Elmshorn

Jüdischer Friedhof geschändet

Der jüdische Friedhof in Elmshorn Foto: CC

Auf den jüdischen Friedhof Elmshorn ist offenbar ein antisemitischer Anschlag verübt worden. Wie die Vorsitzende der Gemeinde Alisa Fuhlbrügge der Jüdischen Allgemeinen mitteilte, habe sie am Montag beim Betreten des Friedhofs gegen 14.30 Uhr auf der schweren Holztür der Begräbnishalle eingeritzte antisemitische Parolen mit Begriffen wie »Zion« und »Weltgericht« vorgefunden. Zudem seien offenbar mit einem spitzen Gegenstand auch antisemitische Symbole angebracht gewesen. Die Polizei habe Fotos gemacht und die Ermittlungen übernommen.

Restaurierung Der Vorfall sei umso gravierender als gerade an diesem Montag mit der Restaurierung des Friedhofs begonnen werden sollte, sagt Fuhlbrügge. Seit Jahren bemühe sich die kleine jüdische Gemeinde um den Erhalt und die Restaurierung des historischen jüdischen Friedhofs in der Feldstraße, der auf das Jahr 1685 zurückgeht.

Sie habe dem Restaurator die Tür der Begräbnishalle aufschließen wollen als sie die »Verunstaltungen« entdeckte, erzählt Alisa Fuhlbrügge. »Als Gemeindevorsitzende habe ich mich jahrelang um Spenden und Unterstützer für die Renovierung bemüht. Gerade in dem Moment, wo die Kosten – auch die Stadt Elmshorn und das Landesdenkmalamt Schleswig-Holstein werden sich beteiligen – für den ersten Bauabschnitt gesichert sind, die Ausschreibung gelaufen und mit den entsprechenden Arbeiten begonnen werden kann, passiert dieser Zwischenfall. Sie können sich vorstellen, dass ich und auch die Gemeindemitglieder sowie meine Stellvertreterin, die anwesend waren, geschockt sind«, sagt Fuhlbrügge. Die Gemeinde hat einen Strafantrag gestellt. ja

Interview

»Gedenken an Jana und Kevin ist das Wichtigste«

Max Privorozki über den Anschlag auf seine Gemeinde an Jom Kippur vor drei Jahren, tiefe Wunden und Forderungen an die Politik

von Lilly Wolter  02.10.2022

Ilana Katz

»Die documenta hätte so großartig werden können«

Die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Kassel über Unverständnis, Unterstützung und viele Debatten

von Ralf Balke  30.09.2022

Würdigung

Renate Wagner-Redding wird Ehrenbürgerin von Braunschweig

Die ehrenamtliche Gemeindevorsitzende engagiert sich seit Jahrzehnten für die jüdische Gemeinschaft

von Lilly Wolter  29.09.2022

Eva Szepesi

»Ich suchte sie mit den Augen«

Die Zeitzeugin über den Verlust der Familie, Überleben und ihre jahrelange Sprachlosigkeit

von Christine Schmitt  29.09.2022

Ichenhausen

Neue Talkreihe in alter Synagoge

Hoher Besuch in der ehemaligen Synagoge Ichenhausen: Der CSU-Ehrenvorsitzende und frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel tritt dort am Freitag als Premierengast der »Ichenhausener Synagogengespräche für die Zukunft« auf

 28.09.2022

Porträt der Woche

Buchstaben und Noten

Dimitri Dragilew ist Dichter und widmet sich als Pianist auch russischen Komponisten

von Christine Schmitt  27.09.2022

Amtseinführung

Musikalischer Fingerabdruck

Kantor Assaf Levitin hat in der Jüdischen Gemeinde Hamburg viel vor

von Heike Linde-Lembke  24.09.2022

Rosch Haschana

Über sich hinauswachsen

Drängende Aufgaben waren 5782 in großer Zahl zu bewältigen. Auch im kommenden Jahr werden uns alte und neue Herausforderungen begleiten

von Charlotte Knobloch  24.09.2022

Berlin

Challe: Es geht rund

Laurel Kratochvila backt in Friedrichshain

von Katrin Richter  24.09.2022