Fürth

Für Rudolf Benario und Ernst Jakob Goldmann

Uwe Weber (l.) und Roland Hermann mit Modell Foto: Miryam Gümbel

»Die Vernichtung des Nazismus und seiner Wurzeln ist unsere Losung! Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.« Dieser Schwur der Gefangenen von Buchenwald nach der Selbstbefreiung im April 1945 wird auf einer der beiden Stahlplatten des Benario-Goldmann-Denkmals im mittelfränkischen Fürth stehen.

DACHAU Die beiden Männer, an die das Denkmal erinnern will – Rudolf Benario und Ernst Goldmann –, erlebten die Befreiung 1945 nicht mehr. Sie waren die ersten Opfer, die im Konzentrationslager Dachau ermordet wurden – am 12. April 1933, nur wenige Wochen nach dessen Fertigstellung.

Am 24. April ist der Entwurf in Anwesenheit von Vertretern der Stadt Fürth, der Künstler und der Jury sowie weiterer Projektbeteiligten vorgestellt worden.

Benario, geboren am 20. September 1908 in Frankfurt am Mai, entstammte einer jüdischen Familie aus Nürnberg. Er hatte Sozial- und Rechtswissenschaften studiert und 1932 an der Friedrich-Ale­xander-Universität in Erlangen promoviert. Ernst Jakob Goldmann, gelernter Kaufmann, wurde am 20. Dezember 1908 als Sohn einer jüdischen Familie in Fürth geboren.

Benarios Familie stammte aus Nürnberg, Goldmanns aus Fürth.

Benario und Goldmann verband ihre sportliche Leidenschaft ebenso wie ihr politisches Engagement. Beide waren Mitglieder im Kanu Club. Politisch engagierte sich Benario bereits in seiner Studienzeit in einem sozialistischen Studentenbund, außerdem war er Mitglied der KPD. Goldmann gehörte in Fürth der KPD an. Als Antifaschisten und Juden standen sie besonders im Visier der Nazis.

Für die begeisterten Kanuten war der Fluss Rednitz ein ganz besonderer Ort. Hier, an der Uferpromenade nahe der heutigen Stadthalle, hatte Benario 1930 am Bootshaus Birken gepflanzt. Noch bis vor einem Jahr erinnerten sie als Naturdenkmal an die beiden Kanuten. Weil die Bäume mehrmals, zum Teil sehr stark, beschädigt wurden, mussten sie gefällt werden.

ERINNERUNGSTAFEL Eine Erinnerungstafel verweist auf das Schicksal von Benario und Goldmann. Errichtet auf Initiative eines Schülerprojekts der Soldnerschule unter der Leitung von Manfred Lehner-Wendt, soll sie nach mehreren Schändungen und Zerstörungen renoviert und erneut aufgestellt werden.

Jetzt wird ein neues Denkmal an der Uferpromenade errichtet, das Erinnerung und Mahnung zugleich sein soll, wie es bei der Vorstellung des Konzeptes hieß. Das Projekt ist von der Stadt Fürth in Kooperation mit dem »Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus« auf den Weg gebracht worden.

Die Metallgestaltungskünstler Uwe Weber und Roland Hermann gewannen den Gestaltungswettbewerb.

Nach einer Ausschreibung und einem Wettbewerb ist die Entscheidung für den Entwurf der Metallgestaltungskünstler Uwe Weber und Roland Hermann aus dem benachbarten Langenzenn gefallen. In Stahl gearbeitet, sollen hier drei stilisierte Birken stehen, dazu das symbolisierte Bootshaus.

SCHWUR In eine Wand dieses Hauses wird der Schwur der Gefangenen von Buchenwald graviert. Auf der zweiten Platte wird an »Dr. Rudolf Benario und Ernst Goldmann, die am 12. April 1933 im Alter von 24 Jahren als erste Opfer im KZ Dachau von den Nationalsozialisten brutal ermordet wurden, zum Gedenken an all die Aufrechten, die im Widerstand gegen die Nationalsozialisten ihr Leben lassen mussten«, erinnert. In wenigen Wochen werden die Fundamente für das rund 25.000 Euro teure Denkmal gesetzt.

Ursprünglich waren die Fertigstellung und ein Festakt am 9. Mai im Umfeld des 75. Jahrestages der Befreiung des KZs Da­chau vorgesehen. Corona hat diesen Plan zunichtegemacht. Nun soll die offizielle Einweihung dann erfolgen, wenn die Veranstaltungsregeln dies wieder erlauben. Der 20. September – der Geburtstag von Rudolf Benario – wurde bei der Informationsveranstaltung als möglicher Termin genannt.

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