Schwerin

Dank für den großen Einsatz

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zeichnet beim Jahresempfang Valeriy Bunimov mit dem Verdienstorden des Landes aus. Foto: picture alliance/dpa

Der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern, Valeriy Bunimov, ist für sein Engagement um die jüdische Gemeinschaft mit dem Verdienstorden des Landes ausgezeichnet worden. »Valeriy Bunimov ist nicht der Mann, der seine Verdienste gern in der Öffentlichkeit herausgestellt sieht. Was für ihn zählt, ist seine Arbeit für die jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern und seine Mitmenschen«, betonte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei der Ordensverleihung.

Gemeindegründung 1994 sei der Geehrte nach Schwerin gekommen, so Schwesig. Sein Start sei nicht leicht gewesen: »Die Sprache, die Arbeit, Freunde und Familie weit weg. Eine jüdische Gemeinde, um schneller Anschluss zu finden, gab es damals nur in Rostock.« Kurzerhand habe er gemeinsam mit anderen jüdischen Zuwanderern eine jüdische Gemeinde auch in Schwerin etabliert.

Bunimov wurde gleich in den Vorstand gewählt. Seit 1999 arbeitet er dort als hauptamtlicher Verwaltungsleiter. Darüber hinaus engagiert er sich seit mehr als 25 Jahren ehrenamtlich als Vorsitzender des Landesverbands und ist Mitglied im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Sein besonderer Einsatz habe der Integration der Zuwanderer gegolten, sagt Manuela Schwesig.

Sein besonderer Einsatz habe der Integration neuer Zuwanderinnen und Zuwanderer gegolten. »Zum Beispiel mit Deutschkursen oder mit einer Sonntagsschule. Er wusste ja aus eigener Erfahrung, wie schwer es ohne Kontakte und gute Sprachkenntnisse ist, Fuß zu fassen, und wollte, dass andere es leichter haben«, betonte die Regierungschefin. »Zum Glück gehört jüdisches Leben heute wieder zu Mecklenburg-Vorpommern.«

Heimat Einen großen Anteil daran habe Valeriy Bunimov. »Die Gemeinden in Rostock und Schwerin sind aktiv und lebendig. Sie geben vielen Menschen, die aus den Ländern der früheren Sowjetunion zugewandert sind, eine neue Heimat – und auch jenen, die aktuell aus der Ukraine zu uns kommen«, betonte Schwesig. Putins brutaler Angriffskrieg auf die Ukraine habe vieles verändert.

Millionen Menschen sind auf der Flucht. »Gut ist, wenn sie dann auf Menschen treffen, die ihre Sprache sprechen, die ihnen helfen, anzukommen. Ich möchte Herrn Bunimov stellvertretend für alle Gemeindemitglieder sehr herzlich für sein großes Engagement in der Flüchtlingshilfe danken.« Es freue sie daher, »diese Arbeit mit dem Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern auszeichnen zu dürfen«. ja

Zeitreise

Historische Frankfurter Judengasse wird virtuell erlebbar

In den Alltag von Jüdinnen und Juden im Jahr 1864 in Frankfurt am Main eintauchen, sich als Passant in der historischen Judengasse bewegen und mit Bewohnern sprechen: Das Jüdische Museum Frankfurt hat eine internetbasierte Zeitmaschine entwickelt

von Jens Bayer-Grimm  29.05.2026

TV-Tipp

»Robert Lembke - Wer bin ich?« -Doku-Drama über die TV-Legende

»Robert Lembke - Wer bin ich« ist ein kluger Film über Verdrängung, Volksbildung und das Schweigen einer TV-Legende über die eigene Vergangenheit

von Jan Lehr  29.05.2026

Nordhausen

Ausstellung zeigt Lebensgeschichten von jüdischen Kindern

Im April 1945 befreite die Rote Armee bei Tröbitz 2.300 Häftlinge aus einem abgestellten Zug des »Verlorenen Transports«. Eine Ausstellung dokumentiert mit Fotos das Schicksal von acht überlebenden Kindern

 27.05.2026

Kommentar

Was hat Künstliche Intelligenz mit Antisemitismus zu tun?

Ein Zwischenruf von dem Holocaust-Überlebenden Roman Haller

von Roman Haller  27.05.2026

Berlin

Orden Pour le mérite begrüßt Wolf Biermann als neues Mitglied

Die Künstler- und Gelehrtenvereinigung Pour le mérite trifft sich am Wochenende in Berlin zu ihrer Jahrestagung. Dabei werden neue Mitglieder in den exklusiven Kreis aufgenommen

 26.05.2026

Führung

Open-Air-Ausstellung zum jüdischen Leben in Erfurt

Ab Freitag führt ein Rundgang auf 19 Stationen durch das historische jüdische Viertel Erfurts und verbindet Geschichte mit digitalen Angeboten

 26.05.2026

Dresden

Wegen Betrugs und Geldwäsche: Bewährungsstrafe für Rabbiner

Das Amtsgericht Dresden hat sein Urteil gesprochen: Ein 41-jähriger Rabbiner wurde der Beihilfe zum Betrug für schuldig befunden

 26.05.2026

Porträt der Woche

Flucht und Ankunft

Manfred Eisner erzählt vom Exil und seinem neuen Leben in einem kleinen Dorf

von Heike Linde-Lembke  24.05.2026

Ausstellung

Dynamik des Schreckens

Die Jewish Claims Conference und die Französische Botschaft in Berlin zeigen bislang verschollene Aufnahmen vom Beginn der Schoa im Vichy-Regime

von Alicia Rust  24.05.2026