Auszeichnung

Eveline Goodman-Thau erhält Verdienstkreuz

Die Rabbinerin und Schoa-Überlebende wird für ihren Einsatz um die Erinnerungs- und Friedensarbeit geehrt

 23.05.2019 07:19 Uhr

Eveline Goodman-Thau, Judaistin und Rabbinerin Foto: imago stock&people

Die Rabbinerin und Schoa-Überlebende wird für ihren Einsatz um die Erinnerungs- und Friedensarbeit geehrt

 23.05.2019 07:19 Uhr

Die Holocaust-Überlebende Eveline Goodman-Thau hat das Bundesverdienstkreuz erhalten. Die Rabbinerin und Professorin für jüdische Religions- und Geistesgeschichte wurde für ihren Einsatz für die Erinnerungs-, Aufklärungs- und Friedensarbeit ausgezeichnet, wie die Landesvertretung Baden-Württemberg in Berlin mitteilte. Ihr Engagement für die Verständigung zwischen den Religionen und ein freiheitliches Europa sei »von unschätzbarem Wert«, hieß es.

Goodman-Thau gründete 1998 die Hermann-Cohen-Akademie für Religion, Wissenschaft und Kunst in Buchen im Odenwald (Baden-Württemberg). Zudem baute sie an der Martin-Luther-Universität in Halle den Lehrstuhl der Jüdischen Studien auf.

Goodman-Thau verfasste zahlreiche Publikationen zur Jüdischen Philosophie und Frauen- und Geschlechterstudien.

DIALOG Außerdem initiiere sie Studientage und Sommerakademien, ebenso wie internationale Symposien und Benefizkonzerte, hieß es. Sie zeige seit Jahrzehnten unermüdlichen Einsatz für die Erinnerung, den Dialog und die Verständigung sowie den Frieden in Deutschland, Israel und Europa.

Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Arbeit sind Fragen der Ethik, Politik und Gesellschaft, besonders das Spannungsverhältnis zwischen religiöser Tradition und Moderne. Goodman-Thau verfasste zahlreiche Publikationen zur Jüdischen Philosophie und Frauen- und Geschlechterstudien, die auch der christlichen feministischen Theologie Anstöße gaben. Im Jahr 2003 veröffentlichte sie das autobiografische Buch Eine Rabbinerin in Wien. Betrachtungen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Die jüdische Theologin, die später die erste Rabbinerin Österreichs wurde, wurde 1934 in Wien geboren. Sie überlebte mit ihrer Familie die Zeit des Nationalsozialismus versteckt in den Niederlanden. Ab 1945 absolvierte sie das Gymnasium und studierte in den Niederlanden, ehe sie nach Israel zog und dort weiterstudierte.

STATIONEN Die Mutter von fünf Kindern, die fünf Sprachen spricht, ist auch Publizistin und lehrte an zahlreichen Hochschulen unter anderen in Berlin, Tübingen, Heidelberg, Kassel, Graz und Harvard.

Als Überlebende des Holocaust fordert Goodman-Thau, man müsse dem Judentum »die Würde zurückgeben«, indem man es nicht immer zuerst mit Antisemitismus oder einer Opferrolle verbinde. Über sich selbst sagte Goodman-Thau: »Als Jüdin verweigere mich, als Jüdin abgestempelt zu werden. Ich will nicht in einem Ghetto sein.« epd/kna/ja

Gesellschaft

»Die Perspektive der Betroffenen ist wichtig«

Claudia Vanoni über Antisemitismus, effektive Strafverfolgung und einen Leitfaden für die Polizei

von Ralf Balke  23.07.2021

Kultussteuer

Wer zahlt was?

Wie jüdische Gemeinden die Beiträge für ihre Mitglieder erheben

von Hans-Ulrich Dillmann  22.07.2021

Hochwasser

»Das geht uns unter die Haut«

Hagay Feldheim über die Auswirkungen des Hochwassers und die Aufräumarbeiten in der Gemeinde Hagen

von Eugen El  22.07.2021

Hochwasser

Nach der Flut

Die schweren Unwetter im Westen Deutschlands haben auch die jüdischen Gemeinden getroffen. Sie erfahren jetzt Unterstützung und wollen anderen helfen

von Eugen El  22.07.2021

Trauer

»Eine außergewöhnliche Bürgerin«

Die Musikerin und Zeitzeugin Esther Bejarano wurde in Hamburg beigesetzt

von Heike Linde-Lembke  22.07.2021

Lesung

Literarische Begegnung

Max Mohrs Roman »Frau ohne Reue« in der Reihe »Würzburg liest ein Buch«

von Stefan W. Römmelt  22.07.2021

München

Ein Kompass fürs Leben

Im Gemeindezentrum wurden die diesjährigen Abiturienten feierlich verabschiedet

von Ellen Presser  22.07.2021

München

Jüdisch im Herzen

Am Sonntag findet auf dem Jakobsplatz die feierliche Auftaktveranstaltung zum Festjahr statt

von Helmut Reister  22.07.2021

IKG

»Ein offenes Ohr«

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz machte sich bei seinem Besuch ein Bild von der Stimmung in der jüdischen Gemeinschaft

von Helmut Reister  21.07.2021