Bergen-Belsen

Gedenken ohne Besucher

Erinnerung an die Opfer der Schoa in der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen Foto: dpa

In der niedersächsischen Gedenkstätte Bergen-Belsen wird es auch in diesem Jahr keine öffentliche Gedenkfeier zum Jahrestag der Befreiung des früheren Konzentrationslagers geben.

Stellvertretend werden Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD), Michael Fürst als Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen sowie die Leiterin der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Elke Gryglewski, am 15. April eine Gedenkzeremonie ohne Besucher abhalten. Das teilte eine Sprecherin der Gedenkstätte am Freitag mit.

Überlebende Bereits im vergangenen Jahr hatte eine geplante große Veranstaltung 75 Jahre nach der Befreiung des Lagers wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden können. Dazu waren Tausende Gäste erwartet worden, unter ihnen auch mehr als 100 Überlebende aus aller Welt.

In Bergen-Belsen in der Nähe von Celle starben mehr als 52.000 KZ-Häftlinge und rund 20.000 Kriegsgefangene. Am 15. April 1945 befreiten britische Truppen das Lager. Sie fanden Tausende unbestattete Leichen und Zehntausende todkranke Menschen vor.

An den Jahrestag will die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten auch digital erinnern. Auf der Seite »www.befreiung1945.de« finden sich ab dem 15. April Gedenkmomente, Grußbotschaften und weitere Videobeiträge, teilte die Sprecherin weiter mit. Ab 19 Uhr werde dort auch die Zeremonie vom Vormittag übertragen. epd

Porträt der Woche

Die Kraft der Sichtbarkeit

Rivkah Schwarzbart entwirft seit dem 7. Oktober jüdischen Schmuck und lebt in München

von Katrin Diehl  05.07.2026

Kommentar

Meine Angst

Was es heißt als Jude in Deutschland nach dem 7. Oktober zu leben. Ein Aufschrei von André Herzberg

von André Herzberg  05.07.2026

Schule

Blick nach vorn

Das Helene-Habermann-Gymnasium in München verabschiedete seine Abiturientinnen und Abiturienten – und feierte zugleich zehnjähriges Bestehen

von Ellen Presser  05.07.2026

Lesung

Sprache statt Wurzeln

Die aus dem Irak stammende Schriftstellerin Mona Yahia stellte in München ihr neues Buch über jüdisches Leben im arabischen Raum vor

von Nora Niemann  05.07.2026

Thüringen

Achava-Festspiele: Dialog zwischen Religionen und Kulturen

Die Achava-Festspiele gehen mit mehr als 80 Veranstaltungen in ihre zwölfte Ausgabe. Neben Konzerten umfasst das Programm Ausstellungen, Filme, Vorträge, interreligiöse Begegnungen sowie Angebote für Familien und Schulen

 02.07.2026

Sport

Maccabiah Chai!

170 Athletinnen und Athleten sind in Israel beim größten jüdischen Sportevent – Wir stellen Ihnen sechs vor

von Katrin Richter, Helmut Kuhn  01.07.2026

Sachsen-Anhalt

»Eine offene Tür ist unsere Antwort«

Landesverbands-Geschäftsführerin Rimma Fil über wachsenden Antisemitismus, Sorgen vor der Landtagswahl und den festen Willen der jüdischen Gemeinden, sichtbar zu bleiben

von Christine Schmitt  01.07.2026

Verlegung

Magdeburg erhält 900. Stolperstein

Seit 2007 wird in Magdeburg mit Stolpersteinen an Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Die nunmehr 47. Verlegung wurde auf zwei Tage verteilt

 01.07.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  30.06.2026