Makkabi Junior Games

»Die Zeit gemeinsam genießen«

Foto: pr

Vorbild sein und den Jugendlichen helfen: Bei den Makkabi Junior Games sind nicht nur Sportler und Sportlerinnen zwischen zwölf und 18 Jahren aktiv, sondern auch etwas ältere »Head of Sports«. Viele sind schon Studenten, aber ihre eigenen »Jugenderfahrungen« bei Makkabi sind noch frisch. Sie geben Tipps, finden die richtigen Worte bei Stress und Aufregung und geben ihre Erfahrungen an andere weiter. Wir stellen zwei Sportler und eine Sportlerin vor – und drei »Head of Sports«, die in München dabei sind.

Sportler: Samuel Bondar (14), Rostock
Sportart: Fechten
»Alte Freunde wiedertreffen und Spaß am Fechten haben« – so bringt es Samuel auf den Punkt. Der Nachwuchsfechter besucht eine Sportschule und trainiert 15 Stunden die Woche in der Schule und bei Makkabi. Samuel kommt aus einer Fecht-Familie: Sein Vater, sein Großvater und seine Mutter können ebenfalls mit Säbel und Degen umgehen. Ganz wichtig, sagt der Fechter, ist bei diesem Sport die Beinarbeit – und dass Kopf und Muskeln zusammenarbeiten: »Es gibt da keine Grenzen.« Mit sieben Jahren begann Samuel mit Sport und musste sich später entscheiden: Fußball oder Fechten. Vor ein paar Monaten belegte er den dritten Platz bei einem Weltcup und holte jüngst bei einer Deutschen Meisterschaft wieder eine Medaille. Das Ziel ist nun Gold. Seine blauen Sportschuhe hat Samuel schon eingepackt.

Head of Sports: Mark Perelmann (24), Mannheim
Sportart: Fechten
Extra freigenommen für die Makkabi Deutschland Junior Games hat sich der Student und Fechter Mark Perelmann. »Ich wusste, dass es schwer wird, diese Tage im Plan unterzubringen, aber ich wollte das unbedingt«, sagt er. Denn Mark empfindet es als große Ehre, den Nachwuchssportlern mit seinem Wissen, Können und seiner Erfahrung zur Seite zu stehen: Er möchte dazu beitragen, dass es »schöne Spiele« werden. Seinen ersten großen Wettkampf hat er mit elf Jahren bestritten. Mittlerweile hat Mark eine große Anzahl an Medaillen errungen und möchte den Nachwuchssportlern Tipps geben: »Wenn sie nach den Spielen nach Hause fahren, hoffe ich, dass sie begeistert erzählen und dass das in ihrem Umfeld positiv aufgenommen wird.« Bisher, sagt Mark, kennen sich noch nicht alle Fechter (mindestens zwölf) untereinander persönlich, die an den Junior Games teilnehmen wollen. Doch das soll sich schnell ändern, denn Sport ist, wie Mark gut weiß, eine ideale Gelegenheit für Begegnung. Und er räumt offen ein: »Natürlich würde ich mich auch freuen, wenn sich die jungen Fechter entschließen, dann bei Makkabi einzutreten.«

Sportlerin: Bella Endzweig (15), Frankfurt/Main
Sportart: Tennis
Zweimal in der Woche trainiert Bella Tennis. Dazu kommen noch die Turniere am Wochenende. Bella hat sogar zwei Trainer und ein Ziel vor Augen: »Diesmal strebe ich eine Medaille an.« Bei der Makkabiade in Israel im vergangenen Jahr war sie auch dabei, aber da gab es für sie keine Chance auf ein Edelmetall, meint die Schülerin. Vor acht Jahren hat Bella zum ersten Mal zum Tennisschläger gegriffen. Inzwischen spielt sie in der Bezirksoberliga. Aus ihrem Umfeld ist sie die einzige Tennisspielerin, die nach München fährt: »Ich freue mich schon, neue Leute kennenzulernen.« Über die Makkabiade 2017 in Israel sagt sie: »Es war so toll, dass ich gleich wusste, ich will zu den Junior Games.« Das Programm in Israel hat ihr sehr gefallen, vor allem die Abschlusszeremonie. Wenn sie nicht zur Schule geht oder Tennis spielt, dann engagiert sie sich bei der Zionistischen Jugend in Deutschland.

Sportler: Arthur Grinberg (18), Worms
Sportart: Tennis
»Mir gefällt es immer sehr, denn ich möchte das jüdische Leben feiern, und ich mag die besondere Atmosphäre.« Arthur hat schon bei mehreren Veranstaltungen von Makkabi mitgemacht. Jedes Mal – sowohl bei der Makkabiade als auch bei den European Maccabi Games – hat er neue Freunde gefunden. Ob er sportlich große Erfolge erreicht, ist für ihn zweitrangig. »Makkabi ist für mich wie eine Familie«, sagt Arthur. Mit sechs Jahren fing er an, Tennis zu spielen: »Meine Tante und mein Onkel stehen ebenfalls auf dem Platz. Da lag es nahe.« Ihm machte der Sport auf Anhieb viel Spaß. Heute spielt er in der Bezirksliga, möchte aber kein Profi werden. Erst einmal will Arthur nächstes Jahr Abitur machen und dann studieren.

Head of Sports: Yael ­Gutmacher (23), Berlin
Sportart: Tennis
Die Europäischen Makkabi-Spiele im Sommer 2015 waren der Auslöser: Sie haben Yael dazu gebracht, sich endlich einen Traum zu erfüllen und mit Tennis anzufangen. Das ist nun drei Jahre her. »Ich bin also eine Späteinsteigerin«, sagt die Studentin, die gerade auf die Ergebnisse ihres Juraexamens wartet. Bevor sie mit Tennis begann, hatte die junge Sportlerin gerudert und gesegelt. Zwei- bis dreimal in der Woche steht sie nun auf dem Tennisplatz. Auch bei der Makkabiade in Israel ist sie angetreten – und hat sich jetzt sehr gefreut, als sie gebeten wurde, »Head of Sports« zu werden. Yael erinnern die Junior Games ein bisschen an Machanot: Es macht ihr viel Spaß, Kinder und Jugendliche zu unterstützen. Für Tennis haben sich fast 30 Spielerinnen und Spieler angemeldet. »Ich hoffe, dass wir alle zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen und die Zeit genießen«, sagt Yael.

Head of Sports: Lisa Michajlova (19), Bochum
Sportart: Tischtennis
»Mir wurde Tischtennis in die Wiege gelegt, denn meine Eltern spielen auch und haben sich sogar über den Sport kennengelernt«, sagt die Mathematik- und Philosophiestudentin Lisa. Mit sechs Jahren hat sie angefangen, regelmäßig zu spielen. Bei der Makkabiade im vergangenen Sommer in Israel gewann Lisa zwei Goldmedaillen – und die Spiele gefielen ihr so gut, dass sie sofort zusagte, bei den Junior Games mitzuhelfen.
Beim Tischtennis sind viele Fähigkeiten gefragt, weiß Lisa – vor allem, rasch zu reagieren: »Tischtennis ist die schnellste Rückschlagsportart.« Vor allem einen reibungslosen Ablauf wünscht sie sich bei den Junior Games: Bei Tischtennis wisse man nie, wie lange die Runden dauern. Für die Organisation sei deshalb vor allem Flexibilität erforderlich. Etwa 25 Kinder und Jugendliche haben sich für die Sportart Tischtennis angemeldet – fünf von ihnen kennt Lisa schon.

Mit den Sportlern und den »Head of Sports« der Makkabi Deutschland Junior Games 2018 sprach Christine Schmitt.

Corona

Doppelt schutzbedürftig

Kinder mit Einschränkungen leiden während der Pandemie besonders stark – so wie Daniel aus Villingen

von Christine Schmitt  05.12.2021

Porträt der Woche

»Berlin hat mich verändert«

Dan Allon ist Künstler und beschäftigt sich mit seiner Familiengeschichte

von Jérôme Lombard  05.12.2021

Lichterfest

Gemeinsam zuversichtlich

In ganz Deutschland beteiligen sich Politik und Gesellschaft öffentlich an den Feierlichkeiten zu Chanukka

von Brigitte Jähnigen  05.12.2021

Nordrhein-Westfalen

Zedaka in Kall

Die ZWST hilft Flutopfern mit »Tiny Houses«

von André Anchuelo  03.12.2021

Berlin

»Papier ist geduldig«

Fachleute appellieren an künftige Bundesregierung, angekündigte Förderung jüdischen Lebens umzusetzen

 03.12.2021

Festjahr

1700 Flaggen erinnern an 1700 Jahre

An Aktion »Flagge zeigen für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus« beteiligt sich auch der Zentralrat der Juden

 03.12.2021

»Stuttgarter Erklärung«

Symbolische Unterzeichnung in der Synagoge

Innenminister von Bund und Ländern fordern schärfere Verfolgung von Hass-Straftaten im Netz

 02.12.2021

Ausgburg

Jüdisches Museum bekommt neue Direktorin

Die 36-jährige Carmen Reichert übernimmt ab 1. Mai 2022 die Nachfolge von Barbara Staudinger

 02.12.2021

Pandemie

Jewrovision auf Ende Mai verschoben

Zentralratsgeschäftsführer Botmann: Sichere und angenehme Bedingungen im Februar voraussichtlich nicht möglich

 02.12.2021