Görlitz

Ausstellung über jüdisches Leben an der Oder

Blick auf die Synagoge Görlitz vor Beginn der Wiedereröffnung (13. Juli 2021) Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die jahrhundertealte Präsenz von Juden an der Oder steht im Mittelpunkt einer neuen Ausstellung im Kulturforum Neue Synagoge in Görlitz. Die deutsch- und polnischsprachige Ausstellung, die von Donnerstag an zu sehen ist, sei Momenten der jüdischen Geschichte beiderseits der Oder gewidmet, teilte das Deutsche Kulturforum östliches Europa in Potsdam mit. Ziel sei, zum Nachdenken und zum Gespräch zwischen den ehemaligen und heutigen Bewohnerinnen und Bewohnern der Region anzuregen und zur Neuentdeckung des deutsch-polnisch-jüdischen Kulturerbes einzuladen.

LANDSCHAFT Die Ausstellung »Im Fluss der Zeit - Jüdisches Leben an der Oder« wird bis zum 2. Oktober gezeigt. Die Landschaft an der Oder mit ihren wechselnden herrschaftlichen und nationalen Zugehörigkeiten sei über Jahrhunderte ein Begegnungsraum gewesen, hieß es weiter: »Hier kreuzten sich auch die deutsch-jüdische und die polnisch-jüdische Kultur.« In der Neuzeit sei diese kulturelle Vielfalt an Oder, Obra und Warthe durch Nationalismus und Antisemitismus bedroht worden, erklärte das Kulturforum: »Der Nationalsozialismus zerstörte sie.«

Nach dem Zweiten Weltkrieg seien weite Abschnitte der Oder zur deutsch-polnischen Grenze gemacht und die deutsche Bevölkerung aus den Regionen östlich des Flusses vertrieben worden. Neben umgesiedelten Polinnen und Polen hätten sich dann auch mehrere zehntausend polnisch-jüdische Holocaustüberlebende in Niederschlesien und Pommern angesiedelt, hieß es weiter. Die meisten dieser Jüdinnen und Juden seien jedoch bis Ende der Sechzigerjahre ausgewandert. epd

Rheinland-Pfalz

SchUM-Kulturtage Speyer präsentieren jüdisches Leben

Ob ein Kochkurs mit dem Landesrabbiner oder jiddische Lieder mit dem Oberkantor: Die SchUM-Kulturtage laden ab Oktober mehr als einen Monat lang dazu ein, die jüdische Kultur kennenzulernen

 14.09.2026

Kino

»Ich habe keine Heimat«

Eine Dokumentation über Albrecht Weinberg erzählt von Verfolgung, Erinnerung und der schwierigen Rückkehr in das Land der Täter

von Esther Martel  14.09.2026

Porträt der Woche

Der Barockmusiker

Moshe Haas stammt aus Israel, ist Kantor und liebt Johann Sebastian Bach

von Anja Bochtler  14.09.2026

Berliner Leuchtturmprojekt

Musikalische Stolpersteine jetzt in fünf Bundesländern

Mehrere Tausend in Gehwegen eingelassene »Stolpersteine« halten europaweit die Erinnerung an Verfolgte des Naziregimes wach. Jetzt gibt es auch »Stolperstein«-Podcasts

 14.09.2026

Düsseldorf

Josef-Neuberger-Medaille für Mona Neubaur

Mit der Josef-Neuberger-Medaille ehrt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf seit über 30 Jahren Menschen oder Institutionen der nichtjüdischen Öffentlichkeit. Für ihren Einsatz gegen Antisemitismus geht der Preis in diesem Jahr an NRW-Ministerin Neubaur

 14.09.2026

Deutschland

Morddrohung gegen Charlotte Knobloch nach AfD-Wahlsieg

Die Gewaltandrohung steht in explizitem Zusammenhang mit dem Wahlsieg der AfD. Knobloch sagt aus Sicherheitsgründen Veranstaltung ab

 11.09.2026

Neujahr

Mit Tatkraft und Ausdauer

Gerade in diesen Zeiten müssen wir als jüdische Gemeinschaft die Werte der Demokratie verteidigen. Denn auch wir tragen Verantwortung – mehr denn je

von Charlotte Knobloch  11.09.2026

Berlin

Bundespräsident Steinmeier: Müssen alles daran setzen, Antisemitismus zu bekämpfen

»Es ist beschämend und darf uns niemals ruhen lassen, wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland Anfeindungen auf der Straße oder in Universitäten ausgesetzt sind« schreibt Frank-Walter Steinmeier

 11.09.2026

Imkerei

»Bienen muss man respektieren«

Wie bei vielen Juden steht bei den Gempels zu Rosch Haschana Honig auf dem Tisch. Doch bei ihnen kommt er aus dem eigenen Garten. Ein Ausflug nach Leipzig

von Mascha Malburg  11.09.2026