Osnabrück

Religion und bürgerliches Gesetz

In Osnabrück treffen sich viele Religionen. Foto: Thinkstock

Osnabrück

Religion und bürgerliches Gesetz

Christen, Muslime, Hindu, Buddhisten und Juden tagen

 03.11.2014 18:37 Uhr

Bereits zum 16. Mal wird in diesem Jahr der Tag der Religionen begangen. Am 6. November wird das vom »Runden Tisch der Religionen in Deutschland« veranstaltete Treffen in Osnabrück eröffnet. Es steht unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters und widmet sich laut Programm brisanten Themen: »Ist Beschneidung mit dem bürgerlichen Gesetz vereinbar?«, »Ist das Kopftuch ein religiöses Symbol?«, »Ist das Kruzifix auch Religionslosen zuzumuten?«.

Zwischen Schächten und der Legalität von Glockengeläut und Muezzinruf spannen sich die Themen, die auf ihre Rechtmäßigkeit untersucht werden: »Entspricht das alles dem bürgerlichen Gesetz und dem Grundgesetz? Oder sollte es Grenzen der Religionsfreiheit geben?« Am 6. sowie vom 20. bis 23. November befassen sich Bischöfe, Rabbiner, Imame und Muftis, hinduistische, buddhistische und Bahai-Priester sowie andere Religionsführer mit den Fragen.

Verfassungstreue Nach dem Eröffnungsempfang (17.30 Uhr) spricht am Donnerstag, 6. November, Innenminister Boris Pistorius um 18.30 Uhr im Rathaus Osnabrück über niedersächsische »Religionsgemeinschaften zwischen Religionsfreiheit und Verfassungstreue«. Sitarklänge und geistliche Texte werden die Veranstaltung umrahmen.

Am Donnerstag, 20. November, fragen Schüler vom Gymnasium Wüste, warum es in den Religionen Speisevorschriften und Fastenriten gibt. Am selben Tag spricht um 19.30 Uhr in St. Marien am Markt der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff über »Alltagsprobleme von Religionsgemeinschaften« unter der Fragestellung »Religionsfreiheit ohne Grenzen?«. Daran anschließend wird Wulff mit Vertretern aller Religionen diskutieren.

Am Samstag, 22. November, öffnen viele Religionsgemeinschaften von 13 bis 17 Uhr ihre Tore. Am Schlusstag, Sonntag, 23. November, erklingen ab 19.30 Uhr in der Aula des Schlosses, Neuer Graben, »Liturgische Gesänge und Geistliche Musik«, vorgetragen von Kirchenmusikdirektor Carsten Zündorf, Kantor Baruch Chauskin, dem Imam Hassan Agirbas und dem Sitar-Spieler Norbert Ammermann.

Organisatoren An der Durchführung des Religionen-Treffens sind zahlreiche Organisationen sowie Gemeinden beteiligt, unter anderem der »Runde Tisch der Religionen in Deutschland«, vertreten durch Franz Brendle, Stuttgart, der »Runde Tisch der Religionen in Osnabrück«, Reinhold Mokrosch, »Religions for Peace« Osnabrück, der »Arbeitskreis der Religionen in Osnabrück«, die Universitäts-Institute für evangelische, katholische und islamische Theologie, die Jüdische Gemeinde Osnabrück, die Bürgerstiftung Osnabrück und die Stadt Osnabrück. Die Schirmherrschaft hat Oberbürgermeister Wolfgang Griesert übernommen. Für das Gesamtkonzept und viele Moderationen ist Reinhold Mokrosch verantwortlich. ja

Porträt

Stil auf Rädern

Der Swing-Musiker Andrej Hermlin sammelt Oldtimer – und fährt sie, statt sie nur in der Garage zu bewundern. Ein Besuch in Pankow

von Imanuel Marcus  06.08.2026

Reform

Hilfe im Alltag

Familien mit behinderten Kindern sorgen sich, dass ausgerechnet die Unterstützung gekürzt wird, die ihnen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht

von Christine Schmitt  05.08.2026

Erfurt

Schicht um Schicht

Dort, wo eben noch Parkplätze waren, wird seit wenigen Tagen nach einem Stück jüdischer Geschichte gegraben. Erst mit dem Bagger, dann von Hand

von Katrin Richter  05.08.2026

Geschichte

Bedrohlich aktuell

Ein Forschungsprojekt von NS-Dokuzentrum und Lenbachhaus untersucht, wie völkische Gedanken vor dem Ersten Weltkrieg wirkten

von Luis Gruhler  05.08.2026

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 6. August bis zum 13. August

 05.08.2026

Hamburg

Ruine mit Herz

Einst das Zuhause des Reformjudentums, stand der Israelitische Tempel kurz vor dem Verfall. Eine Bürgerinitiative und die Stadt wollen den historischen Ort nun neu beleben. Ein Besuch im Hinterhof

von Heike Linde-Lembke  02.08.2026

Geschichte

Die Pension in Mumbai

Ellie und Max Lesser aus Dresden waren zwei von vielen sächsischen Juden, die vor den Nazis Sicherheit in Indien suchten. Deren tragische Geschichte recherchierte nun die Journalistin Iris Völlnagel

von Thyra Veyder-Malberg  02.08.2026

Programm

Kultursommer, Führungen und Einstein vs. Hawking: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 31. Juli bis zum 6. August

 02.08.2026

Porträt der Woche

Mehr als ein Beruf

Valerie Vorkul ist Sozialarbeiterin – und jüdischer, als sie lange Zeit annahm

von Leon Stork  02.08.2026