Stuttgart

Pädagoge und Freiheitskämpfer

Petro Feldman sel. A. (1925–2018) Foto: Marco Limberg

Der Große Vaterländische Krieg brach aus, als er die achte Klasse der Mittelschule im bei Kiew gelegenen Schytomyr besuchte. Von 1943 bis 1946 gehörte Pjotr Feldman dann selbst der Armee an. Als Unterleutnant kämpfte er an mehreren Frontabschnitten.

»Vielfach ausgezeichnet, steht Pjotr Feldman mit seinem soldatischen Schicksal beispielhaft für etliche ehemalige Frontkämpfer der Roten Armee, die wir heute zu unseren Gemeinden zählen dürfen und die als Zeitzeugen aus ihrem Leben berichteten«, sagen Barbara Traub, Susanne Jakubowski und Michael Kashi vom Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs (IRGW).

Und Zentralratspräsident Josef Schuster meint: »Mit Petro Feldman verlieren wir ein mutiges und engagiertes Mitglied der jüdischen Gemeinschaft, das sich über Jahre hinweg für die Belange der jüdischen Veteranen eingesetzt und den Stab der Erinnerung weitergegeben hat.«

Zukunft Anfang der 90er-Jahre kam Petro Feldman, wie er sich fortan nannte, gemeinsam mit Frau und Kindern nach Deutschland. Er selbst war bereits im Rentenalter und engagierte sich in der Gemeinde. In Anbetracht der eigenen Erfahrungen glaubte er fest an eine bessere Zukunft. Ehemals Kämpfer gegen den Faschismus, stand er nun für eine Zukunft in Frieden und Freiheit ein. Dennoch hielt er die Erinnerung an den aufopferungsvollen Kampf seiner Generation wach und erinnerte daran, dass sich unter den Gefallenen auch zahllose jüdische Kameraden befanden.

So gründete er 2002 zusammen mit Gleichgesinnten einen Veteranenklub innerhalb der IRGW, der fortan viele Gemeindemitglieder anzog. Zum 75. Jahrestag der Befreiung weihte die Gemeinde auf dem jüdischen Friedhof ein Mahnmal zur Erinnerung an die jüdischen Gefallenen und Opfer der Schoa ein. 2008 gründete Feldman den Bundesverband der Veteranen, Ghetto- und KZ-Gefangenen, dessen erster Vorsitzender er wurde.

Feldman initiierte mehrere Buchprojekte mit ehemaligen jüdischen Soldaten und Soldatinnen der Roten Armee. Sein letztes trug den Arbeitstitel »Unsere Erinnerung – Eure Zukunft« und richtete sich gezielt an junge Menschen. Damit schloss sich der Kreis für den Freiheitskämpfer und leidenschaftlichen Pädagogen. Am 25. Januar starb er in Stuttgart. ja

7. Oktober

»Wir erinnern nicht schweigend«

Melody Sucharewitz über ihren Kampf gegen das Vergessen des 7. Oktober bei der Gedenkveranstaltung auf dem Bebelplatz in Berlin. Ihre Rede im Wortlaut

von Melody Sucharewicz  08.10.2026

9. Oktober 2019

Gedenken zum Jahrestag des Anschlags von Halle

Der antisemitische Anschlag von Halle jährt sich am Freitag zum siebenten Mal. Die jüdische Gemeinde, Kirchen, Stadt und zivilgesellschaftliche Gruppen planen Gedenkveranstaltungen auch an den Anschlagsorten

 08.10.2026

Frankfurt

Erst Rivalinnen, dann Freundinnen

Israelische Nachwuchsfußballerinnen aus sieben Jugenddörfern spielen gegen Makkabi

von Katja Sturm  08.10.2026

Münster

Rote Linien für die Roten

Bei einer Veranstaltung mit der Schoa-Überlebenden Eva Szepesi und Zentralratspräsident Josef Schuster verspricht Gregor Gysi, innerhalb der Linken klare Grenzen gegen Antisemitismus zu ziehen

von Stefan Laurin  08.10.2026

Tagung

Krisen der Gegenwart

Auf dem »Media TLV Summit« diskutierten Experten Fragen von Technologie und Krieg, Extremismus und Antisemitismus sowie die Rolle der Medien

von Luis Gruhler  07.10.2026

Programm

Musikalische Crossovers, Kontroverse, Krimi und Krav Maga: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 8. Oktober bis zum 14. Oktober

 07.10.2026

Solidarität

Das Leben wieder in den Griff bekommen

Angehörige der bei einem Raketenangriff in Majdal Shams getöteten Kinder besuchten die Kultusgemeinde München und Oberbayern

von Luis Gruhler  06.10.2026

Diskussion

»Wir wurden gehört«

Schüler und Studenten des Projekts »Meet a Jew« treffen CDU/CSU-Fraktionschef Thorsten Frei. Im Mittelpunkt stehen der 7. Oktober, persönliche Sorgen und Erfahrungen

von Christine Schmitt  06.10.2026

Porträt der Woche

»Ich bin einfach ich«

Persia Kantorovych hat eine jüdische Mutter und einen muslimischen Vater

von Annette Kanis  06.10.2026