Speyer

Haus des Friedens

Synagogeneinweihung: Segen am offenen Toraschrank Foto: epd

73 Jahre nach der Zerstörung des alten Gotteshauses hat Speyer wieder eine Synagoge. Bei der Einweihungsfeier am Mittwochabend stellte Bundespräsident Christian Wulff die Beziehung zu den Ereignissen am 9. November 1938 her. Zugleich bezeichnete er das wieder aufblühende jüdische Leben in Deutschland als ein Geschenk. Der 9. November erinnere an das grausamste Kapitel der deutschen Geschichte und sei aber auch ein ermutigender Tag der Zuversicht und der Hoffnung, sagte Wulff. »Wir freuen uns darüber, dass neue Synagogen gebaut werden, dass in diesen Synagogen gebetet wird und das Gotteslob erklingt.«

Die Stadt Speyer gelte seit dem Mittelalter in der weltweiten jüdischen Gemeinschaft als berühmter Ort jüdischer Existenz, betonte Wulff. Die neue Synagoge auf dem Gelände der ehemaligen katholischen St.-Guido-Kirche sei die Verheißung einer neuen und dauerhaften Präsenz jüdischen Lebens in Speyer.

Rheinland-Pfalz Die rund 3,5 Millionen Euro teure Speyerer Synagoge »Beith Schalom« wurde nach dreijähriger Bauzeit zum Jahrestag der Pogromnacht der Nationalsozialisten 1938 und des Mauerfalls 1989 eröffnet. Etwa zwei Drittel der Baukosten tragen das Land Rheinland-Pfalz und die Stadt Speyer, den Rest die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sagte vor rund 120 Gästen, die Landesregierung habe den Bau aus voller Überzeugung gefördert. Gerade in Speyer mit seiner reichen christlich-jüdischen Tradition werde deutlich, dass viele Leistungen ohne die jüdischen Mitbürger nicht möglich gewesen wären.

Nach der Einweihung der Mainzer Synagoge im vergangenen Jahr sei das neue jüdische Gotteshaus ein wichtiges Zeichen zum Aufbau der ehemaligen SCHUM-Städte Mainz, Worms und Speyer, sagte der Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz, Israel Epstein. Im 11. und 12. Jahrhundert galten die drei Städte am Rhein als ein Zentrum des jüdischen Lebens in Europa. Die SCHUM-Städte vertraten eine gemeinsame Auslegung der jüdischen Religionsgesetze und hatten berühmte Talmudschulen. (epd/ja)

Frankfurt

Ein Abend – trotz allem

Im Philanthropin sprachen die Schoa-Überlebende Eva Szepesi und Ella Shani, eine Überlebende des 7. Oktober, über Zeitzeugen, Schüler und Erinnerungen

von Raquel Erdtmann  12.02.2026

Karneval

Ganz schön jeck

Die Düsseldorfer Gemeinde lud zum traditionellen Prinzenpaarempfang. Sie will damit ein Zeichen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt setzen

von Jan Popp-Sewing  12.02.2026

Erfurt

Jüdische Kulturtage mit mehr Sichtbarkeit in Israel

Dank eines gewachsenen Netzwerks erwarten die Organisatoren von Thüringens größtem jüdischen Festival zahlreiche Künstler aus Israel

 12.02.2026

Kultur

Ensemble, Schmäh und Chalamet: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 12. Februar bis zum 18. Februar

 11.02.2026

Erinnerung

Verantwortung lebt weiter

In Dachau fand kurz vor dem Internationalen Holocaust-Gedenktag erstmals ein »March of the Living« statt

von Esther Martel  09.02.2026

Lerntool

Timothée Chalamet, Batmizwa und eine Davidstern-Kette

»Sich be-kennen«: Der Zentralrat der Juden bietet einen interaktiven Onlinekurs über die Vielfalt des Judentums für Schulen und interessierte Gruppen an

von Helmut Kuhn  09.02.2026

Berlin-Neukölln

Kritik am Kandidaten

Ahmed Abed sorgte jüngst für einen Eklat, als er einen israelischen Gast als »Völkermörder« beschimpfte. Doch bei der Linkspartei steht der Politiker mit palästinensischen Wurzeln hoch im Kurs

von Imanuel Marcus  09.02.2026

Restitution

Uni Frankfurt übergibt erstmals NS-Raubgut an Jüdische Gemeinde

Seit gut fünf Jahren durchforstet die Universitätsbibliothek in Frankfurt ihre Bestände systematisch nach Raubgut aus der NS-Zeit. Das Projekt trägt nun Früchte - und ist noch lange nicht abgeschlossen

 09.02.2026

Berlin

Lesen, Lernen, Spaß

Der Saftblatt-Baum stand im Mittelpunkt der Erzählstunde des Projekts PJ Library

von Naomi Gronenberg  08.02.2026