Nachruf

»Ideenreich und integrativ«

Ute Teschemacher (1950–2015) Foto: privat

Ute Teschemacher, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Emmendingen, ist am 23. November im Alter von 65 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Mit ihrem großen Engagement hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Klaus dem jüdischen Leben in den Landkreisen Emmendingen und Ortenau eine neue Heimat gegeben und das gesellschaftliche Leben geprägt. 15 Jahre lang war sie Vorsitzende der neugegründeten Gemeinde, vertrat die Region im Oberrat der Israeliten Badens und lange auch im Zentralrat.

Ute Teschemacher wurde am 14. Oktober 1950 in Rottweil am Necker geboren. Ihren Ideenreichtum brachte die Pädagogin, die 1986 die Emmendinger Sprachheilschule aufbaute, auch bei der Integration jüdischer Flüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion ein. Das Ehepaar Teschemacher war in Emmendingen die treibende Kraft, das dort von den Nationalsozialisten ausgelöschte jüdische Leben wieder aufleben zu lassen.

ehrungen Ute Teschemacher bewies herausragendes organisatorisches Gespür, getragen von persönlicher Zuwendung. 1999 wurden die Integrationsbemühungen der Gemeinde mit dem Karl-Kübel-Preis für »Familieninitiativen in religiösen Gemeinden« in der Frankfurter Paulskirche geehrt. »Sie stehen für Toleranz und menschliches Miteinander«, würdigte Baden-Württembergs Staatsministerin Silke Krebs Ute und Klaus Teschemacher zudem 2012 anlässlich der Verleihung der Staufermedaille in Gold, einer selten verliehenen Ehrung.

An klaren Worten fehlte es Ute Teschemacher bei alldem nie, so etwa 1988 bei der Diskussion um den Text einer Gedenktafel für die in der Pogromnacht zerstörte Emmendinger Synagoge. Ute Teschemacher leitete zudem viele Jahre den 1988 gegründeten Verein für jüdische Kultur und Geschichte. Bei ihrem Einsatz war sie immer darauf bedacht, Menschen für diese Arbeit zu gewinnen und einzubeziehen.

Die letzte Ehrung konnte Ute Teschemacher schon nicht mehr persönlich entgegennehmen. Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der jüdischen Gemeinde erhielt der Saal im Simon-Veit-Gemeindehaus den Namen »Teschemacher-Saal«. Am vergangenen Donnerstag wurde sie zu Grabe getragen.

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