Volkstrauertag

Die Ehre erweisen

Gemeinsames Gedenken Foto: Marina Maisel

Volkstrauertag

Die Ehre erweisen

Offizielles Gedenken für gefallene jüdische Soldaten

von Miryam Gümbel  28.11.2011 16:20 Uhr

Beim Gedenken an die im Ersten Weltkrieg gefallenen jüdischen Soldaten aus München und Umgebung kamen am Volkstrauertag Repräsentanten des Freistaates Bayern mit Innenminister Joachim Herrmann, der Bundeswehr mit zahlreichen hohen Vertretern, der Stadt München, vertreten durch Stadtrat und IKG-Vizepräsident Marian Offman, sowie von der Vereinigung »Gegen Vergessen – Für Demokratie«, der Deutschen Kriegsgräberfürsorge, der Israelitischen Kultusgemeinde und Organisationen wie B’nai B’rith mit Anita Kaminsky.

Nach dem Einzug der Soldaten dankte ihnen Präsidentin Charlotte Knobloch ebenso wie dem Bundeswehr-Kapitän zur See, Matthias Friese und allen, die den Gefallenen die Ehre erwiesen. Knobloch erinnerte, »welch glühende Patrioten die deutschen Juden im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts waren«. Von 80.000 Frontsoldaten kehrten 12.000 nie zurück. 35.000 wurden mit Orden aller Klassen ausgezeichnet.

Errungenschaften Nach dem Ersten Weltkrieg habe sich die jüdische Teilhabe an der deutschen Gesellschaft verstärkt. Die Weimarer Republik brachte ihnen eine ganze Reihe an Verbesserungen. Jüdische Wissenschaftler, Künstler und Literaten hatten großen Anteil an den Errungenschaften und Werken dieser Epoche. Doch mit Hitler ebnete sich Antisemitismus ungebremst seine Bahn. In der Pogromnacht 1938 wurden auch jene Tafeln zerstört, mit denen der Gefallenen des Ersten Weltkriegs gedacht wurde.

Aus Soldatendenkmälern wurden die Namen der jüdischen Gefallenen gemeißelt – und Grabsteine mit Davidsternen wurden von deutschen Soldatenfriedhöfen entfernt. Umso wichtiger ist Präsidentin Knobloch das gemeinsame Gedenken. Deutlich nahm sie gegen diejenigen Stellung, die den Geist der Nationalsozialisten wieder aufleben lassen: »Ihre Heldengedenkmärsche sind eine bewusste geschichtsverfälschende Provokation aller Kräfte unserer freiheitlichen Demokratie.« Ihre Forderung: »Nie wieder dürfen wir zulassen, dass Verfassungsfeinde unsere freiheitlichen Werte unterwandern.«

Glosse

Wie wird man ein anständiger Antisemit? Tipps und Tricks für Judenhasser

Eine Handreichung

von Daniel Neumann  03.05.2026

Meinung

Wir haben ein Problem – und wir müssen endlich darüber reden

Ein Weckruf über verfehlte Migration, ausländische Einflussnahme und das ohrenbetäubende Schweigen der »Progressiven«

von Jacques Abramowicz  02.05.2026

Geburtstag

Andreis Glück

Der Schoa-Überlebende Andrei Moiseenkow wird 100 – Weimar feiert seinen Ehrenbürger

von Helmut Kuhn  01.05.2026

Porträt

An der Basis

Lea Rosenberg setzt sich beim Paritätischen Wohlfahrtsverband für Geflüchtete ein

von Gerhard Haase-Hindenberg  01.05.2026

Jüdische Gemeinden

Das neue angstvolle »Normal«

Wie haben sich der 7. Oktober 2023 und die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten ausgewirkt? Der neue Lagebericht des Zentralrats der Juden in Deutschland

von Katrin Richter  01.05.2026

Berlin

CDU-Präsidium tagt in Chabad-Synagoge

Die Parteispitze will damit ein Zeichen setzen

 01.05.2026

Berlin

Tanzen, trotz allem

Der Israeltag am Wittenbergplatz setzte ein Zeichen der Solidarität, der Lebensfreude – aber auch der Sorge

von Christine Schmitt  30.04.2026

Düsseldorf

Auschwitz-Museum: Rüttgers erhält Auszeichnung »Light of Remembrance«

»Mein Antrieb wurzelt in der tiefen Überzeugung, dass wir Deutsche uns der Verantwortung, die aus unserer Geschichte als ›Land der Täter‹ erwächst, niemals entziehen können«, sagt der Preisträger

 30.04.2026 Aktualisiert

Erinnerung - 20 Jahre ohne Paul Spiegel

Zum 20. Todestag von Paul Spiegel

Als Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland stand er für Dialog, Klarheit und Verantwortung. Ein Video erinnert an sein Vermächtnis – und daran, warum seine Stimme heute fehlt.

von Jan Feldmann  30.04.2026