jewish Students, moderiert in diesem Jahr die Jewrovision. Wir haben sie gefragt, was die Jewrovision für sie persönlich und für die jüdische Gemeinschaft bedeutet

 15.05.2026

Stuttgart

Erste Stimmen von der Jewrovision

Die Jüdische Allgemeine ist bei der Jewrovision 2026 in Stuttgart mit dabei und begleitet die Menschen hinter dem größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Europas.

 15.05.2026

Jewrovision 2026

Die Nervosität steigt …

Schon bald gehen die Scheinwerfer an und 600 jüdische Jugendliche aus ganz Deutschland werden ihre Showacts zum Besten geben

von Nicole Dreyfus  15.05.2026

Hamburg

Mit Herz und Haltung

Alexandra Lachmann ist Musikerin und coacht Jugendliche für die Jewrovision

von Lorenz Hartwig  14.05.2026

Jewrovision

Aller guten Moderatoren sind drei

Jung, dynamisch und schlagfertig: Ein Trio wird im Mai durch die Show führen

von Christine Schmitt  14.05.2026