IKG München

Fotos in Ausstellung geschändet

Jüdisches Zentrum in München Foto: dpa

Unbekannte haben am Wochenende Ausstellungsfotos des Jüdischen Zentrums in München beschädigt. In die Gesichter der Porträtfotos wurden vermutlich mit Zigaretten Löcher oberhalb der Lippen im Stile eines »Hitler-Bärtchens« gebrannt, wie die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern am Montag mitteilte.

Geschändet wurden unter anderem Fotos mit hochrangigen Rabbinern, dem früheren Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) und dem Altbundespräsidenten Horst Köhler. Das zuständige Staatsschutzkommissariat ermittelt.

Schock Die Präsidentin der Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, ist schockiert. Die Tat sei nicht nur eine Sachbeschädigung, sondern Ausdruck übelster Menschenverachtung und Verachtung gegenüber freiheitlich-demokratischen Grundsätzen.

»Einmal mehr zeigt sich, dass Antisemitismus, Freiheitsfeindlichkeit und Geschichtsrevisionismus nach wie vor in unserer Gesellschaft präsent sind«, erklärte die frühere Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland.

Am 21. Juni hatte die Kultusgemeinde ihr 200-jähriges Bestehen und die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg vor 70 Jahren begangen. Die Ausstellung ist Teil der Feierlichkeiten und soll vier Wochen zu sehen sein. epd

Porträt der Woche

»Wir stemmen das selbst«

Diana Sandler ist Betriebswirtin, hat im Barnim ein jüdisches Hilfswerk aufgebaut und versteht ihre Engagement als Mizwa

von Gerhard Haase-Hindenberg  01.08.2020

Thüringen

Achava-Festspiele sollen trotz Corona stattfinden

Offizieller Start des jüdischen Festivals ist der 10. September

 31.07.2020

Bea Wyler

Die Pionierin

Vor 25 Jahren stellten die Gemeinden Oldenburg und Braunschweig erstmals einen weiblichen Rabbiner ein

 31.07.2020

Frankfurt

Straßen-Kunstprojekt erinnert an Juden

Mit den Namen der rund 12.000 Ermordeten werden voraussichtlich 700 Meter Straße beschrieben

 30.07.2020

München

»Seitdem verstecke ich meine Kippa«

Nach der antisemitischen Attacke vor einigen Wochen fühlt sich Rabbiner Shmuel Aharon Brodman weniger sicher

 30.07.2020

München

Klare Meinung – klare Stimme

Intendant Christian Stückl erhält den Abraham-Geiger-Preis für seine Oberammergauer Passionsspiele ohne christlichen Antijudaismus

von Katrin Diehl  30.07.2020

Düsseldorf

Ohnmächtige Traurigkeit

Stadt und Gemeinde erinnern an den Anschlag am S-Bahnhof Wehrhahn vor 20 Jahren

von Annette Kanis  30.07.2020

Stuttgart

Von Müttern und Töchtern

Das Interreligiöse Frauenmahl beschäftigte sich mit einer besonderen Beziehung

von Brigitte Jähnigen  30.07.2020

Frankfurt

Jüdisches aus dem Hochbunker

Der Fotograf Rafael Herlich und Gemeindesvorstand Niko Deeg aus Hanau präsentieren eine digitale Kulturreihe

von Eugen El  30.07.2020