IKG München

Fotos in Ausstellung geschändet

Jüdisches Zentrum in München Foto: dpa

Unbekannte haben am Wochenende Ausstellungsfotos des Jüdischen Zentrums in München beschädigt. In die Gesichter der Porträtfotos wurden vermutlich mit Zigaretten Löcher oberhalb der Lippen im Stile eines »Hitler-Bärtchens« gebrannt, wie die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern am Montag mitteilte.

Geschändet wurden unter anderem Fotos mit hochrangigen Rabbinern, dem früheren Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) und dem Altbundespräsidenten Horst Köhler. Das zuständige Staatsschutzkommissariat ermittelt.

Schock Die Präsidentin der Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, ist schockiert. Die Tat sei nicht nur eine Sachbeschädigung, sondern Ausdruck übelster Menschenverachtung und Verachtung gegenüber freiheitlich-demokratischen Grundsätzen.

»Einmal mehr zeigt sich, dass Antisemitismus, Freiheitsfeindlichkeit und Geschichtsrevisionismus nach wie vor in unserer Gesellschaft präsent sind«, erklärte die frühere Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland.

Am 21. Juni hatte die Kultusgemeinde ihr 200-jähriges Bestehen und die Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg vor 70 Jahren begangen. Die Ausstellung ist Teil der Feierlichkeiten und soll vier Wochen zu sehen sein. epd

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