Solidarität

Ich mag Israel

I like Israel« ist eine griffige Formel, die viele Freunde des Heiligen Landes gern unterstreichen. Zum Unabhängigkeitstag des Nahost‐Staates ruft die Organisation ILI seit mehreren Jahren zu großen Aktionen auf. Die jüdischen Gemeinden in Köln und Düsseldorf feiern traditionell auf dem Rudolfplatz in der Domstadt und auf dem Burgplatz in der Landeshauptstadt. In diesem Jahr stehen von Aachen bis Zittau 47 Städte‐ und Ortsnamen auf der Liste mit Veranstaltungen.

Einzelgespräch Angeblich werden es immer mehr. Doch in den jüdischen Gemeinden gibt es durchaus auch kritische Stimmen zu der Art und Weise der Performance. Der Duisburger Jugendleiter Oleg Tartakowski hält nichts von allzu großen Feiern. »Wir suchen lieber das Einzelgespräch.« Mit einer Apfelsine und einem Israelfähnchen in der Hand gehen die jungen Duisburger Juden auf Passanten zu und bieten ihnen Informationen oder Gespräche an, erzählt der Jugendleiter. Seit dreieinhalb Jahren ist Tartakowski im Amt, seit drei Jahren bestreitet er den ILI‐Tag mit. Zur kleinen Ausstattung am Duisburger Leysieffer‐Brunnen in der Königsstraße gehören ein Infostand und eine aufblasbare Wellness‐Oase mit Couch und Sesseln. Im nächsten Jahr sollen dann wieder Falafel‐Stand und eine Show für Kinder hinzukommen.

Die Jüdische Gemeinde Dresden verzichtet in diesem Jahr ganz auf ILI. »Vor einigen Jahren haben wir mal teilgenommen«, erinnert sich ihre Vorsitzende Nora Goldenbogen. Das Heilige Land finde sich in den kulturellen Angeboten der Gemeinde das ganze Jahr über wieder. Im Herbst will die Gemeinde eine Schwerpunktreihe anbieten. »Das Thema Israel ist nicht an einem Tag gelöst«, sagt Goldenbogen.

Authentizität In Kunstausstellungen könne das Bild des Staates manchmal authentischer vermittelt werden als an einem Aktionstag, ist die Gemeindevorsitzende überzeugt. Außerdem werde das Zentrum am Hasenberg im nächsten Jahr zehn Jahre alt. Zum Jubiläum will sich die Gemeinde dann auch wieder etwas größer in der Öffentlichkeit präsentieren und zum Tag der offenen Tür einladen.

Sascha Kaplan aus Bochum gibt pragmatische Gründe an, warum seine Gemeinde in diesem Jahr den Israeltag etwas kleiner angeht. »Wir unterstützen die Dortmunder Gemeinde.« Die Städte liegen nur zehn Minuten mit dem Zug auseinander. Für die Jugendlichen gibt es eine Israelparty in Bochum. Einen generellen Abwärtstrend der Initiative ILI könne er jedoch nicht erkennen.

Termine Das sieht auch Gabriel Goldberg so. Der Landesjugendleiter sieht eher eine Doppelbelastung für die jüdischen Gemeinden. Der 14. Mai, der Tag der Unabhängigkeitserklärung, fiel in diesem Jahr auf einen Freitag. An diesem Tag haben die Gemeinden traditionell mit den Schabbatvorbereitungen zu tun. Gleichzeitig auch noch ein Fest auszurichten, überfordert viele, andere haben schon am 20. April Jom Haazmaut gefeiert. Bei aller Kritik, die ständig gegenüber Israel erhoben würde, meint Goldberg, dass eine Liebeserklärung »erst recht« angebracht sei. Und viele Gemeinden seien offensichtlich seiner Meinung und feiern öffentlich mit.

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