Israelkongress

Mann der klaren Worte

Mathias Döpfner (M.) erhielt auf dem Israelkongress den Arno-Lustiger-Ehrenpreis. Foto: Rafael Herlich

Mathias Döpfner ist jemand, der in der Öffentlichkeit vehement jede Form von Antisemitismus verurteilt und das unbedingte Existenzrecht des Staates Israel verteidigt. Diese Haltung hat dem Vorstandsvorsitzenden des Axel-Springer-Verlags und promovierten Musikwissenschaftler neben hohem Respekt in jüdischen Kreisen schon zahlreiche öffentliche Ehrungen eingebracht. Döpfner erhielt in der Vergangenheit etwa den in New York verliehenen »International Leadership Award« der Anti-Defamation League und den Award of Merit der B’nai-B’rith-Loge.

Am vergangenen Sonntag nun wurde Döpfner während des 4. Deutschen Israelkongresses mit dem Arno-Lustiger-Ehrenpreis gewürdigt. Dieser wird Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens verliehen, die sich »besonders für die bilateralen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Staat Israel verdient gemacht haben«, wie es Sacha Stawski, Vorsitzender des Vereins »I like Israel« und Organisator des Kongresses, formulierte.

Herz und Verstand »Arno wäre begeistert, dass Sie diesen Preis bekommen. Mir fällt niemand ein, der ihn mehr verdient hätte«, sagte Laudator Henryk M. Broder. Döpfner sei ebenso wie Lustiger »ein Gelehrter mit Herz und Verstand«, dem die Freiheit und der Freiheitsgedanke genauso wichtig seien wie dem vor vier Jahren verstorbenen Schoa-Überlebenden Arno Lustiger. Insbesondere, wenn das Existenzrecht Israels infrage gestellt wird, melde »sich Herr Döpfner zu Wort – und dann läuten die Glocken«.

Dass er die Laudatio auf den eigenen Chef hielt, war nach Broders eigenem Bekunden ein »riskantes Unterfangen«. Er fühle sich dem aber gewachsen, betonte er. Schließlich sei es Döpfner gewesen, der ihn vor Jahren vom »Spiegel« zur »Welt« gelockt habe. »Jedes Mal, wenn etwas von Jakob Augstein erscheint, bin ich dankbar, dass ich nicht mit diesem Mann im selben Blatt publiziere«, sagte Broder.

Broder lobte Döpfner dafür, dass er sich im Eklat um das Erdogan-Gedicht von Jan Böhmermann ohne Wenn und Aber hinter den Satiriker gestellt habe. Den Ausspruch der evangelischen Theologin Margot Käßmann, auch Terroristen seien das Ebenbild Gottes, kritisierte Broder ebenso wie die Ausstellung iranischer Kunst durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz – schließlich habe sich der Generaldirektor des Teheraner Partnermuseums an dem antisemitischen Holocaust-Karikaturenwettbewerb im Iran beteiligt. »Denken Sie daran«, warnte Broder zum Schluss seiner Laudatio: »Der Kampf geht weiter!«

Präambel Mathias Döpfner berichtete, er habe nur wenige kurze Gespräche mit Arno Lustiger geführt. Aber diese hätten ihn sehr beeindruckt. Lustiger sei ein »wunderbarer Mensch« gewesen. Deshalb freue er sich über diesen Preis besonders.

Dass die Israel-Präambel, die Axel Springer 1967 allen Mitarbeitern in den Arbeitsvertrag geschrieben hatte und die »das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen sowie die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes« als Leitsatz vorgibt, überhaupt notwendig gewesen sei, bezeichnete Döpfner als »schrecklich«. »Es ist eine Schande, dass es das braucht!« Und es sei unglaublich, dass laut einer Umfrage mehr als die Hälfte der Deutschen glaube, Israel sei für die Krise im Nahen Osten verantwortlich.

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