Herford

»Ich fühle mich wohl hier«

Lang ersehnt: der Einzug der Torarollen in die neue Synagoge Herford Foto: Alexander Kröger

Ruben Heinemann, 47:
»Für mich ist eine Wunde im Stadtbild geschlossen, die im Herzen noch bleibt. Die vergangenen 21 Monaten betreute ich als Gemeinde‐Projektkoordinator die Baustelle. Das war wie ein zweiter Beruf, eine oft sehr zeitintensive Aufgabe. Trotzdem war es nie eine Belastung, sondern immer eine Herzensangelegenheit für mich. Mein Onkel und mein inzwischen verstorbener Vater haben früher die alte Synagoge besucht, aus den Erinnerungen und Gesprächen der Familie ist sie nie verschwunden. Auch deswegen ist das heute für mich ist ein sehr bewegender Moment.«

Gennadi Mouller, 41:
»Ich empfinde große Freude und Zuversicht für die Zukunft. Besonders beeindruckt bin ich auch von der breiten gesellschaftlichen Unterstützung, die unter anderm bei der Einweihung sichtbar wurde. Ich fühle mich hier wohl und aufgenommen. Ich hoffe nur, dass auch die Kinder und Jugendlichen in der neuen Synagoge ein zweites Zuhause finden.«

Daphne Wolff, 60:
»Es ist ein wunderschönes Haus, alles ist perfekt. Mit dem Neubau zeigt sich, dass es noch immer ein aktives jüdisches Leben gibt. Die Synagoge ist auch ein deutlich sichtbares Zeichen, dass es damals den Nazis nicht gelungen ist, uns auszulöschen.«

Kira Zelewitsch‐Bergmann, 61:
»Ich bin dankbar und stolz, das ist ein unvergleichbares Gefühl. Dieser Tag wird mir immer in Erinnerung bleiben.«

Walter Heinemann, 83:
»Ich besuchte als Elfjähriger den Gottesdienst in der alten Synagoge, bevor sie 1938 zerstört wurde. Ich fühle Freude und Trauer. Freude, dass es wieder aufwärts geht, und Trauer, weil damals viele Freunde und Gemeindemitglieder sterben mussten.«

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