Festakt

Kulturforum Görlitzer Synagoge wird eröffnet

Nach jahrelanger Sanierung wird am 12. Juli die ehemalige Görlitzer Synagoge als Kulturforum wiedereröffnet. Es soll ein »Ort der Begegnung und des vielfältigen kulturellen und gesellschaftlichen Engagements« entstehen, teilte die Stadtverwaltung Görlitz nun mit. Die Gesamtkosten der Sanierung werden auf knapp zehn Millionen Euro beziffert. Viele Details im Innenraum konnten rekonstruiert werden.

Das Kulturforum sollte im Dezember 2020 eröffnet werden. Coronabedingt wurde der Termin aber verschoben. Zukünftiger Betreiber ist die Görlitzer Kulturservicegesellschaft. Seit 1963 ist die Stadt Eigentümer des Gebäudes.

Als einzige Synagoge auf dem Gebiet des heutigen Freistaats Sachsen hatte der Görlitzer Bau die Pogromnacht am 9. November 1938 überstanden. Vor der Komplettsanierung hatte sich seit 2004 ein Förderverein für die Wiederbelebung des historischen Ortes engagiert.

Eine jüdische Gemeinde gibt es in Görlitz nicht mehr. Die 1911 geweihte Synagoge war nach dem Zweiten Weltkrieg mehr und mehr in Vergessenheit geraten.

Zur feierlichen Eröffnung des Kulturforums werden die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, und Sachsens Ministerpräsident, Michael Kretschmer (beide CDU), erwartet sowie der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Dresden, Michael Hurshell. Die Veranstaltung wird live übertragen.

Die Jüdische Gemeinde in Görlitz wurde 1939 aufgelöst. Damals gehörten ihr etwa 350 Mitglieder an, Ende des 19. Jahrhunderts waren es noch rund 700 Juden. Die Sanierung der Synagoge erfolgte seit 1991 in mehreren Abschnitten. epd

Sport

Maccabiah Chai!

170 Athletinnen und Athleten sind in Israel beim größten jüdischen Sportevent – Wir stellen Ihnen sechs vor

von Katrin Richter, Helmut Kuhn  01.07.2026

Sachsen-Anhalt

»Eine offene Tür ist unsere Antwort«

Landesverbands-Geschäftsführerin Rimma Fil über wachsenden Antisemitismus, Sorgen vor der Landtagswahl und den festen Willen der jüdischen Gemeinden, sichtbar zu bleiben

von Christine Schmitt  01.07.2026

Verlegung

Magdeburg erhält 900. Stolperstein

Seit 2007 wird in Magdeburg mit Stolpersteinen an Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Die nunmehr 47. Verlegung wurde auf zwei Tage verteilt

 01.07.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  30.06.2026

Meinung

Maccabiah ist gelebte Selbstbehauptung

Gerade jetzt ist es für jüdische Sportlerinnen und Sportler wichtig, in Israel Kraft zu tanken. Es geht nicht nur um Sport, sondern auch um Selbstbehauptung und ein tieferes Verständnis für das Land

von Alon Meyer  30.06.2026

Aufruf

Jüdische Hochschullehrer fordern besseren Schutz gegen Antisemitismus

Hochschulen können ihre jüdischen Studierenden und Lehrenden nicht ausreichend gegen Antisemitismus schützen. Das NJH will das ändern und fordert unter anderem die Möglichkeit zur Exmatrikulation von Störern

 30.06.2026

Forschung

Historiker Gerber: Erinnerung an Holocaust verschwindet

Der Leipziger Historiker Jan Gerber wendet sich gegen ein kontinuierliches Verschwinden der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Schoa. Der Tod der letzten Zeitzeugen ist für ihn dabei nicht entscheidend

von Volker Hasenauer  29.06.2026

Festival

Trotz Rekordhitze: Tausende Gäste bei Jüdischer Woche in Leipzig

Trotz der sommerlichen Hitze und damit verbundener Programmänderungen seien die Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet auf großen Zuspruch gestoßen

 29.06.2026

Erinnerung

Kunst mit Haltung

Das musikalisch-szenische Projekt »Und dennoch morgen« der Europäischen Janusz Korczak Akademie feierte im Gasteig Premiere

von Ellen Presser  28.06.2026