Potsdam

Gedenkort zur Bücherverbrennung geplant

Auf dem Alten Markt werden bei einer Open-Air-Veranstaltung am Gedenktag Passagen aus damals verbrannten Büchern vorgetragen. Foto: imago images/F. Berger

Potsdamer Bürgerinnen und Bürger sollen sich an den Planungen für einen Gedenkort zur Bücherverbrennung von 1933 beteiligen. Dazu findet am 89. Jahrestag der sogenannten »Aktion wider den undeutschen Geist« unter anderem ein Workshop statt, wie die Stadtverwaltung ankündigte. Er richtet sich am Sonntag (22. Mai) an alle Interessierten, die sich über die Potsdamer Bücherverbrennung 1933 informieren und sich aktiv an der Entstehung des neuen Gedenkortes in Erinnerung beteiligen wollen.

Die Stadtverwaltung will am Sonntag mit mehreren Veranstaltungen an die historischen Geschehnisse erinnern. Am 22. Mai 1933 waren auch in Potsdam öffentlich Bücher von damals als verfemt geltenden Autoren verbrannt worden. Im Rahmen des Gedenktags werden etwa im Potsdam Museum Einblicke in die historischen Hintergründe der Bücherverbrennungen und ein Ausblick auf den geplanten neuen Gedenkort gegeben.

ns-zeit Auf dem Alten Markt werden bei einer Open-Air-Veranstaltung am Gedenktag Passagen aus damals verbrannten Büchern vorgetragen. Dabei sollen überdies Werke von Komponisten aufgeführt werden, die während der NS-Zeit verfemt waren.

Zwischen März und Oktober 1933 verbrannten Anhänger der Nationalsozialisten im damaligen Deutschen Reich auf öffentlichen Plätzen als »undeutsch« geächtete Bücher und Schriften. Ein Schlüsselereignis sei dabei die öffentliche Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz gewesen. In Potsdam waren am 22. Mai 1933 nationalsozialistische Jugendorganisationen der Berliner Aktion auf dem Bassinplatz gefolgt. epd

Vandalismus

Deportationsmahnmal in Berlin beschmiert

Das Denkmal an der Putlitzbrücke soll an die über 30.000 Juden erinnern, die zu NS-Zeiten vom benachbarten Moabiter Güterbahnhof aus in Konzentrationslager deportiert wurden

 18.08.2026

Berlin

Gedenkzeichen für erste Rabbinerin der Welt

Regina Jonas wurde 1942 in das KZ Theresienstadt verschleppt und 1944 in Auschwitz-Birkenau ermordet. Ende August wird ihrer mit einem Gedenkzeichen gedacht

 18.08.2026

Gespräch

Albrecht-Weinberg-Gefährtin: Erinnerung an Holocaust darf nicht enden

Im Mai starb der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg. Gerda Dänekas war bis zum Schluss an seiner Seite, Pflegerin und engste Freundin. Im Interview spricht sie über das Vermächtnis eines der letzten Zeitzeugen und einen Film über ihn - und sie

von Karen Miether  18.08.2026

Orthodoxie

»Koschere Haare sind teuer«

Chaya Chapoval über steigende Scheitelpreise, die Arbeit hinter einer Perücke und Rabbiner-geprüfte Haarteile

von Mascha Malburg  17.08.2026

Freiburg

Geschichten eines Onkels

Aviva Rabinovich recherchierte das Schicksal ihres Verwandten Konrad Goldmann – und widmet ihm zusammen mit dem Regisseur Nathan Lifschitz einen Dokumentarfilm

von Anja Bochtler  17.08.2026

Brandenburg

An einem Mittwoch in Cottbus

Was geschieht an einem ganz normalen Tag in einer jüdischen Gemeinde? Wir waren vor Ort und begegneten Menschen zwischen Chorproben und Amtsterminen

von Leon Stork  16.08.2026

München

Für die junge Generation

Künftig wird Rabbiner Elie Dues als Jugendrabbiner die religiöse Arbeit der Israelitischen Kultusgemeinde unterstützen

von Luis Gruhler  16.08.2026

Porträt der Woche

»Mein Glück war Alfred«

John Günther ist Künstler, religiös und lebte 62 Jahre mit seinem Mann zusammen

von Heike Linde-Lembke  16.08.2026

Leipzig

Ausstellung mit Fotografien von NS-Deportationen

Mehrere Hunderttausend Menschen wurden in der NS-Zeit aus dem Deutschen Reich deportiert. Ein Forschungsprojekt sichert seit Jahren fotografische Dokumente. Einige zeigt jetzt das Leipziger Ariowitsch-Haus

 13.08.2026