Musik

Musikalische Reise per Stream

Das Louis-Lewandowski-Festival fand digital statt

von Christine Schmitt  24.12.2020 11:22 Uhr

Regina Yantian Foto: Louis Lewandowski Festival

Das Louis-Lewandowski-Festival fand digital statt

von Christine Schmitt  24.12.2020 11:22 Uhr

Eines wussten die Organisatoren des Louis-Lewandowski-Festivals: Es wird stattfinden. »Aber das Programm musste ich mehrmals neu planen«, sagt Regina Yantian, musikalische Leiterin. Sie hatte gehofft, dass wenigstens ein Chor aus Israel kommen könne – jedoch ließ Corona das nicht zu.

Deshalb stand das 10. Festival unter der Überschrift »Limited Edition«. Und das hieß: Die Anzahl der Konzerte musste reduziert werden, internationale Chöre und Musiker konnten nicht eingeladen werden. Zwei Konzerte, bei denen Musiker aus der Region wie das Synagogal Ensemble Berlin, Kantor Isaac Sheffer und die Berliner Symphoniker wirken konnten, waren möglich. Allerdings ohne Zuschauer, sowohl in der Kirche als auch in der Synagoge Rykestraße, wo das Abschlusskonzert stattfand. Dafür wurde das Festival gestreamt.

Zuhörer »Auf diesem Weg konnten auch Interessierte aus allen möglichen Ländern zuhören«, sagt Regina Yantian. Innerhalb kürzester Zeit schalteten sich mehr als 200 Zuhörer dazu. Mittlerweile sind die Konzerte online. Während der Umbauphasen bei den Konzerten gab es Zwischenschaltungen mit Grußworten und Einspielern, in denen Musiker sich vorstellten.

Bis zu 50 Menschen durften am vergangenen Donnerstag in der Nikolaikirche in Potsdam musizieren. Im ersten Teil stand »Adon Olam« im Mittelpunkt. Dabei wurde »eine Reise durch die verschiedenen jüdischen Zentren Europas und unterschiedlichen Epochen« unternommen. »Shacharit«, ein Oratorium für Sopran, Bariton, gemischten Chor und Kammerorchester, von der israelischen Komponistin Ella Milch-Sheriff geschrieben, wurde im zweiten Teil unter der Leitung von Gad Kadosh interpretiert. Schabbatgebete wurden am Sonntag vom Synagogal Ensemble gesungen und instrumental vom Lewandowski Streichquartett, dem Saxofon Quartett und dem Organisten Jürgen Geiger begleitet.

»Wir waren glücklich, dass wir überhaupt musizieren durften«, sagt Regina Yantian. Finanziert wurde das Festival wie immer über Spenden. »Es geht weiter, und im kommenden Jahr feiern wir Lewandowskis 200. Geburtstag. Da ist natürlich Party angesagt«, sagte Festivaldirektor Nils Busch-Petersen.

Interview

»Gedenken an Jana und Kevin ist das Wichtigste«

Max Privorozki über den Anschlag auf seine Gemeinde an Jom Kippur vor drei Jahren, tiefe Wunden und Forderungen an die Politik

von Lilly Wolter  02.10.2022

Ilana Katz

»Die documenta hätte so großartig werden können«

Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Kassel über Unverständnis, Unterstützung und viele Debatten

von Ralf Balke  30.09.2022

Würdigung

Renate Wagner-Redding wird Ehrenbürgerin von Braunschweig

Die ehrenamtliche Gemeindevorsitzende engagiert sich seit Jahrzehnten für die jüdische Gemeinschaft

von Lilly Wolter  29.09.2022

Eva Szepesi

»Ich suchte sie mit den Augen«

Die Zeitzeugin über den Verlust der Familie, Überleben und ihre jahrelange Sprachlosigkeit

von Christine Schmitt  29.09.2022

Ichenhausen

Neue Talkreihe in alter Synagoge

Hoher Besuch in der ehemaligen Synagoge Ichenhausen: Der CSU-Ehrenvorsitzende und frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel tritt dort am Freitag als Premierengast der »Ichenhausener Synagogengespräche für die Zukunft« auf

 28.09.2022

Porträt der Woche

Buchstaben und Noten

Dimitri Dragilew ist Dichter und widmet sich als Pianist auch russischen Komponisten

von Christine Schmitt  27.09.2022

Amtseinführung

Musikalischer Fingerabdruck

Kantor Assaf Levitin hat in der Jüdischen Gemeinde Hamburg viel vor

von Heike Linde-Lembke  24.09.2022

Rosch Haschana

Über sich hinauswachsen

Drängende Aufgaben waren 5782 in großer Zahl zu bewältigen. Auch im kommenden Jahr werden uns alte und neue Herausforderungen begleiten

von Charlotte Knobloch  24.09.2022

Berlin

Challe: Es geht rund

Laurel Kratochvila backt in Friedrichshain

von Katrin Richter  24.09.2022