Obermayer Awards

Ehrung für Margot Friedländer

Zeitzeugin Margot Friedländer Foto: Stephan Pramme

Die US-amerikanische Obermayer-Stiftung verleiht am 22. Januar in Berlin ihren »Deutsch-Jüdischen Geschichtspreis« an mehrere Heimatforscher und an die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer.

Insgesamt werden sechs Auszeichnungen für ehrenamtliches Engagement zur Bewahrung des Gedenkens an die jüdische Vergangenheit nach der Schoa vergeben, wie die Stiftung am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Abgeordnetenhaus Die Preisträger kommen in diesem Jahr aus Berlin, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die Auszeichnung wird zum 18. Mal verliehen. Die Preisverleihung findet im Berliner Abgeordnetenhaus statt. Die Auszeichnungen sind dotiert, allerdings ist die Höhe des Preisgeldes nicht öffentlich.

Mit den Obermayer German Jewish History Awards 2018 werden die sogenannte Joseph-Gruppe (Berlin), Karl und Hanna Britz (Kehl), Volker Mall und Harald Roth (Herrenberg), Horst Moog (Hamm) und Brunhilde Stürmer (Niederzissen) ausgezeichnet. Zusätzlich erhält die 1921 geborene Margot Friedländer (Berlin) die Auszeichnung für besondere Leistungen. Sie veröffentlichte 2008 ihre Autobiografie Versuche, dein Leben zu machen: als Jüdin versteckt in Berlin und tritt bis heute als Zeitzeugin des Holocaust in Schulen und anderen Einrichtungen auf.

»Die Preisträger der Obermayer Awards haben gezeigt, welch wichtige Rolle die Juden für die deutsche Gesellschaft und Kultur spielten, bevor die Nazis sie auszulöschen versuchten«, sagte Judith Obermayer, Präsidentin der Obermayer Foundation, zur Begründung. Ihr unermüdliches ehrenamtliches Engagement trage zur generationenübergreifenden und interkulturellen Versöhnung bei.

Erinnerung Zur sogenannten Joseph-Gruppe aus Berlin gehören Fabian Herbst, Dorothea Ludwig, Pia Sösemann, Simon Strauß und Simon Warnach. Als Schüler recherchierten und dokumentierten sie die Biografie des Holocaust-Überlebenden Rolf Joseph und veröffentlichten sie unter dem Titel Ich muss weitermachen als Buch. Seit 2014 vergibt die Joseph-Gruppe jährlich den Rolf-Joseph-Preis an Schüler, die sich mit der jüdischen Geschichte in Deutschland auseinandersetzen.

Karl und Hanna Britz aus Kehl (Baden-Württemberg) engagierten sich seit vielen Jahren für die Bewahrung der jüdischen Geschichte der Gemeinde Bodersweier, hieß es zur Begründung. Volker Mall und Harald Roth aus Herrenberg (Baden-Württemberg) sind beide Lehrer und publizierten unter anderem Bücher zum KZ-Außenlagers Hailfingen-Tailfingen.

Der 82-jährige Horst Moog aus Hamm/Sieg (Rheinland-Pfalz) hat den Angaben zufolge viele Jahrzehnte seines Lebens der Erforschung, Ausstellung und Bewahrung der Geschichte der jüdischen Gemeinden gewidmet, die einst im Westerwald ansässig waren. Dank seines Engagements wurde im Hammer Kulturhaus ein jüdisches Museum eingerichtet, hieß es. Brunhilde Stürmer aus Niederzissen (Rheinland-Pfalz) recherchiert seit fast vier Jahrzehnten unter anderem die Familiengeschichten der jüdischen Gemeinde in ihrer Heimat. epd

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