Frankfurt/Main

Klares Bekenntnis

Dan Shaham, Noga Hartmann und Peter Feldmann (v.l.) Foto: Rafael Herlich

Zum vierten Deutsch-Israelischen Freundschaftstag fand am Donnerstagabend in der Aula der I.E. Lichtigfeld-Schule im Frankfurter Philanthropin eine Feierstunde statt. Oberbürgermeister Peter Feldmann dankte in seiner Ansprache der gastgebenden Schule und äußerte den Stolz der Stadt darüber, dass es seit einem halben Jahrhundert in Frankfurt wieder eine jüdische Schule gebe.

Feldmann sprach in seiner Rede auch die vielfältigen gemeinsamen Projekte zwischen Frankfurt und der Partnerstadt Tel Aviv an. Er freue sich, dass der vierte Deutsche Israelkongress am 19. Juni in Frankfurt am Main stattfinden werde.

Auch der Jugendaustausch zwischen Frankfurt, Tel Aviv und der türkischen Partnerstadt Eskisehir liege ihm am Herzen: »Wenn es uns gelingt, Hoffnung und Vertrauen im Zusammenleben junger Menschen zu wecken, wenn uns dies an vielen Orten und zu vielen Zeiten gelingt, dann können wir die Spirale aus Angst und Aggressionen durchbrechen.« Dadurch könne eine Basis des Miteinanders gefunden werden, für die das internationale Frankfurt beispielgebend sei.

besuchsprogramm Zur Feierstunde hieß Oberbürgermeister Feldmann die Teilnehmer am diesjährigen jüdischen Besuchsprogramm willkommen. Seit 1980 lädt die Stadt Frankfurt ehemalige jüdische Mitbürger und ihre Nachkommen in ihre alte Heimatstadt ein, um ihnen das neue Frankfurt zu zeigen und an verlorene und zerstörte Bindungen wieder anzuknüpfen.

Auch Stadtkämmerer Uwe Becker zeigte sich erfreut über den Besuch an diesem geschichtsträchtigen Ort. Die Jüdische Gemeinde Frankfurt sei die erste in Deutschland gewesen, die »nach der schrecklichen Zeit des verbrecherischen Nationalsozialismus« eine Schule gründete. »Diese vermittelt jüdische Werte und Wissen und ist Ausdruck der großen jüdischen Tradition in unserer Stadt.« Frankfurt sei stolz darauf, wieder Heimat einer großen und aktiven jüdischen Gemeinde zu sein. Umso mehr sei die enge Freundschaft Frankfurts zu Israel auch »Teil der Identität unserer Stadt und ihrer Gesellschaft«.

repräsentanz Zur Verstärkung der engen Beziehungen wird es zukünftig eine Repräsentanz des israelischen Generalkonsulates in Frankfurt geben. »Frankfurt ist für Israel ein wichtiger Partner und ein zentraler Knotenpunkt für zahlreiche Projekte im Bereich der Bildungs- und Wirtschaftskooperation«, sagte Generalkonsul Dan Shaham am Donnerstagabend. »Wir freuen uns auf eine ganz neue Ebene der Zusammenarbeit mit Partnern und Freunden.«

Das Philanthropin war eine der Schulen der ehemaligen israelitischen Gemeinde in Frankfurt am Main. Es bestand von 1804 bis zur Schließung durch die Nationalsozialisten 1942. Mit bis zu 1000 Schülern war es die größte und am längsten bestehende jüdische Schule in Deutschland. Seit dem Schuljahr 2006/2007 ist das Philanthropin Sitz der I. E. Lichtigfeld-Schule der Jüdischen Gemeinde Frankfurts. ja

Berlin

Interreligiöses Gespräch

Douglas Emhoff und Deborah Lipstadt haben sich im Leo-Baeck-Haus mit Vertretern von Judentum, Christentum und Islam getroffen

 31.01.2023 Aktualisiert

Porträt der Woche

»Ich bin für andere da«

Shterna Wolff leitet das Jugendzentrum in Hannover und arbeitet rund um die Uhr

von Christine Schmitt  28.01.2023

27. Januar

»Verantwortung annehmen«

Charlotte Knobloch über ihre Gedenkrede im Bundestag 2021, Erinnerungsarbeit an Schulen und Vertrauen in die junge Generation

von Stefanie Witterauf  26.01.2023

Gedenken

Von Routine keine Spur

Insgesamt 100.000 Stolpersteine wird Gunter Demnig in diesem Frühjahr verlegt haben

von Carina Dobra  26.01.2023

Berlin

Ein kurzes Leben

Marianne Cohn rettete 200 jüdische Kinder

von Christine Schmitt  26.01.2023

Margot Friedländer

»Hier bin ich geboren, hier werde ich sterben«

Die Holocaust-Überlebende und Ehrenbürgerin Berlins wurde am Montag ausgezeichnet

von Imanuel Marcus  26.01.2023

Jubiläum

Mehr als Einwanderung

Auch nach 90 Jahren ist die Jugend-Aliyah noch aktiv. Ein deutscher Verein unterstützt das Hilfswerk

von Joshua Schultheis  26.01.2023

Soziale Medien

Sprache der Jugendlichen

Wie TikTok an die Schoa erinnern möchte

von Ralf Balke  26.01.2023

»We Remember«

Zuhören und fragen

Berliner Schülerinnen und Schüler im Gespräch mit Zeitzeugen

von Katrin Richter  26.01.2023