Berlin

Judentum in Vielfalt

Symbolfigur des deutschen Judentums: Leo Baeck (1873–1956) Foto: Archiv JA

Aus Anlass des 60. Todestages von Rabbiner Leo Baeck hatte die Leo Baeck Foundation am Sonntag ins Berliner Centrum Judaicum geladen. Motto des Abends: »Leo Baeck als Wegweiser für ein Judentum in Vielfalt«. Verschiedene Redner würdigten dabei den großen liberalen Rabbiner.

Charlotte Knobloch, Präsidentin der IKG München und Oberbayern und Schirmherrin des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerkes (ELES), nannte Leo Baeck in ihrer Rede eine herausragende Persönlichkeit des Judentums: »Leo Baeck hat uns unschätzbar wertvolle Gedanken und Visionen über die jüdische Religion und den interkulturellen Dialog hinterlassen, der doch gerade in unseren Tagen von zentraler Relevanz ist für das gegenwärtige und das künftige Miteinander in unserer Gesellschaft und der Welt.«

vorbild Knobloch betonte, dass das Ziel der Einheitsgemeinde, wie sie in Deutschland im 19. Jahrhundert entstanden ist und auch heute praktiziert wird, vor allem eines bedeute: Vielfalt ermöglichen. »Dafür stand Leo Baeck – auch hier bleibt er uns ein Vorbild.«

Rabbiner Walter Homolka, Chairman der Leo Baeck Foundation, sprach über die »Chancen und Herausforderungen der Pluralisierung«. Mit Blick auf die Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion sagte Homolka, dass die soziale Integration gelungen, die religiöse Bindung aber noch diffus sei. Er unterstrich dabei die Bedeutung der jüdischen Zivilgesellschaft. Vertreter und Stipendiaten von ELES , der School of Theology der Universität Potsdam und des Abraham Geiger Kollegs diskutierten anschließend das Thema.

Mitveranstalter waren die Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, die Allgemeine Rabbinerkonferenz und der Deutsche Kulturrat. Dessen Geschäftsführer, Olaf Zimmermann, stellte an diesem Abend das von ihm herausgegebene Dossier »Koscher, Kippa, Klezmer? – Judentum und Kultur« der Zeitung Politik & Kultur vor. Im Dossier geht es um historische und aktuelle kulturelle Perspektiven des Judentums in Deutschland. ja

Bad Kissingen

ZWST benennt Kurheim nach Beni Bloch sel. A.

Deutschlands einziges jüdisches Kurheim wird nach dem langjährigen ZWST-Chef benannt

 20.01.2020

Porträt der Woche

»Ich spüre gute Vibes«

Bela Cohn-Bendit ist Wirtschaftssoziologe und trainiert Jugendliche bei Makkabi

von Eugen El  18.01.2020

Ausstellung

Vom Wohlstandskind zur Kriegsreporterin

Die Monacensia lässt das bewegte Leben von Erika Mann Revue passieren

von Ellen Presser  16.01.2020

München

Weiße Rose, Schicksal, Auschwitz

Meldungen aus der IKG

 16.01.2020

München

Max Mannheimer zu Ehren

Am 6. Februar wäre der Zeitzeuge 100 Jahre alt geworden – nun wird das Grafinger Gymnasium nach ihm benannt

von Helmut Reister  16.01.2020

Kompakt

Kulturerbe, Erinnerung, Schule

Meldungen aus den Gemeinden

 16.01.2020

Buch

Bilder als Denkmal

Der Fotograf Thies Ibold erinnert an den Kunsthistoriker Aby Moritz Warburg

von Heike Linde-Lembke  16.01.2020

Geschichte

Die anderen Flüchtlinge

Der Politikwissenschaftler Stephan Grigat stellte Georges Bensoussans Buch »Die Juden der arabischen Welt« vor

von Gerhard Haase-Hindenberg  16.01.2020

Kino

Familientreffen in Nahost

Nach der Wende lernt Esther Zimmering ihre israelische Verwandtschaft kennen

von Jérôme Lombard  16.01.2020