Erziehung

Motivation und feste Strukturen

IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch (3.v.r.) bei der Gesprächsrunde zum Thema »Back to School« Foto: Screenshot JA

Kinder, ihre Erziehung und schulische Ausbildung genießen in der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern höchste Priorität. Diesen Anspruch vermittelte auch eine Gesprächsrunde im Gemeindezentrum unter dem Titel »Back to School: Was brauchen Eltern und Schüler für einen gelungenen Wiedereinstieg?«

Zu Beginn der Veranstaltung, die auf der Internetplattform »IKG LIVE!« übertragen wurde und in der Mediathek abgerufen werden kann, beschrieb IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch die aktuelle Situation.
Nach den bereits erfolgten Lockerungen ist der Status quo aus ihrer Sicht mit der Hoffnung auf die Rückkehr zur Normalität verbunden. »Damit das funktioniert«, ist sie überzeugt, »müssen die Probleme mitgedacht und dann auch gelöst werden.«

Krisenmanagement Wie das Krisenmanagement im Erziehungs- und Schulbereich in den vergangenen Monaten funktionierte, vor allem aber, welche Erkenntnisse daraus gewonnen wurden und wie sie in der Praxis umgesetzt werden, erfuhren die Zuschauer der Live-Übertragung aus erster Hand. An der Gesprächsrunde nahmen Miriam Geldmacher und Claudia Bleckmann, die Leiterinnen des Gymnasiums und der Sinai-Schule, sowie die Leiterin der Erziehungsberatungsstelle, Elena Sidhu, und ihre beiden Mitarbeiter Igor Kolesnikov und Elisabeth Messner teil. Charlotte Knob­loch sprach von »geballter Kompetenz«, die sich bei der Diskussionsrunde zusammengefunden habe.

Alle Teilnehmer des Informationsabends waren sich darin einig, dass der Lockdown zwar den Schul- und Vorschulbetrieb im Gemeindezentrum zum Erliegen gebracht hat, nicht aber die pädagogische Arbeit, die ins Internet verlegt werden musste. Das damit einhergehende Manko, das sich mit der Rückkehr zur Normalität jetzt aber von selbst erledigt hat, war der fehlende persönliche Kontakt zwischen Schülern und Lehrern. »Dieser Kontakt«, sagte Elena Sidhu, »ist enorm wichtig.«

Das angesichts der Corona-Krise im Schnellverfahren entwickelte Konzept konnte gut umgesetzt werden.

Motivation, Konzentration, feste Tagesstrukturen: Diesen Parametern und wie sie im Zusammenspiel von Kindern, Eltern und Schule erfüllt werden können, widmete sich ein großer Teil des Abends. Miriam Geldmacher stellte in diesem Zusammenhang fest, dass das angesichts der Corona-Krise im Schnellverfahren entwickelte Konzept gut umgesetzt werden konnte.

Noch mehr freute sie sich über die Wiederaufnahme des (noch eingeschränkten) Unterrichtsbetriebs. »Wir genießen es, wieder hier sein zu dürfen«, erklärte sie. Claudia Bleckmann, Rektorin der Grundschule, sah das nicht anders. »Es war so traurig ohne die Kinder«, gab sie das Stimmungsbild in der Gemeinde wieder.

Name Für Aufmerksamkeit, vor allem bei Miriam Geldmacher, sorgte an dem Abend die Anmerkung Charlotte Knoblochs, dass sich der Vorstand auf einen Namen für das Gymnasium verständigt habe. Er soll aber erst bekannt gegeben werden, wenn alle Formalitäten erledigt sind. hr

Wuppertal

Am helllichten Tag

Nach dem Brandanschlag auf die Synagoge geht das Gemeindeleben in der nordrhein-westfälischen Stadt weiter. Aber was bedeutet diese Normalität?

von Helmut Kuhn  01.10.2026

Rostock

Zunehmend sprachlos

Die Gemeinde hatte Schlimmeres befürchtet, doch Sorgen bleiben auch nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern

 01.10.2026

Wiedervereinigung

Zeit der Blüte

Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Für jüdische Gemeinden in Ost und West war dies ein neuer Anfang, für manche auch die Rettung. Drei Gemeindemitglieder erzählen, wie sie diese Zeit erlebten

von Christine Schmitt  01.10.2026

Deutschland

Holocaust-Überlebende: Regierung der Linkspartei in Berlin wäre eine Katastrophe

»Hier muss die Politik gründlich aufpassen, dass das nicht passiert«, sagt Charlotte Knobloch bei »Maischberger«

 01.10.2026

Wahl

»Der Schock sitzt tief«

Jüdinnen und Juden blicken mit großer Skepsis auf eine mögliche Regierungsbeteiligung der Linken. Sie fordern klare Zusagen zum Kampf gegen Antisemitismus

von Christine Schmitt  30.09.2026

Rathaus Neukölln

Berlin

Hillel zieht seine Chanukkia aus dem Rathaus Neukölln ab

Der jüdische Bildungsverein will seine Chanukka-Feier künftig an einem »neutralen Ort« abhalten. Für den scheidenden Bürgermeister Martin Hikel ist die Entscheidung ein Schock

 01.10.2026 Aktualisiert

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 8. Oktober

 30.09.2026

Chemnitz

Gestohlener Davidstern sichergestellt

Unbekannte hatten laut Polizei in der Dauerausstellung des Lern- und Gedenkortes eine Schautafel beschädigt und den Davidstern mitgenommen

 28.09.2026

Archäologie

Hoffnung auf Latrinen - Grabung legt mittelalterliche Keller frei

Die Funde auf dem Areal der zweiten Jüdischen Gemeinde informieren über das Leben im mittelalterliche Erfurt. Zugleich geben sie Einblicke in die Stadtplanung des 13. Jahrhunderts

von Matthias Thüsing  28.09.2026