Berlin

Beethovens Fünfte und chassidische Lieder

Der »Pears Jüdische Campus« soll eine Begegnungsstätte werden, mit Krippe, Kindergarten, Schule, Jugendklub, Sport- und Freizeitzentrum sowie einem Festsaal. Ende kommenden Jahres soll das ambitionierte Projekt auf dem Grundstück neben dem Chabad-Bildungszentrum in Berlin-Wilmersdorf fertig werden, finanziert aus Mitteln des Bundes, des Landes, aus Privatspenden und Stiftungsmitteln der britischen Pears Foundation, dem Namensgeber des künftigen Campus.

Zur Unterstützung des Vorhabens fand am Sonntagnachmittag ein Benefizkonzert statt. Dazu kamen rund 2400 Zuhörer in die ausverkaufte Philharmonie im Berliner Tiergarten. Und so, wie der Campus ein Ort der Toleranz und des Miteinanders werden soll, war auch das musikalische Programm des Konzerts davon geprägt.

Die Berliner Musiker und der chassidische Sänger aus New York harmonierten gut miteinander.

Bei einem chassidischen Lied tanzten sogar Avraham Fried, Rabbiner Yehuda Teichtal und Dirigent Michael Zukernik ganz spontan gemeinsam auf der Bühne. Beim Konzert fanden musikalische Gegensätze harmonisch zusammen: Beethovens 5. Sinfonie (Schicksalssinfonie) und »Aleh Katan«, Klassik mit dem German National Orchestra und jüdisch-traditionelle Musik mit Avraham Fried. Auch Andrei Gavrilov am Klavier begeisterte. Beifall gab es zudem für Ernest Golds Filmmusik Exodus und Tschaikowskys Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1. D.

ZENTRALRAT Unter den Zuhörern war auch Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. In seinem Grußwort betonte er, dass der Campus etwas ganz Besonderes werde: »Ein Ort, an dem Judentum gelernt, gelebt und gestärkt werden soll.« Schuster stellte zufrieden fest, dass jüdisches Leben stetig ins Zentrum der Städte und des allgemeinen Bewusstseins in Deutschland gerückt sei. Der Campus werde dazu einen großen Beitrag leisten.

In seinem Grußwort betonte Josef Schuster, dass der Campus etwas ganz Besonderes wird.

Es gebe bedauerlicherweise Kräfte, die eine Spaltung der Gesellschaft beabsichtigen, die mit Hass und Hetze gegen Minderheiten und Andersgläubige einen Hoheitsanspruch suggerieren wollen, so Schuster. »Hier müssen wir uns klar und laut gemeinsam positionieren.« Doch er sei zuversichtlich. »Gemeinsam können und werden wir für eine friedliche und tolerante Zukunft wirken«, versicherte Schuster. Der Zentralratspräsident wünschte dem Campus-Vorhaben Segen und Erfolg und dankte Rabbiner Yehuda Teichtal für dessen »außerordentlichen und unermüdlichen Einsatz«.

ZUKUNFT Teichtal freute sich über eine gelungene Veranstaltung. »Es erfüllt uns mit Stolz, dass dieses Konzert zugunsten einer guten Sache auf so viel Unterstützung in der Öffentlichkeit gestoßen ist. Es setzt ein Zeichen für eine positive Zukunft, für Toleranz und Miteinander in Berlin und über die Grenzen hinaus«, sagte der Gemeinderabbiner der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und Vorsitzende des »Pears Jüdischer Campus«. ddk

München

Bayerischer Verfassungsorden für Charlotte Knobloch

»Es ehrt mich, dass meine Arbeit für die jüdische Gemeinschaft so geschätzt werden«, sagt die Preisträgerin

 29.02.2024

Religion

Erster Einsatz eines Militärrabbiners seit dem Ersten Weltkrieg

Rabbiner Pal übernimmt die Seelsorge bei der »Standing NATO Mine Countermeasures Group 1«

 29.02.2024

Leipzig

Kantoren-Schmiede

Das Institut für traditionelle jüdische Liturgie feiert sein zehnjähriges Bestehen

von Thyra Veyder-Malberg  29.02.2024

Jewrovision

Im Lampenfieber

Aachen und Köln wollen Ende März gemeinsam mit einem ganz besonderen Auftritt gewinnen

von Christine Schmitt  29.02.2024

Jugendkongress

Jemand fühlt mit euch

In schwieriger Zeit treffen sich junge Jüdinnen und Juden in Berlin. Unser Autor möchte ihnen Mut machen

von Joshua Schultheis  28.02.2024

Reportage

Glück der Gemeinschaft

Viele der vor dem Krieg geflohenen Ukrainer leben derzeit im Hotel und wollen in Berlin bleiben. Ein Ortstermin

von Helmut Kuhn  28.02.2024

Lesung

Ein kurzes, intensives Leben

Die Lyrikerin Nora E. Gomringer erinnerte an die Dichterin Selma Merbaum

von Helen Richter  28.02.2024

Premiere

Ein Meer aus Lächeln

Mit »Broadway Danny Rose« feiert das Jüdische Theater Frankfurt seine Neugründung

von Thekla Matzen  28.02.2024

Meinung

Endlich ein Neuanfang

Die Neuausrichtung der Ausbildung nichtorthodoxer Rabbinerinnen und Rabbiner in Potsdam ist ein Anlass zur Freude

von Ayala Goldmann  28.02.2024