Berlin

Farbenfroh

Tobo und Rabbiner Yehuda Teichtal (r.) Foto: Gregor Zielke

Rabbiner Yehuda Teichtal hat alle Hände voll zu tun. Erst möchte er die grüne Plane herunterziehen, die das Graffiti an der Betonwand am neuen Pears Jüdischer Campus verdeckt. »Wir ziehen ganz langsam«, schlägt er vor. Dann klappt es, und der Graffiti-Künstler Tobo räumt die Plane weg.

Zutage kommen farbenfrohe Symbole des Judentums, des Sports und des Lernens. Ein Stückchen Fläche ist noch frei. Langsam stülpt sich Rabbiner Teichtal schwarze Handschuhe über, nimmt eine blaue Farbdose, sprüht auf den kleinen Teil der Wand und lässt so einen Himmel entstehen.

Auch der 38-jährige Tobo sprüht kräftig mit. »Wir setzen damit ein Zeichen, dass wir – genau wie Berlin – weltoffen, modern und kulturell divers sind«, sagt Rabbiner Teichtal, Initiator des Projekts und Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Chabad Berlin.

richtfest Tobo kennt den Bau schon länger, denn vor der Pandemie bemalte er zusammen mit Kindern dessen innere Wände beim Richtfest. Als der Rabbiner ihn nun fragte, ob er die Mauer besprühen möchte, freute er sich. »Cool« fand er es und sagte sofort zu. In den vergangenen Monaten hatten sich die beiden die Motive überlegt.

Seit Mitte Mai kam der Künstler regelmäßig mit Farben und einer Kopfleuchte angeradelt, um von Sonnenuntergang bis zum Aufgang an dem Design zu arbeiten. Nun leuchten die Farben kräftig. Als Motive hat er jüdische Symbole wie einen Leuchter, eine Tora und einen Dreidel ausgesucht. Bälle stehen für den Sport, der dort stattfinden soll. Da es auch ein Haus des Lernens wird und die Schule Or Avner dort einzieht, finden sich zudem Taschenrechner und Bücher auf der Wand.

»Wir wollten keine graue Betonmauer vor unserem blauen Haus«, sagt Teichtal. Es soll ein Ort für eine »positive und lebendige jüdische Zukunft« sein. Damit das Projekt jedoch vollendet werden kann, musste noch eine Lücke in der Finanzierung geschlossen werden. Deshalb fand eine 36-stündige Crowdfunding-Kampagne am Wochenende statt. »850 Menschen haben mitgemacht, sodass wir das Ziel erreicht haben«, sagt Teichtal glücklich.

Am 25. Juni wird der Pears Jüdischer Campus mit einem großen Fest eröffnet.

München

Diplomatie und Freundschaft

Anlässlich seines 15-jährigen Bestehens lud das israelische Generalkonsulat zu einem Festakt in den Kaisersaal der Residenz

von Luis Gruhler  26.07.2026

Porträt der Woche

Eine Stimme für Israelis

Eliran Hirsh möchte mit seinen Podcasts Landsleute weltweit vernetzen

von Lorenz Hartwig  26.07.2026

Berlin

Rabbinerkonferenz: Berliner Führerbunker jüdischer Gemeinde geben

Was wird aus dem alten Führerbunker in Berlin? Derzeit streiten Senat, Stadtplaner und Denkmalschützer um den richtigen Umgang mit der Ruine. Die Europäische Rabbinerkonferenz schaltet sich nun mit einem Vorschlag ein

 26.07.2026

Bayern

»Es ist Zeit, den Hass zu beenden«

Eine Mahnwache der Deutsch-Israelischen Gesellschaft zeigte Solidarität mit dem Opfer des israelfeindlichen Verbrechens in der Region Würzburg

von Stefan W. Römmelt  25.07.2026

Alija

Darum bleibe ich

Der 7. Oktober hat unsere Autorin zu einem anderen Menschen gemacht. Und beinahe wäre sie nach Israel ausgewandert. Vieles aber hält sie hier – aus gutem Grund

von Barbara Bišický-Ehrlich  23.07.2026

Interview

»Kiddusch mit Empanadas«

Daniela Rusowsky über die lateinamerikanische Gemeinschaft in Berlin, Melodien aus der Heimat und die Bedeutung von Kabbalat Schabbat

von Mascha Malburg  23.07.2026

Programm

Marathon-Mann, Swingende Hermline und ein festliches Triple in Karlsruhe: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 23. Juli bis zum 30. Juli

 22.07.2026

Projekt

Ein Denkmal für gefallene Soldaten und ermordete Juden

Ein Dorf will mit einer Gedenkstätte an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Das geplante gemeinsame Gedenken an gefallene Soldaten und ermordete Juden ruft ein unterschiedliches Echo hervor

von Jens Bayer-Grimm  21.07.2026

Berlin

Jüdisch, Queer, Selbstbewusst

Der »Pride-Shabbat« des Vereins Keshet Deutschland zeigt auch in diesem Jahr wieder, dass jüdisches und queeres Leben zusammengehören

von Leon Stork  20.07.2026