Kompakt

Neubau, Vandalismus, Ordination

Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) Foto: imago images/Martin Müller

Potsdam

Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) steht nach wie vor dazu, in Potsdam eine Synagoge und ein Gemeindezentrum zu errichten. Am Dienstag vergangener Woche hatte das Land Brandenburg einen dazu 2018 geschlossenen Vertrag gekündigt, weil die Jüdische Gemeinde Stadt Potsdam aus dem Projekt ausgestiegen war. Ein Staat könne keine Synagoge ohne jüdische Ansprechpartner bauen, betonte Schüle zugleich. Durch die Entscheidung der Jüdischen Gemeinde Stadt Potsdam sei zudem das Ziel, die Synagoge »mit einer breiten Basis der gemeindlich gebundenen Potsdamer Jüdinnen und Juden zu bauen«, nicht mehr erreichbar gewesen, doch das Land wolle, dass viele Gemeinden in diesen Prozess mit eingebunden sind. kna

Darmstadt

Unbekannte haben in der Nacht zum Dienstag die Menora an der Gedenkstätte Liberale Synagoge auf dem Gelände des städtischen Klinikums an der Bleichstraße in Darmstadt schwer beschädigt. Das berichtete die »Frankfurter Rundschau« (FR). Offenbar wurde auf das Edelstahlrohr, mit dem der siebenarmige Leuchter verbunden ist, mit Gewalt eingetreten, sodass die Metallstange stark deformiert wurde und das Kunstwerk jetzt schief steht. Die Stadt Darmstadt erstattete Anzeige bei der Polizei. »Die Rohheit, mit der hier vorgegangen wurde, macht mich traurig, aber sie fordert gleichzeitig unsere Entschlossenheit, dagegen vorzugehen«, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) laut FR. Das Kunstwerk sei »ein Zeichen des Lichts und des Friedens«. Die von den Künstlern Helmut Lortz und Fritz Hausmann gestaltete Menora wurde 1967 am Platz der niedergebrannten Synagoge aufgestellt. Die Liberale Synagoge war am 9. November 1938 von SA-Männern angezündet worden. Übrig blieben nur Grundmauern, die 2003 bei Bauarbeiten entdeckt wurden. ja

Berlin

Das Abraham Geiger Kolleg (AGK) in Potsdam hat sich entschieden, die für Juni geplante Ordinations- und Investiturfeier in der Synagoge Rykestraße auf Anfang September zu verschieben. Das teilte die liberale Ausbildungsstätte für Rabbiner und Kantoren in Berlin mit. Das Judentum sei vor allem Gemeinschaft, und ohne persönliche Begegnung fehle etwas Wesentliches, deshalb habe man sich zu diesem Schritt entschlossen. Es geht um die Ordination von drei Rabbinern und zwei Rabbinerinnen sowie die Investitur eines Kantors, so das AGK. ja

Lesen

Zehn Welten

Die Journalistin Anna Lutz hat Jüdinnen und Juden porträtiert und darüber ein Buch veröffentlicht. Entstanden sind Geschichten zwischen Nähe und Distanz

von Leon Stork  28.07.2026

Kino

»Das ist das Vermächtnis meines Vaters«

Alice Brauner setzt als Produzentin die Familientradition fort. Ein Gespräch über ihren neuen Film »Block 10«, Herausforderungen für Schauspieler und intensive Recherchen

von Christine Schmitt  28.07.2026

München

Vorhang auf für die Kids

Zum Start der Sommerferien führen die Kinder der Sinai-Grundschule ein Musical in englischer Sprache auf

von Luis Gruhler  28.07.2026

Worms

Ein Turm in der Erde

Seit ein paar Wochen können Besucher wieder die Mikwe besichtigen. Ein Ort mit einer langen Geschichte. Doch der Klimawandel hinterlässt seine Spuren

von Mascha Malburg  28.07.2026

Interview

»Kiddusch mit Empanadas«

Daniela Rusowsky über die lateinamerikanische Gemeinschaft in Berlin, Melodien aus der Heimat und die Bedeutung von Kabbalat Schabbat

von Mascha Malburg  26.07.2026

München

Diplomatie und Freundschaft

Anlässlich seines 15-jährigen Bestehens lud das israelische Generalkonsulat zu einem Festakt in den Kaisersaal der Residenz

von Luis Gruhler  26.07.2026

Porträt der Woche

Eine Stimme für Israelis

Eliran Hirsh möchte mit seinen Podcasts Landsleute weltweit vernetzen

von Lorenz Hartwig  26.07.2026

Berlin

Rabbinerkonferenz: Berliner Führerbunker jüdischer Gemeinde geben

Was wird aus dem alten Führerbunker in Berlin? Derzeit streiten Senat, Stadtplaner und Denkmalschützer um den richtigen Umgang mit der Ruine. Die Europäische Rabbinerkonferenz schaltet sich nun mit einem Vorschlag ein

 26.07.2026

Bayern

»Es ist Zeit, den Hass zu beenden«

Eine Mahnwache der Deutsch-Israelischen Gesellschaft zeigte Solidarität mit dem Opfer des israelfeindlichen Verbrechens in der Region Würzburg

von Stefan W. Römmelt  25.07.2026